Alle sind so gut zu uns!

Ich werde in letzter Zeit von allen möglichen Firmen beschenkt. Zum Beispiel würde ich so gut wie überall- natürlich unter Erfüllung gewisser Voraussetzungen, dem Ignorieren des Kleingedruckten und dem Abschließen eines Knebelvertrages- eine kostenlose Kreditkarte bekommen. Komisch ist das schon, denn ich habe auf eine Kreditkarte bei meiner Bank (die anderen Banken sind bestimmt alle viel ehrlicher und knöpfen ihren Kunden weniger Kohle ab) verzichtet, weil sie so teuer war und mit Unkosten verbunden, die ich nicht bereit war, zu tragen. Aber schau- ob der Autoclub oder irgend ein anderer Verein- sie bieten mir eine Kreditkarte gratis! Aha- da sehe ich es schon: Für das erste Jahr gratis. Und was kostet sie danach? Steht nicht. Und auch nicht, was ich so an Mitgliedsbeiträgen draufzahlen muss. Gibt es denn irgendwo tatsächlich etwas geschenkt? Warum sollten die das tun? Lottoland.com schenkt mir 5 Euro zum Zocken und das auch noch bei den größten Jackpots! Allerdings nur, wenn ich mich registriere und sehr viel mehr verspiele. Der „Weinfürst“ schenkt mir einen Einkaufsgutschein von 30 Euro- und bei prozenthaltigen Getränken bin ich nicht abgeneigt. Ich muss aber erst einmal für mindestens 60 Euro dort einkaufen- man kann also davon ausgehen, dass die Weine das Doppelte von dem kosten, was sie kosten würden, wenn es keinen 30 Euro-Gutschein gäbe. Bei Lottoland spare ich jetzt beim Spielen gar 75 Prozent- ist das zu glauben? Da mache ich doch gleich mit- schließlich haben wir jetzt in der von doofen Politikern verursachten Wirtschaftskrise nix zu verlieren. Überall gibt es etwas gratis, überall ist alles reduziert- ja, bald wird man gar kein Geld mehr brauchen zum Einkaufen, denn wir werden von den Unternehmen und Händlern so reich beschenkt! Mein Mitbewohner ist letztens mit einer viel zu kleinen Packung Margarine vom Einkaufen zurückgekommen und warum hat er die genommen? Weil die im Preis reduziert war. Aber sie ist trotzdem teurer wie die große Packung, nur denken wir beim Shoppen über so etwas nicht nach. Die drei Packungen Käse sind auch „im Angebot“ gewesen- drin ist in denen so viel, wie in der einen Großpackung, die natürlich auch günstiger ist. Wir zahlen ja auch für das Mehr an Verpackung drauf, aber es ist uns egal, solange es angeblich etwas „gratis“ oder „extra“ gibt. Ich werde mir mal gleich beim Weinfürsten meinen Gutschein-Wein bestellen, denn ich habe nichts zu verschenken!

