Die Hochwohlgeborenen

Ach wie wir, die nicht so sehr vom Schicksal Verwöhnten, es lieben, wenn uns die in Watte Geborenen Anweisungen geben, wie wir unser Leben zu leben haben. Es sind immer die Wattebausch-Riesenbabys, die uns die Märchen erzählen, wie sie sich alleine alles erkämpft haben und allein durch eigene Bestleistungen dies oder jenes erreicht haben. Es ist auch nicht einfach, den eingebildeten Nesthäkchen zu erklären, dass ihre Situation mit der von Benachteiligten nicht vergleichbar ist, denn wer eingebildet ist, bildet sich etwas ein. Wie ich es liebe, wenn die schlank und rank mit guten Genen ausgestatteten Bekannten mir erzählen, was ich alles machen soll, um so wie sie auszusehen und mir dauernd wertvolle Tipps geben, um die ich sie nicht gebeten habe. Überhaupt sind unter den Eingebildeten sehr viele Psychologen und Ratgeber- beide eine Spezies, die nicht gebraucht wird, sich aber wie Genitalpilz verbreitet. Und was für Ratschläge sie in beruflicher Hinsicht haben! Und was für Ratschläge, was man an seinem Aussehen ändern soll! Und wie man mit Menschen umgehen soll! Nur weil sie das Privileg hatten, in den richtigen vier Wänden umgeben von dem richtigen sozialen Umfeld auf die Welt zu kommen und dazu noch genetisch so eine Art Arier nach Hitlers Vorbild zu sein, bilden sie sich ein, dass sie das angeborene Anrecht haben, sich für etwas zu halten, das besser ist und daher das natürliche Recht hat, auf anderen herumzuhacken! Man traut sich gar nicht, sich als Benachteiligter über etwas zu beschweren, denn die Hochwohlgeborenen nehmen alles zum Anlass, daraus einen Brei aus Hass zu formen. Doch man sollte geduldig sein, denn die nächste Pleite, der nächste Jobverlust, das nächste Downgrading, der nächste Schlaganfall, Krebs oder auch nur Filzläuse kommen auch bei den Hochwohlgeborenen.

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Die Sous-vide-Folienschweißer

Vor einiger Zeit kam die Mode auf, in Kochsendungen des so vielgelobten öffentlichen Schundfunks das Foliengaren samt Folienschweißgeräten zu bewerben. Es hieß, dass es nichts Besseres für das Kochen gäbe, als Essen in chemisch erzeugtes Plastik zu tun und es teilweise stunden- bis tagelang zu kochen. Ja, das ist ganz fein! Wie schaffen die das im öffentlichen Schundfunk, Sendungen über die Verschmutzung der Umwelt und die Vergiftung der Menschen durch Plastik und Sendungen über die Vorteile des Kochens in Plastik im gleichen Programm zu bringen, ohne dass den TV-Idioten auffällt, dass da etwas nicht stimmt? Spätestens da sollte doch auch den komplett geistig Unterbelichteten auffallen, dass der öffentliche Schundfunk nichts weiter als ein konspiratives Medium der Wirtschafts- und Staatspropaganda ist. Man fühlt sich wie in den Fünfzigern, wo Dinge erst erfunden wurden und die Menschen den Sinn und Mehrwert davon gar nicht hinterfragten. Scheinbar ist die Menschheit an einem bestimmten Punkt in ihrer geistigen Entwicklung stehengeblieben und lässt sich seit Erfindung der staatlich aufgezwungenen Glotze davon bedingungslos manipulieren, weil sie ja auch dafür bezahlen muss. Aber es kochen ja auch „Sterneköche“ damit, und genauso wie Diktatoren, der Rest der Politiker, die Wirtschaftsmafia und die Medien sind sie doch eine Autorität, deren Aussagen unwiderlegbar sind und niemals in Zweifel gezogen werden dürfen! Und wir essen und trinken ja auch schon Plastik, also warum nicht noch mehr die Umwelt zerstören mit dem Dreck und Essen in Plastikfolien kochen? Wie gut Plastik für die Menschen und die Umwelt ist, kann man sich zum Beispiel auf den brennenden Müll- und Scheißhaufen auf Indiens Straßen anschauen, wo das Plastik den Menschen die Luft zum Atmen „reinigt“. Auch die Plastikstrudel im Meer und das Wasser und die Erde voll von Plastik sind eine wahre Bereicherung für die denkende Art der Menschen! Wenn ich mir den Plastikmüll der Welt so anschaue, kriege ich gleich Appetit darauf, irgendwas in Plastik zu schweißen und zu kochen!

