Nachbar macht Not


Sie kennen das: Nachbarn, die einem das Leben zur Hölle machen.

Kommunikation Mal anders: Die Räusperer

Ich denke, dass nicht etwa die virtuelle Realität eine neue Art der Kommunikation darstellen wird und auch das Internet nicht wirklich neuartig ist- ist ja nur ein optimiertes TV-Telefon. Ich denke, dass neue Formen von Sprache eine ganz neue Art der Kommunikation sind und das Bahnbrechende ist: Es sind ganz neue Laute, die unsere alte Sprache bereichern. Ich bin umgeben von solchen neuen Kommunikationsformen. Ich habe das Privileg, mir ständig, wenn ich draußen bin, das penetrante Räuspern der Kettenraucherin auf der anderen Seite anzuhören. Die macht das aber nicht, weil sie das muss- es ist eine Zwangsstörung. Sie hat nämlich erst damit angefangen, als ich ihr als einem meiner Stalker-Nachbarn freundlich untersagt habe, in meine Wohnung zu kommen und unser Grundstück zu betreten. Seitdem ich sie darüber aufgeklärt habe, dass wir nicht „Freundinnen“ sind und dass ich nicht erwarte, diese Spinner noch einmal auf meinem Grundstück „Land zu bearbeiten“ und Inspektionen machen zu sehen und dass es irgendwo schon nicht ganz korrekt ist, wenn die beiden Stalking-Nachbarn auf einmal mitten in meiner Küche stehen, weil sie glauben, dass sie meine neuen Freunde sind und jetzt meine Behausung und mein Grundstück mit ihren Kinderlein mitbenützen können, ist sie, wie alle Stalker, beleidigt. Jetzt verfolgt sie mich ständig wie ein stinkender Furz wenn ich draußen arbeite, pafft eine Zigarette nach der anderen, kommt mir so nah wie möglich, damit ich sie auch sehen kann, und räuspert sich ständig. Sie hat sich früher nicht geräuspert, daher denke ich, dass es bei ihr psychosomatisch ist- sie will unbedingt meine Aufmerksamkeit auf sich lenken, so dass ich, total genervt von dem ständigen Geräuspere, ihr wenigstens einen Blick schenke. Ich denke, es ist ein Vorwurfs-Räuspern, denn die macht es nur bei mir. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie lästig so ein nervöses Räuspern ist- das machen ja viele Leute, wenn sie uns damit eine Botschaft übermitteln wollen, wie: Mein Wortschatz ist dank der mangelnden Schulbildung so arm, dass ich mich räuspere, wenn ich eigentlich etwas sagen sollte. Oder Politiker im Fernsehen: Sie räuspern sich, wenn ihnen nichts mehr einfällt und das kommt andauernd vor! Ja, ich denke, bei Debatten sollte Räuspern untersagt werden, denn das ist keine anerkannte Art der Kommunikation und der Räusperer soll gefälligst eine andere Art finden, sein Argument zu unterstreichen! Wie auch immer, ein bißchen Räuspern, Frösche im Hals und so weiter geht ja noch, aber wegen der kettenrauchenden Ketten-Räusperin muss etwas getan werden!

Nachbar schafft Frust

Die folgenden wahren Erzählungen sind frei erfunden und Ähnlichkeiten zu tatsächlich existierenden Personen oder Orten sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Sie geht die Straße rauf und runter

Sie kennen das: Wenn Ihr unnötiger Nachbar (das ist natürlich eine ganz weit entfernte und selbstverständlich fiktive Person) keine andere Beschäftigung hat, weil er von der A-Losigkeit scheinbar mehr als gut leben kann (ich bin der letzte Mensch, der etwas gegen Arbeitslose hätte- ich habe nur etwas gegen Gammler), und Ihnen dauernd vor die Augen quillt, so, dass Sie weder in Ihren eigenen Garten, noch auf die andere Straßenseite zum Grünland schauen können, denn, sobald Sie dies tun, ist einer von den Proleten schon da. Sie- ich nenne sie Hasenscharten-Anni (sie hat gar keine Hasenscharte, aber einen wirklich lästigen Sprachfehler, der wahrscheinlich eine Folge billiger bzw. kostenloser Zahnbehandlung auf Krankenkassen-Kosten ist), läuft den halben Tag kettenrauchend die Straße herauf und herunter. Oder die fünf Meter Rasen hin und her. Oder steht rauchend am Balkon und starrt uns an, wenn wir uns einmal auf den Balkon trauen. Damit die Gammelei und dieses Herüberglotzen nicht so auffällig sind, aber auch, weil sie und ihr Alter tatsächlich keinerlei menschliche Kontakte außer ihrer eigenen Brut haben, wurde ein Hund besorgt, der jetzt als Alibi dient, dass sie die Straße herauf und herunter gammelt. Wohlgemerkt immer nur die paar Meter, die notwendig sind, um zu uns herüberzuspannen. Mir wäre das ja gar nicht so aufgefallen, aber die Alte macht alles, um Aufmerksamkeit zu erregen. Jedes Kleidungsstück von ihr ist in einer grellen Neonfarbe gehalten- ob rosa, rot, gelb, grün oder sonst irgendwas, das gut zur Regelung des Verkehrs dienen könnte oder als Werbebanner- so, dass man diese wandelnde Leuchtreklame, die ständig das eine Kommando an ihren dummen Köter, nämlich „Aus!“ ruft, immer im Blick hat, wenn man sich einmal die Landschaft anschauen will. Und wenn nicht sie, dann den Freak, der bei ihr in der Garage zu wohnen scheint und so etwas wie ein Lebensgefährte sein wird- zumindest glaubt er das, aber das ist eine andere Geschichte!