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Sie wusste es

Mein Mitbewohner sagt, ich sei rechthaberisch und das sei eine sehr unschöne Eigenschaft von mir. Ich sage daraufhin: Erstens bin ich eher bescheiden und würde mir nicht anmaßen, andere zu übertönen, nur, weil ich es mir einbilde und zweitens hat ein jeder mehr oder weniger von dieser Eigenschaft. Wir wollen doch alle gern Recht haben und Recht behalten. Ich habe aber in diesem Falle wieder einmal Recht behalten. Er hatte schon wieder, wie so oft, etwas zu Essen in der Hand und balancierte es ohne Unterlage über die Küche. Dabei ließ er eine Sauce-Spur über den ganzen Fußboden und die war auch noch sehr ergiebig, so, dass man sie gut verteilen konnte, wenn man hereintrat. Ich sagte also, mit dem Wischer in der Hand: „Ich wusste es!“ Er sagte ironisch: „Sie wusste es!“ Natürlich ärgert es ihn, wenn ich ständig sage, dass gewisse Sachen gewisse unangenehme Konsequenzen haben, aber warum sollte ich da nicht meine Lebenserfahrung und den gesunden Menschenverstand zur Geltung kommen lassen? Er setzt dagegen eher auf das Motto „Wird schon klappen“, was natürlich so gut wie nie der Fall ist- wie zum Beispiel, wenn man an einer riesigen Verkehrskreuzung, an der ständig Autos in irgend eine Richtung fahren, darauf verzichtet, die paar Schritte zur Ampel zu gehen und sein Leben riskiert und nicht nur sich gefährdet, indem man einfach über mehrere vielbefahrene Fahrspuren läuft. Bin ich rechthaberisch? Pedantisch? Oder nerdig? Und ich weiß zwar nicht, wann genau man Corona bekommt, aber ich weiß genau, dass man krank wird, wenn man sich nicht genügend gegen Infektionen schützt. Ob mit Bekleidung, Ernährung, körperlicher oder geistiger Betätigung oder ganz einfach Hygiene. Manche Dinge kann man ja voraussehen, weil man weiß, welche Tätigkeiten oder Umstände welche Konsequenzen haben. Deswegen kann ich von mir sagen „Ich wusste es!“ Ich bin kein Hellseher, aber auch keiner, der darauf spekuliert, dass etwas schon schiefgehen wird- wie mit einem fast leeren Tank nach der noch günstigeren Tankstelle zu suchen oder bei einem vorausgesagten Gewitter die Wäsche zum Trocknen herauszuhängen- habe übrigens ich getan, weil ich mir sicher war, es würde nicht mehr regnen- und jetzt trockne ich das damals eigentlich schon trockene und jetzt klitschnasse Zeug im Badezimmer von Neuem. Diesmal wusste er es- er fragte, ob er nicht die Wäsche hereinbringen soll. Ich sagte- „Nein, heute wird es nicht mehr regnen“. Ach, wie habe ich mich getäuscht. Aber oft passiert mir das nicht. Sonst bin ich eigentlich die Vorsichtige. Nur, was nützt es einem, so zu sein, wenn es nicht gedankt wird? Die armen Unbelehrbaren!