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Parmigiano Reggiano vs Grana Padano

Nach einem Einkauf räume ich Sachen in den Kühlschrank ein und entdecke zu meinem Entsetzen, dass mein Mitbewohner schon wieder vom Jamie-Oliver-Wunschdenken geleitet wurde und eine Packung Parmesan angeschleppt hat. Diese ganzen Kochsendungen machen aus normalen Menschen scheinbar völlig willenlose Zombies, die nicht nach ihren Notwendigkeiten einkaufen, sondern danach, was gerade „in“ ist. Unser Kühlschrank ist nicht selten gut bestückt mit vergammelten Stücken Grana Padano oder Parmesan, denn der italienische Hartkäse geistert ja nicht nur in der Werbung ständig herum, sondern wird auch von Fernsehköchen als Ersatzdroge zum „Verfeinern“ genommen. Da ziehen sie sich diesen Batzen trockenen Käse aus dem Ärmel und reiben diese stinkenden Schnipsel über irgendwas und stöhnen ständig „mhhh“ dazu- wer kann da schon widerstehen? Na ich! Nach einem einzigen Reiben hauen alle den Rest von diesem trockenen Hartkäse-Pelletfraß in den Kühlschrank, wo er dann steht- und zwar so lange, bis sich eine saftige Schimmelschicht auf ihm gebildet hat und der nächste Grana Padano oder Parmesan hermuß, um wieder ein paar Schnipsel herunterzureiben und ihn wegzuhauen! Dafür werden Kühe gequält, Unmengen Methan in die Luft geblasen und lauter Kacke im wörtlichen Sinn produziert, die dann unser Trinkwasser verseucht, damit ständig italienischer Hartkäse gekauft und weggeworfen wird! Und wenn ich meine klare Meinung dazu sage, dass ich nichts von ausgetrocknetem Käse halte, der keinerlei Bindefähigkeit mehr hat und warum ich diese Stinkepellets auf alles reiben soll, werde ich wie ein Banause angeschaut, der nichts von „feiner“ Küche versteht! Man müsste einmal schauen, wie viele Plastikverpackungen Parmesan und wie viele Batzen Grana Padano auf den Mülldeponien liegen, weil die Menschen die Medien als neue Religion ansehen und das, was dort gesagt wird, nicht anzweifeln, so als gäbe es in Italien keinen anderen Käse und als würde unser Käse schlechter sein, weil er nicht mit LKW aus Italien angekarrt wird und keinen melodischen Namen hat!

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Google wants you!

In letzter Zeit stelle ich fest- wenn ich auf der Suchmaschine Google bin, verlangen die von mir, ihren Nutzungsbedingungen zuzustimmen. Mit ein paar Klicks bin ich mit meinem Rechner sowie anderen Geräten, die ich nicht habe, aber deren Besitz der Webdienst von mir verlangt, und allen Inhalten drauf Google und anderen Webdiensten ausgeliefert- ich verschenke meine Persönlichkeitsrechte und andere wichtige Rechte an Google & Co. Sehr bedenklich! Als ich überlege, auf andere Suchmaschinen zu gehen, stelle ich fest, es gehört mittlerweile so ziemlich jede Suchmaschine zu Google oder Microsoft und verlangt nicht nur meine Zustimmung, meine Persönlichkeitsrechte an sie zu verschenken und ihnen das Recht zu geben, bedenkliche Dinge mit mir, meinen Daten und meinen Geräten anstellen zu können, sondern verbietet mir sogar den Zugang zu meinen eigenen E-Mails, wenn ich keine Handynummer angebe, mit der dann Web-Erpresser und andere mehr oder weniger legalisierte Verbrecher Schindluder treiben können. Privatsphäre und das Recht auf die eigenen Daten war gestern. E-Mail Server und Suchmaschinen haben durch erpresserische Methoden die uneingeschränkte Macht erlangt, Informationen an Geheimdienste oder Firmen zu Milliarden zu verkaufen. Ob ich das cool finde? Ob ich in Zukunft auf Suchmaschinen verzichten werde? Und was ist mit dem Webbrowser? Ich kann nicht mehr ins Internet, ohne meine Rechte an Unternehmen zu verschenken! Wozu zahle ich noch das verdammte Internet?!