Wichtige Aufgaben

Die Lebensaufgabe von den zwei Trotteln gegenüber ist es, uns zu reizen. Besonders Schwabbeltitte, der Lebensgefährte von Hasenscharten-Anni- auch ein Extrem-Früh-Rentner-, verblüfft uns immer wieder aufs Neue mit seinen Tätigkeiten. Sobald die Sonne Tageslicht ankündigt, krallt der Trottel herum und kontrolliert, ob die Grashalme alle in einer Richtung stehen. Er geht prüfenden Blickes im Schneckentempo über seinen nackten kurzrasierten Rasen, den er alle zwei Tage bis auf null Komma Fünf Zentimeter stutzt, damit ja nichts wachsen tut, das den Blick zu uns stören könnte, und scheint auf der Suche nach etwas zu sein. Wir werden nie erfahren, was er da mit seinem Radarblick überprüfen tut, aber er kontrolliert den Rasen mehrmals täglich- vielleicht, um zu schauen, ob er eh nicht die Farbe gewechselt hat? Wir schwören übrigens einer nach dem anderen, die diesen Typen ertragen müssen, dass wir ihm am Liebsten eine Kugel in den Schädel jagen möchten- natürlich nur im übertragenden Sinn! Den ganzen Tag trottet er mit seinen Riesen-Plattfüßen auf seinem glattgemähten Steilhang runter und rauf und rauf und runter. Dann sucht er etwas oben hinter dem Gebüsch, das natürlich keinerlei Sichtschutz vor ihm bietet, dann krallt er wieder runter. Nachdem er kontrolliert hat, ob alles frei von Nacktschnecken ist, kehrt er- wie jeden Tag- wieder die Straße zusammen, denn da könnte ja in der Nacht Staub zusammengekommen sein- Feinstaub, man weiß ja nicht. Schwabbeltitte kann nicht eine Sekunde ohne sinnlose Beschäftigung sein. Das wird ihm wahrscheinlich beim Entzug in der Klinik so beigebracht worden sein: „Tue irgendwas, auch wenn es schwachsinnig ist!“

Die gelbe Brut

Früher waren „die Gelben“ zwar nicht unsere Freunde, aber sie waren auf unserer Seite der Vernunft. Drei alte Damen- wahrscheinlich Schwestern-, die uns kaum aufgefallen sind. Sie sind bei schönem Wetter in einer Art Kolonne die Gartentreppen zu ihren Blümchen hinunterspaziert und das war es eigentlich auch schon. Manchmal, aber eher selten, kam Mal jemand zum Rasenmähen vorbei. Hasenscharten-Anni gab sich damals, als sie sich vor ein paar Jahren einfach selbst zu uns einlud, alle erdenkliche Mühe, um diese zauberhaften alten Frauen vor uns, den neuen Nachbarn und potentiellen „Freunden“, schlechtzumachen, indem sie behauptete, diese gebrechlichen Rentnerinnen gingen „anschaffen“- sie verdienten sich ihr Auskommen angeblich im Puff. Hasenscharten-Anni war so eine Art Verwandtschaft der Frauen, da sie mit dem Sohn einer der Frauen verheiratet war und nun- ob durch Tod oder Scheidung- einen Teil des Hauses der drei Frauen besaß, was diese ihr nicht wirklich vergönnten. Jedenfalls hatten wir mit den Damen nie ein Wort gewechselt und sie taten uns nichts. Weder tratschten sie bösartig über uns, noch erspannen sie irgendwelche Haus- und Garten-Intrigen, um sich die Zeit zu vertreiben. Leider währte diese Zeit des relativen Friedens- zumindest auf einer Seite unseres Gartens- nicht lange, denn nach kurzer Zeit starben zwei von den alten Frauen fast gleichzeitig. Übrig blieb die unsympathischste von denen, die scheinbar durch ihre schlechte Energie eine unglaubliche Überlebenskraft aufwies, auch wenn sie schon am Stock ging und ständig krächzte, als hätte sie einen Frosch im Hals. Lange blieb die Dame nicht allein. Auf einmal tauchten im gelben Haus zwei Großfamilien auf- zwei unsympathische Weiber mit zwei unsympathischen und ur-spießigen Ehemännern- und dazu in jeder Familie so drei bis vier hyperaktive und lärmende Kinderlein. Die gelben Spießer- wir nannten sie eigentlich nur „die Gelben“, weil das Haus gelb war, konnten ihr Erbe, das nach dem künftigen Tod der alten Dame der gierigen Verwandtschaft wohl zustand, nicht erwarten, und zogen umgehend in das gelbe Haus ein- natürlich nur, um ihrer kranken und alten Verwandten „zu helfen“ und damit sie „nicht so allein“ war. Die Erbschleicher begannen gleich am ersten Tag, zu hackeln. Vornehmlich im Garten, damit wir sie besser im Blick hatten. Früher, da war das Grundstück der Damen bis zum Haus gesäumt mit hohen Bäumen und Büschen, die jede Sicht zu ihnen verdeckten und damit jene Art von Privatsphäre erlaubten, die sich doch eigentlich jeder normale Mensch, der in einer Einfamilienhausgegend lebt, wünschen sollte. Die Männer- von der Statur her übrigens wie Klone von Schwabbeltitte, dem Lebensgefährten von Hasenscharten-Anni- holzten gleich am ersten Tag ihres Einzugs einmal die Bäume auf dem Grundstück ab, bzw. ließen nur nackte, abgeschnittene Stümpfe übrig. Als Nächstes wurden die Büsche bis auf ein paar Zentimeter Höhe und Breite beschnitten oder ganz herausgerissen, so, dass man nun, wie bei Schwabbeltitte & Co, freie Sicht auf die Nachbarn hatte und sie natürlich auch zu uns. Jetzt begannen Zeiten des Grauens- und sie dauern bis heute an. Details erfahren Sie in der nächsten Geschichte!