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Vom Sterben und Erben

Wenn ein Mensch stirbt, macht sich die Verwandtschaft postwendend daran, das, was „da“ ist, an sich zu reißen. Ja, bei Erbschaften hört die Freundschaft auf. Da merkt man dann, was für miese Kreaturen die Leute sind, wenn sie ihr wahres, gieriges Gesicht zeigen. Die x-te Frau des nunmehr verblichenen Vaters, die sich bei unserem eher unfreiwilligen Kennenlernen- sie konnte ihn nicht für eine Sekunde in Ruhe lassen- so bei mir eingeschleimt hat, war auf einmal nicht mehr sehr freundlich, als sie prompt von mir forderte, auf alles zu verzichten, nachdem mir diese Koch-Schlampe (mehr war sie nicht und auch diese Kunst beherrschte sie eher nicht) erst Wochen später von dem Todesfall schrieb, um vorher das, was ging, auf die Seite zu schaffen. Jetzt kommen also seine Bücher und Memoiren auf den Müll, denn ich konnte und wollte mir kein Gerichtsverfahren darum leisten- von denen hatte ich dank einer miesen und gierigen Verwandtschaft schon genug. Während der Tote auf einmal allen so lieb ist, benehmen sich die Nachkommen wie wilde Tiere oder sie machen es auf die durchtriebene und hinterhältige Art. Ich frage mich schon, ob die vielen Verwandten, die sich auf einmal so „kümmern“, wirklich nur daran denken, zu helfen oder ob es ihnen eher um das geht, was sie kriegen. Sterben ist nicht schön und erben ist nicht einfach. Da muss man sich schon Mühe geben, seinen Egoismus hinter helfenden Gesten zu verbergen. Die Todeskandidaten werden hofiert wie selten oder nie zuvor. Wer den Verbleichenden am meisten „lieb“ hat, erwartet sich wohl auch am meisten. Wenn man Ehefrau eines „etwas“ älteren ist, empfiehlt es sich, zur Zeit, wo er noch kann, ein Bangert zu zeugen, damit der Anspruch auch wirklich garantiert ist. Er könnte es sich immernoch anders überlegen und andere Verwandte warten ja auch. Auf Geld, auf Ansprüche, auf Besitz- was halt da ist. Ob das tatsächlich nur die ehrliche, hintergedankenfreie Liebe war, die die letzte Alte meines Erzeugers dazu trieb, mit einem schwer kranken Sechzigjährigen ein Kind zu zeugen? Jedenfalls hat sich dieses Biest also alles gesichert, was zu sichern war und ob das nicht nur theatralische Krokodilstränen bei ihrer angeblichen Trauer waren? Sie hatte ja schon längst eine neue Flamme- wie praktisch, dass es das eigene Stiefkind war- und sehr viel verband sie mit dem nunmehr Toten nicht wirklich. Naja- immerhin konnte sie, zumindest ihrer eigenen Einbildung nach- kochen und wahrscheinlich war sie auch dienstbar im Bett, denn wie sonst wäre das Bangert zustande gekommen? Nein, ich bin nicht eifersüchtig und habe keine Freudschen Unterbewußtseins-Probleme. Aber musste es denn unbedingt diese primitive Provinzlerin sein, die nach ein paar Dorfschulklassen überhaupt nicht weiß, was die Bücher und Memoiren für mich bedeuten? Sie hat nicht einmal gefragt, ob ich die Fotos, auf denen auch ich drauf bin, haben will- nein- sie besaß die Frechheit, gleich eine Verzichtserklärung von mir zu verlangen! Das war wie gesagt dieselbe Alte, die vorher bei meinem Besuch so viel Süßholz geraspelt hat und mir in den Hintern gekrochen ist, so, dass sie fast nicht mehr herauskam. Der Tod ändert eben alles- da werden nette Menschen zu Kakerlaken und nicht etwa Nächstenliebe und christliche Werte, sondern charakterliche Abgründigkeiten und das Degenerative an den Erben kommen zur Geltung. Will mir vielleicht jemand sagen, ich sei gierig oder egoistisch, weil ich ein paar Bücher und Dokumente, die diesen Dorftrotteln eh nur als Heizmaterial dienen, haben wollte?

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Groschenzähler vs Münzzähler

