Die Hüstler

Ich frage mich, ob die Frau, die immer hüsteln tut, wenn jemand vorbeikommt, das macht, weil sie nicht anders kann oder weil sie damit ihr Unwohlsein darüber ausdrückt, dass Leute an ihr vorbeigehen? Oder macht sie das vielleicht nur bei mir, weil sie mich nicht wirklich mag? Viele Leute hüsteln, wenn sie sich unwohl fühlen. Natürlich immer nur, wenn Menschen um sie herum sind. Alleine tun sie das wohl nie. Ehrlich gesagt habe ich Angst, mir das Hüsteln auch anzugewöhnen, wenn ich zum Beispiel dem Nachbarn einfach Guten Tag sagen will oder muss, aber befürchte, dass er mich nicht hört, bin ich schon kurz davor, herumzuhüsteln, damit er mein „Grüß Gott“ dank der Hüstel-Overtüre auch wirklich vernehmen tut. Wann aber wird Hüsteln zu einer psychischen Zwangsstörung? Wenn man gar nicht mehr anders kann, als andauernd herumzuhüsteln, solange Menschen um einen herum sind? Aber vielleicht kann die Frau auch nichts dafür. Kürzlich hörte ich, dass ein pathologischer Säure-Reflux auch zu so einem Dauer-Hüsteln führt. Und es kann ja auch sein, dass manche Menschen in Gesellschaft, die sie zwar brauchen, aber nicht wirklich mögen, viel mehr Magensäure produzieren als alleine. Ich scheine diesen Reflux besonders auszulösen- die arme Frau wird vielleicht bald keine Speiseröhre mehr haben! Ich finde aber, dass wir alle viel zu unehrlich darüber sind, wie unangenehm uns die Gesellschaft von anderen Menschen ist. Ja, dieses dauernde Geschleime und Gegrinse, das kann ja nur zu Geschwüren führen! Wie viele von unseren Nachbarn, Bekannten und Verwandten mögen wir wirklich und zu wie vielen Menschen sind wir einfach nur höflich und versuchen, ihre Präsenz durch ein Hüsteln erträglicher zu machen?

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„Das Leben ist kein Ponyhof“

Wer ruthwitt kennt, weiß: Ich motschker gern. Wer tut das nicht? Immerhin ist das Leben bei vielen von uns so perspektiv- und hoffnungslos, dass wir jedes Recht haben, uns zu beklagen! Das sieht freilich nicht jeder so. Vor einiger Zeit sagte mir jemand, der sich für besonders weise hält, das Leben sei eben kein Ponyhof. Ja, aber ich wünsche mir, dass es ein Ponyhof ist! Und außerdem, mein lieber Herr, stimmt das überhaupt nicht: Das Leben von Kranken und sozial Unterprivilegierten ist kein Ponyhof- wohl aber das von Reichen, die seit Jahrhunderten durch Ausbeutung immer reicher und reicher werden und dazu auch noch gesunde hundert Jahre alt. Sie gehen auf Golf- und Tennisplätze, futtern Austern und lassen sich von Luxuslimousinen chauffieren und sich den Hintern und sonstige Beistriche von Sklaven auswischen. Ich will, dass auch mein Leben so ist! Ich will auch nicht krank sein und vor allem will ich nicht, dass irgendwelche Oberschlauen herkommen, die diese Ungerechtigkeit nicht sehen und so etwas Idiotisches sagen, wie dass man sich mit seinem Schicksal abfinden soll, den anderen nicht neidig sein soll und durch harte Arbeit werde man auch schon so werden wie die da oben. So ein Schwachsinn!

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Steck den Finger in die Kaffee-Mühle