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Der weiße Fluch

Jetzt haben wir dank eines liebevollen Orkans endlich auch unseren Neuschnee. Keine Ahnung, was die Leute alle mit dem Schnee haben. Dauernd hört man im Radio Glöckchengebimmel und sieht Leute in verträumten Hütten, die aus einem Holzfenster auf die weiße Pracht hinausschauen. Wenn der erste Schnee „endlich“ auch unsere kleine Welt verwüstet, ist leider nichts so friedlich wie in der TV-Werbung. In der auch sonst einander nicht wohl gesinnten Nachbarschaft fängt der Schneekrieg an. Bis heute hat niemand die Frage geklärt- wohin mit dem Schnee? Es ist ja sehr schön, dass ich für „meinen“ Teil des Gehweges die Räumpflicht habe, aber wohin soll ich diese Unmengen von Schnee schieben? Zum Nachbarn natürlich! Und der Nachbar macht genau das Gleiche und der nächste auch- sie schieben ihren Drecksschnee zu mir. Wer als erster geschoben hat ist der Gewinner in dem Kampf um die Erfüllung der Räumpflicht und der Schnee hört nicht auf zu fallen und irgend so ein blöder Pensionist muss immer aus seinem Haus herauskriechen und natürlich über meinen Haufen stolpern und sich seine unnötigen Knochen brechen oder irgendein Bangert rutscht aus und ich werde von der Nachbarschaft als das Böse persönlich beschimpft und trotz allem ist mir nicht klar, was diese Schieberei vom einen zum anderen Nachbarn bewirken soll?

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Etikettenschwindel

Kleidung einzukaufen ist für Menschen, die nicht die von der Mediengesellschaft propagierten Idealmaße haben, ohnehin schon frustrierend. Wenn man dann endlich die Unterhosen und Hosen gefunden hat, bei denen nicht die Afterritze hinten und die Problemzonen vorne herausspringen und ein Oberteil, das halbwegs bedeckt und nicht irgendeinen stoffsparenden Schnitt hat, bei dem alle Pölsterchen gut betont werden und herausgequetscht werden, währt die Freude nicht lange. Zu Hause angekommen stellt man wieder einmal fest- an den Unterhosen sind mindestens vier kratzende Etiketten drangenäht- an den Hosen sogar noch mehr und zwar an den verschiedensten Stellen- sowohl hinten als auch am Hosenbein und beim Oberteil das Gleiche- innen, wo man es so richtig schon spürt, oben und an den Seiten lauter brutal angenähte Etiketten, auf denen irgendwelche Hinweise in hundert Sprachen stehen. Bei der stoffsparenden Magersüchtigen-Mode heutzutage ist an den Etiketten oft mehr Material als an dem Kleidungsstück selbst! Nun versucht man also, die Etiketten wegzumachen. Bei den Unterhosen versuche ich, die Etiketten zu entfernen, indem ich den Faden, an dem sie hängen, vorsichtig einschneide, denn wenn der Rand der Etiketten noch am Kleidungsstück hängt, ist es genauso ätzend als wäre alles noch dran und es kratzt und verletzt die Haut. Ich stelle fest- mit dem Einschneiden des Fadens ist die ganze Unterhose auseinandergegangen- denn die Etiketten sind absichtlich mit dem Kleidungsstück zusammengenäht. Die Bekleidungsindustrie weiß, dass wir immer versuchen, diese absichtlich mit der Kleidung zusammengenähten Etiketten zu entfernen, die Kleidung gleich nach dem Kauf dann wegwerfen müssen und uns wieder neue kaufen müssen. Das nenne ich Mafia. Bei der Hose steht „hier abschneiden“ und ich schneide die Etiketten ab. Es bleibt ein dicker Rest von fünf Etiketten, der mir jetzt also für den Rest der Lebenszeit der Hose das Hinterteil zerkratzen wird. Beim Oberteil genau der gleiche Genuss nach Abschneiden der mit der Kleidung an den Nähten zusammengenähten Etiketten- entweder- man schneidet die Kleidung auseinander, oder man kratzt sich mit den Etikettenresten fast zu Tode. Ja, wie schön haben es da die Reichen, die zum Schneider gehen können und sich Maßkleidung anfertigen lassen können! Was gäbe ich für Unterhosen ohne Etiketten! Wie schön wären Hosen und Oberteile ohne diese Neurodermitis-Krätze-Etiketten!