Wenn mich etwas nervt, dann ist es rotes Geld. Ich hasse die roten Cent-Münzen. Du schleppst in deiner Geldbörse, die aus irgendeinem Grund im 21. Jahrhundert immer noch eine Börse und nicht eine Brieftasche sein muss, damit die vielen Münzen hereinpassen, kiloweise Cents herum, die den Bandscheibenvorfall, den man sich am Ende davon holt, nicht wieder „aufwiegen“. Und wenn du dann an der Kasse stehst und endlich einmal etwas davon ausgeben willst, weil ja nirgendwo irgendwas einen geraden Betrag kostet, dann kramst du und kramst, und findest natürlich nicht den erforderlichen exakten Cent-Betrag, fängst an, nervös zu schwitzen, weil hinter dir lauter verärgerte Kunden in der Schlange warten und zahlst am Ende wieder mit dem Schein, damit dir wieder einmal gelbe und vor allem rote Münzen herausgegeben werden. Nun werfe ich dieses unnötige Pfenniggeld in einen Sack und warte, bis der platzt, denn eines ist klar: Zur Bank bringen ist die Mühe nicht wert, obwohl mir das eine Bekannte nahegelegt hat, die gemeint hat, das zahle sich wirklich aus. Aber wenn ich sonst rein gar nix in der Bank zu erledigen habe, weil ja heute alles online geht, die Bank elend weit weg ist und da immer eine endlose Schlange vor jedem Automaten und Schalter in der einzigen Bank mit Filiale im Dorf ist? Und dann was- fünf Euro zusammengerechnet? Ja, das ist es mir nicht wert- Corona-Abstand, warten, bis die Hose platzt, unter Umständen bis zu einer Stunde Aufwand, um dann vielleicht auch noch zu erfahren, dass ich mit dem blöden Automaten gar nicht umgehen kann und mich wieder in die Schalter-Schlange stellen müsste, um das erklärt zu bekommen?! Mein Mitbewohner ist da konsequenter. Der sammelt seine Münzen und nimmt jedes Mal eine Handvoll davon zum Einkaufen mit. Er lässt sich Zeit und zahlt dann genau den Centbetrag, der verlangt wird- auch, wenn das neunundneunzig Cent sind. Er meint- er hat es von den Supermärkten bekommen, also gibt er es denen auch zurück. Im Moment allerdings sammelt er eher, denn Scheine werden zwar angenommen und Restgeld herausgegeben, aber aufgrund der Corona-Regeln ist man angehalten, mit der Karte zu bezahlen. Was tun wir jetzt mit unseren ganzen Münzen? Bei jedem McDonalds in die Spendenbüchse werfen? In der Kirche frecherweise die Dose mit Cents vollmachen? Im Garten vergraben? Sparen und dann mit der Schubkarre zur Bank bringen?

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Gedanken einer ganz normalen Frau

Letztens habe ich ein Kreuzworträtsel in einer Frauenzeitschrift komplett gelöst und bin noch immer ganz stolz drauf. Natürlich habe ich geschummelt und das Meiste auf diversen Internet-Seiten, die auf so etwas spezialisiert sind, nachgeschaut. Es gibt so viele dieser Seiten, dass es wohl eine rege Nachfrage zu geben scheint. Nicht nur ich bin blöd oder faul oder beides- alle sind so, nur keiner gibt es zu. Mit solchen Eigenschaften habe ich bei der Jobsuche eher schlechte Chancen. Ungebildete (Kreuzworträtsel-) Betrügerin such Arbeit auf egal welcher Basis. Aber vielleicht schaut meine Zukunft gar nicht so deprimierend aus. Das zumindest würde sicher das in der Zeitschrift beworbene kartenlegende „Zukunfts-Orakel“ weissagen. Ja, wenn ich mich anstrenge, wird schon alles klappen. Auch die Gewichtsabnahme sollte mit der neuen Kalorienrechner-App kein Problem mehr sein. Man muss es nur wollen, würden die sogenannten Experten der Beratungs-, Astrologen-, und Hellseher-Hotline verlautbaren lassen. Gerade lese ich, dass man sich auch ganz ohne Diät schlankschummeln kann- mit farbigen Klamotten (das Modell hat leider Größe 32 und ich bin sicher, auf Größe XXXXL würden diese Sachen etwas anders aussehen), hüftschmeichelnden Schuhen (besonders die fettigen Doppelhüften sollten betont und umschmeichelt werden), figurformender Bademode (die wiederum von einem Size-Zero-Model beworben wird, das, genauso wie die verlogene Tussi, die diesen Beitrag geschrieben hat, keine Ahnung von einer korpulenten Figur hat) und dem Saufen von Tees und Säften, wobei Erstere eh aufgedunsene Leute noch mehr aufblähen, während Letztere wahre Kalorienbomben sind. Eine Bekannte sagte zwar Letztens, ich solle mich nicht genieren und zeigen, was ich habe, aber was weiß die schon, wenn sie kein Figurproblem hat?! Essen ist halt für manche Leute eine echte Qual, aber mit den Schlank-Saucen aus der Zeitschrift werde ich sicher zu einem ganz anderen und viel dünneren Menschen mutieren. Saucen sind zwar bekannterweise der Hauptgrund für maßlose Gefräßigkeit, aber wenn ich wirklich nur die vier Löffel des Nudelgerichts mit einer der Saucen esse und alles natürlich mit den besonders „gesunden“ entrahmten Milchprodukten, dann klappt es auch mit dem Schlanksein. Dazu muss ich zum Frühstück nicht etwa gebutterte Käse-Wurst-Brote auf halbwegs normalem Mischbrot verspeisen, sondern widerliches zahnabschleifendes Vollkornbrot mit widerlichem Naturjoghurt, irgendwas, das Dickmilch heißt und Schnittlauch oder Honig. Alternativ Vollkornbrot (was sonst, ist ja soooo gesund!) mit Halbfettbutter und Kochschinken und ja keinen Käse oder etwas, das schmeckt dazu! Nein, ich glaube, da „tappe“ ich lieber wieder in die Fett-Falle und vermiese mir weiter meine wahrscheinlich nicht besonders zeitlich ausgedehnte und kaum glorreiche Zukunft. Ich bin halt disziplinlos und bräuchte dringend jemanden, der mich ein bißchen leitet und geistig channelt. Aber es muss nicht der vom Steuerzahler bezahlte Seelsorger sein- es reicht auch ein Astrologe, der mir so etwas sagt wie: „Es kann so sein, aber es muss nicht so sein- je nachdem, ob dies oder doch jenes passiert und ob Sie Ihre Chance ergreifen.“ Mein persönliches Horoskop gibt es im App Store schon zu sehr anständigen Preisen und schließlich wissen solche Versager wie ich ganz genau, wohin sie ihr letztes Geld verschleudern wollen, wenn sie es nicht gerade schnorrenden Freunden und Bekannten leihen beziehungsweise schenken. Ob man übergewichtig, arbeitslos, unglücklich oder alles zusammen ist- das Orakel schafft für ein paar Euro Abhilfe. Man sollte aber regelmäßig anrufen. Nur Todkranken können diese Weissager nicht wirklich etwas Aufbauendes sagen. Ich verlasse mich jedenfalls weiter auf meinen ungesunden Menschenverstand, esse fette Fertigsaucen, ganz fetten Käse, die fetteste Butter, die es gibt und auf gar keinen Fall auch nur einen Bissen Gemüse!