Sie kennen das: Leute, die nicht auf einen hören. Gut, ich bilde mir vielleicht auch nur ein, zumindest im Haushalt der Leitwolf zu sein, wenn ich schon nirgendwo anders den großen Macker spielen kann. Aber hören die auf mich? Nein. Während die Kaffeemaschine den Schimmel-Kotzkaffee seines Vertrauens mahlen tut, und zwar immer nur während des Mahlvorgangs, öffnet er den Sicherheitsdeckel und tut da mit dem Finger herumrühren- angeblich, damit sich das besser verteilt. Ich sage: „Finger raus da! Das ist eine Mühle, was glaubst du, was die mit deinem Finger macht? Das gleiche wie mit den Bohnen!“ „Da kann nichts passieren“, sagt er. Ich frage mich, warum bei einem laufenden Mahlgerät, wo man den Finger hereinsteckt, nichts passieren kann? Aber Männer sind im Allgemeinen Hasardeure. Zum Beispiel sage ich: „Tank den guten Treibstoff und nicht den billigen, sonst haben wir in der Kälte Startprobleme.“ Hört jemand auf mich? Nein. Tut der Wagen anspringen? Nein. Ich sage auch: „Wir sind auf Reserve, wir müssen tanken.“ „Geh, das geht noch.“ Es wird bis zum Letzten ausgereizt und dann ist natürlich keine Tankstelle in der Nähe. Das gleiche Spiel wiederholt sich mit Ladenschlusszeiten, wo eine halbe Stunde vor Ladenschluss gesagt wird: „Geh, da ist noch ewig Zeit“, als ob ich mich dahin teleportieren könnte! Ewig Zeit ist immer und überall- egal, um welchen Termin es sich handelt. Frauen sind da wohl etwas vorausschauender. Gut, ich bin es vielleicht zu viel, aber wer sein halbes Leben mit sich verspätenden oder ausfallenden Zügen der Deutschen Bahn verbracht hat, um dann durch den Flughafen-Check ins sich schließende Gate zu rasen, ist halt etwas vorsichtig. Manchmal denke ich, dass Männer, und zwar sehr erwachsene Männer, aus der infantilen Risikobereitschaft und dem Mangel an Verantwortung, der den meisten Bambini eigen ist, niemals herauswachsen. Eines ist klar: Wer seine Finger da reinsteckt, wo sie nicht hingehören, wird irgendwann ganz arg „Aua!“ schreien- und wer wird daran schuld sein? Natürlich ich!

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„Verfressene Weiber“

Lieber Suchmaschinen-Sucher, warum sind Sie so verzweifelt auf der Jagd nach „verfressenen Weibern“? Glauben Sie allen Ernstes, Sie Proleten-Chauvinist, dass es keine „verfressenen Männer“ gibt? Und überhaupt- haben Sie gewusst, dass die Dünnen oft verfressener sind als die Dicken? Dass bei denen nur der Grundumsatz anders funktioniert? Ist halt schlimm, wenn man genetisch so gepolt ist und sich dauernd an irgendwelche Diäten halten muss und sich in der Öffentlichkeit nicht traut, etwas zu essen, während die Dünnen alles in sich hineinstopfen und hineinwürgen und niemals als verfressen bezeichnet werden würden! Die Gesellschaft wird wohl noch ein paar Jahrhunderte brauchen, bis Geschlechter-Stereotype aus der Welt geschafft werden. Ja, gestern zeigt mir mein Mitbewohner ein Foto auf facebook von einer freizügig angezogenen Dicken und fragt mich nach meinem Kommentar dazu, obwohl er ganz genau weiß, was ich über die Erniedrigung von körperlich nicht einem faschistischen Ideal entsprechenden Menschen halte. Soll ich etwa über die lachen, weil die noch dicker ist als ich? Ja, aber dann soll die sich nicht so anziehen und sich zur Schau stellen, sagt er. Warum, frage ich? Das ist der gleiche Ansatz, der in allen unseren Medien propagiert wird- dass anders Aussehende einfach in die Sparte Irre und Mißgebildete gesetzt werden und natürlich nur in Rollen von Aussätzigen auftreten dürfen- genauso wie die „verfressenen Weiber“, die irgendwelchen Komplexlern und Komplexlerinnen eine Genugtuung verschaffen. Wir verfressenen Weiber trauen uns eh nicht aus dem Haus und in ein normales gesellschaftliches Leben, denn das Einzige, was die, die sich für so unwiderstehlich halten, tun, ist, über uns zu lästern und herzuziehen. Paßt nur auf, denn irgendwann schlagen wir zurück und fressen euch alles vom offenen Buffet weg! Und ich freue mich schon auf Kommentare von den Chauvis, die Videos von dreihundert-Kilo-Frauen zeigen, die Hamburger und Pizzas futtern, denn alles, was eure Vorurteile bestätigt, ist legitim!