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Die Kühlschrankreinigung

Immer, wenn wir ein bißchen mehr einkaufen, da so manches Wetter nicht unbedingt zum täglichen Supermarktbummel einlädt, und der Kühlschrank voll ist, weist mein Mitbewohner darauf hin, dass „man“ den Kühlschrank einmal gründlich reinigen müsste. Das fällt ihm nicht ein, wenn im Kühlschrank nur eine Packung fast leere Margarine und ein Glas gammlige Marmelade vor sich hindämmern, sondern dann, wenn Tiefkühlfach und Kühlschrank so richtig voll sind und die Energie des Kühlens effizient genutzt wird. Er hat nämlich im Wikipedia der TV-Abhängigen- beim Fernseh-Ratgeber seines Vertrauens- gesehen, dass sich im Kühlschrank die gefährlichsten Keime sammeln und so verbreitet er dauernd Panik, dass wir alle an gefährlichen Krankheiten erkranken könnten. Ich versuche in diesen so häufigen Augenblicken seiner TV-Weisheiten, meinen Zorn zu unterdrücken, denn anstatt den Kühlschrank gar nicht erst versiffen zu lassen, werde ich hier über Kühlschrankreinigung aufgeklärt. Meine Mitbewohner geben sich jeden Tag alle Mühe, aus unserem Kühlschrank eine Leprakolonie zu machen, indem sie ständig offene triefende Verpackungen, nackte Würste, triefendes Gemüse, triefende Ketchup- und Saucenflaschen und Einmachgläser hereinhauen. Sehr beliebt ist auch das Essen aus dem Kühlschrank und das Servieren von Speisen und Getränken aus dem Kühlschrank- wobei bei Getränken die Trefferquote genauso hoch ist wie bei Pinkeln im Stehen und das Essen aus dem Kühlschrank überall am Kühlschrank und sonstwo klebrige Fingerspuren hinterlässt! Vom Tiefkühlfach brauche ich gar nicht zu sprechen, denn was da an Kuchenstücken, herumfliegendem Gemüse, offenen Gewürzbeuteln und vor allem unverpackten Speisen, die sie einfach so hereinwerfen, herumgammelt, ist schon preisverdächtig- aber meine Bitten und Hinweise, doch bitte für alles Gefäße und Clips zu nehmen, damit das Kühlfach sauber bleibt und alles abzuwischen, wenn man es in den Kühlschrank tut, verdampfen in der Luft und ich würde ja Blödsinn reden und maßlos übertreiben! Natürlich muss dann an unserem Lepra-Kühlschrank eine ordentliche, vom TV-Ratgeber empfohlene Kühlschrankreinigung mit der Chemie-Keule durchgeführt werden, denn wer Keime so professionell züchtet, dem bleibt nichts anderes übrig!

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