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Das Virus der Angst

Zuerst war es zu Anfang des neuen Millenniums SARS, „unserem“ heutigen COVID19 nicht unähnlich, dann gab es Tsunamis, Vulkanausbrüche und andere kleinere und größere Katastrophen, dann kam, um ein bißchen Abwechslung zu schaffen, EHEC, das uns in schiere Panik ausbrechen ließ, und schließlich, in einem ziemlich zuverlässigen Zeit-Rhythmus, haben wir Corona- das bisweilen schlimmer als der Gedanke an den Dritten Weltkrieg oder einen erneuten Ausbruch der Pest erscheint, denn es legt die ganze Welt lahm, ohne, dass sie darum gebeten hätte. Was diese ganzen Pandemien und Epidemien gemeinsam haben, ist eine sukzessive Steigerung der individuellen und kollektiven Angst durch die immer extremer agierenden Massenmedien, die nicht etwa relativierte Vergleiche aufstellen und aufzeigen, wie die Lage im Verhältnis zu anderen Situationen etwa einzustufen ist, sondern eine Massenhysterie erzeugen und zwar nicht nur beim Otto Normalbürger, sondern auch in der Politik, die bis heute nicht weiß, ob individuelle oder doch gemeinsame Strategien die vernünftigste Lösung bzw. Abhilfe in der prekären Lage wären. Während diverser Krisen scheinen viele von uns erst zu lernen, was es bedeutet, Hygiene zu wahren und Vorsicht zu bewahren. Ist Händewaschen und das penible Reinigen der Küche etwa nur dann notwendig, wenn EHEC in der Luft ist? Und sollten Leute, die Krankheitssymptome irgend einer übertragbaren Seuche zeigen, nicht nur während Pandemien, sondern immer andere Leute nicht anniesen, anschleimen und ihre dreckigen Händeabdrücke überall hinterlassen? Wäre es nicht wunderbar, wenn, parallel zur Pandemie, endlich ein staatenübergreifender Hygieneunterricht nicht nur an Schulen, sondern auch für Erwachsene, Pflicht werden würde, damit die vielen Drecksäue unter uns endlich lernen, was verantwortungsvolles Sozialverhalten ist? Muss erst ein Teil der Weltbevölkerung krepieren und wir alle in dämlichen Masken herumlaufen (mein Mitbewohner „desinfiziert“ sie im Backofen, so, dass sie dann immer nach Essen stinken), damit klar wird, dass Vorsicht vor Krankheiten immer geboten ist und man sich entsprechend verhalten soll?