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Freunde, Profil-Nutten, Hochstapler

Es gibt immer mehr schöne und hochtalentierte Frauen auf der Welt und sie alle wollen deine Freunde auf facebook sein. Was meine Mitbewohner da oft für Anfragen bekommen, also da fragt man sich- wo waren diese ganzen bildschönen und angeblich auch noch unglaublich erfolgreichen Frauen vor facebook? Ja, ich schwöre, wenn Männer früher so herumgelaufen sind, hat sie selten eine bildhübsche Frau angesprochen, außer am Strich- heute jeden Tag Dutzende! Wo kommen die alle her und steckt hinter den It-Girls irgendetwas Greifbares? Jedenfalls glaube ich, dass man ziemlich enttäuscht ist, wenn man diese Frauenzimmer dann in natura trifft- denn so, wie die sich geben, sind sie wohl eher selten. Aber die Medien-Doofheit scheint bei beiden Geschlechtern gleich stark ausgeprägt zu sein- was da nicht Frauen auf unglaublich gutaussehende und erfolgreiche Männer hereinfallen und Männer auf Barbiepuppen mit ganz eindeutigen Intentionen! Ich habe mir gedacht- mangels anderen vernünftigen Jobangeboten- werde ich mir auch so ein Hochstapler-Profil auf facebook zulegen. Ich werde nicht überall schummeln, nur die Fettschwabbeln und das Doppelkinn wegretuschieren und die Falten auf der Stirn. Und ein paar Studienabschlüsse auf bedeutenden Hochschulen wie Oxford und Cambridge sowie ein paar Musikkonservatorien werde ich mir dazudichten, damit das ein bißchen mehr Substanz hat. Wenn ich mir dann auch noch einen Adelstitel anfüge, werden Freunde bei mir Schlange stehen. Und sicher werde ich dann eine Arbeit bekommen, die meinen angeblichen Fähigkeiten angemessen ist!

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Wechselgeld

Meine Handtasche ist voll davon: rote und gelbe Münzen. Die haben sogar alle zusammengenommen keinen Wert, für den man sich etwas kaufen könnte, aber ich schleppe sie mit mir herum und ruiniere mir dabei das Kreuz. Jetzt soll mir Mal einer sagen, wozu man Cents braucht? Eigentlich tut man es nicht, denn die Zeiten, wo man sich etwas für Cents kaufen konnte, sind vorbei. Die sind nur für den Neunundneunziger-Club da: Handelsketten, die etwas für so und so neunundneunzig anbieten und uns über den tatsächlichen Preis von etwas täuschen. Haben Sie einmal im Supermarkt geschaut, was es für einen runden Euro-Betrag gibt? Gehen Sie durch die Theken: Die Wurst, der Käse: Alles mit einem neuner-Centbetrag hintendran: Zwei Euro neunundvierzig, ein Euro neununddreißig- kann das nicht ein, zwei oder drei Euro kosten?

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Liebe vergeht doch

Viele sagen, alte Liebe roste nicht. Ich weiß ja nicht. Wenn ich mir das immer wieder so anschaue, wie Männer ihre Frauen in den Wechseljahren verlassen, um dann nach Asien oder in die Karibik zu gehen und es sich vorne und hinten gut gehen zu lassen, indem Menschen, denen nichts anderes übrig bleibt, schamlos ausgebeutet werden- ob Frauen, Männer oder Kinder- dann denke ich, dass alte Liebe doch rostet. Und auch andersrum hat die Liebe eine Halbwertszeit, wenn die Frau, die du liebst, eine ewige Hure ist, die mit jedem neuen ihrer Opfer ein paar Liebesspielchen spielt, um das von ihnen zu bekommen, was sie will, und sie dann abzuservieren, wenn sie weiß, dass sie bekommt, was geplant war. Vielleicht habe ich auch nur mit viel zu vielen solchen Leuten zusammenleben müssen, um an so etwas wie wahre ewige Liebe nicht zu glauben? Im Grunde wäre es ja auch nicht notwendig- ist ja eh nur hormoneller Wahn. Jenseits dieser Schwankungen muss man sich dann überlegen, ob eine arrangierte Partnerschaft am Ende nicht das Ideal von Liebe ist, das wir uns schönmalen: Zwei Menschen, die zusammenleben, weil sie es können und wollen und nicht, weil sie kurz einmal „geil“ aufeinander waren?

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