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Aufgelegt?

Sie kennen das: Man spricht mit jemandem am Smartphone und als das Gespräch zu Ende ist, glaubt man, aufgelegt zu haben, was aber bei diesen verdammten Touch-Screen-Geräten oft nicht der Fall ist. Da rutscht einem schon Mal die eine oder andere Kritik über diejenige Person aus, mit der man gerade noch gesprochen hat. Entweder, man flucht über die Nervensäge, die dauernd anruft, oder man lästert gleich, wenn möglich mit einem Zweiten, über den Gesprächspartner los. Es kommen dann Wahrheiten heraus, von denen man wirklich nicht möchte, dass sie das tun. Schließlich will man keinen Konflikt verursachen mit jemandem, den man ja doch noch in Zukunft „braucht“. Ich kenne Leute, die wirklich besser darauf achten sollten, den Smartphone-Hörer aufzulegen, denn was die alles über ihre „Kontakte“ zu erzählen haben, ist mehr als problematisch und beleidigend. Wenn man sich das so recht überlegt, haben wir doch über so ziemlich alle Leute, die wir kennen und mit denen wir ab und zu (oder öfter) telefonieren, eher Schlechtes als Gutes zu sagen. So etwas wie wahre Freunde und gute Bekannte, über die man nie etwas Negatives sagen würde, gibt es nicht. Aber wir müssen halt so tun, als hätten wir den bösen Tratsch über uns nicht gehört, denn wie sonst wollen wir Menschen zusammenleben?

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Was macht mich stark?

Nicht nur in letzter Zeit fehlt es mir irgendwie an Energie. Ob das an der fleischlosen Kost liegt? Das zumindest behaupten viele Bekannte, die glauben, ich sei so etwas wie ein Veggie-Faschist, der anderen das Fleischessen verbieten will. Nichts dergleichen und ich verzichte auch nicht wegen der Figur, sonst hätte ich eine, sondern, weil ich die Methoden der Haltung und Tötung von Tieren, wie sie jetzt angewendet werden, nicht für mich akzeptieren will. Was aber tun, wenn einem die Power fehlt und man kaum noch die Kraft findet, Alltägliches fertigzubringen? Sollte ich mir vielleicht ein sogenanntes Power-Armband kaufen? Viele Leute schwören auf so esoterischen Krimskrams- ob es nun Ketten, Bänder oder Kreuze sind. Gott oder auch nur ein schnödes Armband aus Plastik geben uns Kraft. Zumindest, wenn wir daran glauben. Mir fehlt aber dieses Glaubens-Gen- ich glaube weder an Reliquien, noch an Geister (mag aber immernoch Teenie-Vampirgeschichten, um mich ein bißchen von der Banalität des Alltags abzulenken) noch daran, dass irgend ein Stück Holz, Plastik, Stoff oder Metall mein Leben auf eine positive Weise verändert. Dann vielleicht doch die von der Apotheken-Zeitschrift empfohlenen Eisen-Tabletten? Aber mir fehlt ja in dieser Hinsicht eigentlich nichts. Verdammt. Sollte ich zu Versuchszwecken einmal zur „Hour of Power“ in eine Sekte oder Kirche gehen, um mir Kraft von den anderen Gläubigen zu schnorren? Ich spende denen Kohle, dafür gibt es Power. Und wenn ich mich am nächsten Tag trotzdem schlaff und ermattet fühle, kann ich ja ein Beschwerdeformular ausfüllen und meine Spende zurückverlangen.

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Social distancing- warum nicht?

Ich habe ja schon immer gern Abstand zu meinen sogenannten Mitmenschen gehalten. Die meisten von ihnen halten nichts von Erziehung oder Verhaltensregeln und machen mir den Aufenthalt unter ihnen unerträglich. Hygiene ist für viele unserer Human fellows ein Fremdwort- es reicht ja schon, zu sehen, was Weiber auf öffentlichen Toiletten anrichten (ich gehe deswegen lieber auf Männerklos) oder wie sich gewisse Leute beim „Fressen“ in Restaurants verhalten. Wer Nähe zu solchen Drecksäuen sucht, ist ja fast schon selbst schuld, wenn er an irgendwas erkrankt. Ich finde es übrigens auch super, dass zumindest für einige Zeit die Regel galt, einen gewissen Abstand zu anderen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu halten. Wer einmal in Heidelberg in einem immer vollgestopften Bus vom Hauptbahnhof zur Universität fahren musste, wird „social distancing“ sehr begrüßen. Aber auch an anderen Orten ist ein gewisser Abstand nicht so übel. Ich weiß zum Beispiel nicht, was Urlauber so geil daran finden, wie Ölsardinen in Hotels, an Frühstücksbuffets und Stränden zusammengequetscht zu werden, um dann denen, die daheim geblieben sind, erzählen zu können, wie toll alles war? Natürlich könnte in der heutigen Zeit diverser Proteste Abstandhalten als ein politisch sozialer Affront gesehen werden. Man muss also irgendwie einen Ausgleich finden zwischen politischer Korrektheit und dem Wunsch, gewissen Leuten bzw. Leuten überhaupt nicht nahe zu kommen.

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Schizophrenia: Wenn der Vater jenseits von Gut und Böse ist

Normalerweise sollten wir unseren Vater ehren- genauso wie unsere Mutter. Das sagt uns zumindest unsere Religion bzw. Zivilisation. Wir alle haben auch das Bedürfnis nach einer Respektsperson und oft ist es eben der männliche Vertreter, also der Vater. Ich habe ihn verehrt wie einen Heiligen oder Gott- auch wenn er mich regelmäßig in den Bauch geboxt hat, wovon ich bis heute Leiden davontrage. Später erfuhr ich, dass ich nur so etwas wie ein psychologischer Fußabtreter war und er an mir die Wut darüber ausließ, dass meine Mutter auf einen anderen Typen stand und ihn auch ohne Unterlaß anbaggerte, ohne sich die Mühe zu machen, das zu verbergen, obwohl er nicht nur verheiratet war, sondern auch keinerlei Interesse an ihr hatte. Mutter Schlampe, Vater Schläger bzw. Kinderschänder- muss man da Vater und Mutter ehren? Ich verehre ihn noch heute- schließlich war er intellektuell, Politiker, gesellschaftlich anerkannt und ein Vorbild. Aber sollte er das sein?  Ich habe ihn nicht besonders dafür geliebt, dass er mit zwei anderen Weibern Kinder gezeugt hat und für ihn Familie scheinbar austauschbar und beliebig war. Ein Vater ist nicht immer das Wahre. Er kann psychisch und physisch gewalttätig sein und die Kinder nur als eine Art Mittel zum Zweck betrachten. Väter sind oft Versager, Verräter und miese Hunde- wirklich nichts, das man an einem Vatertag ehren sollte. Die Frage ist da nur, warum sich eine potentielle Mutter mit so einem Typen einlässt?

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