Imponiergehabe

Die Gelben machen- genauso wie Schwabbeltitte, immer an ihrem Garten herum. Na ja- die haben wenigstens noch so etwas wie einen Garten mit ein paar blühenden Pflänzchen drin, die bei den Nachbarn Neid erwecken sollen. Immer gibt es etwas zu zupfen und zu richten. Aber auch zu werkeln- immerhin muss man doch zeigen, was man kann! Vieles machen die Gelben wohl nur, damit sie den Nachbarn imponieren können. Zum Beispiel haben sie unten am Bach, der eine wahre Brutstätte für Insekten jeder Art ist, einen Sandkasten aufgestellt, auch, wenn die Bälger in der brütenden Sommerhitze nicht wirklich im heißen Sand spielen wollten und in der Feuchte des Herbstes wohl noch weniger. Nachdem die Gelben alle Vegetation am Bach gerodet hatten, wurde ein Gartenhäuschen aufgestellt und dazu ein beeindruckender, mehrere Quadratmeter großer Komposter aus Naturholz, bei dem Schwabbeltitte sicher der Neid aus den Ohren quoll, denn seitdem hängt er jeden Tag, ohne etwas dort entsorgen zu müssen (den Grün-Abfall und seine Hundekacke entsorgt er einfach auf dem bewaldeten Nachbargrundstück), bei seinem mit billiger Plastik-Folie umwickelten Komposter herum, als würde er etwas suchen, das er nicht verloren hat. Auch die zwei Holz-Gartensessel, die die Gelben unten am Bach aufgestellt haben, werden Schwabbeltitte sicher eifersüchtig machen, obwohl er doch beim Bach sein versifftes, algenbewachsenes, grün schimmerndes aufstellbares Swimming-Pool und das dreckige Trampolin hat, auf dem das „Stief-Enkel“ nicht mehr wirklich hüpfen will. Die Konkurrenz zwischen den Gelben und Schwabbeltitte samt Hasenscharten-Anni beherrscht die Gartenblick-Szenerie, seitdem die neuen und nicht wirklich lieben Nachbarn hergezogen sind. Die Gelben sind leider genauso „fleißig“ im Garten wie Schwabbeltitte und man hat sie mit ihrer unappetitlichen Statur (sie tragen, wie Schwabbeltitte, am liebsten sehr knappe  Badehöschen) dauernd vor Augen, weil sie ja alles gerodet haben, was den Blick zu ihnen versperrt hätte. Sie müssen unentwegt zeigen, dass sie etwas zu tun haben und damit den befremdeten und unfreiwilligen Zuschauern vermitteln, dass sie einen Sinn im Leben haben. Der eine Gelbe macht hier herum, der andere Gelbe macht was anderes, ihre Weiber haben mit dem Eimerchen in der Hand auch scheinbar „viel“ zu tun. Die Garten-Stufen wurden kurz nach dem Einzug ausgebessert, um sich gleich einmal bei der schon etwas gebrechlichen Erbtante einzuschleimen, was offensichtlich gut funktioniert hat. Ich frage mich derweil, ob es schlimmer oder besser werden wird, wenn die Erbtante einmal weg ist? Ruhe wirst du mit diesen Proleten vor der Nase nie haben, das steht jedenfalls fest.

Irgendwer mäht immer

Es war ein schöner, sonniger und ungewöhnlich ruhiger Samstag. Ich ging auf den Balkon und schaute in den Garten, womit sich leider nicht vermeiden ließ, die Exhibitionisten gegenüber mit anzusehen. Die gelbe „happy Family“ saß Mal wieder aufgereiht auf der Hühnersteige. Sie hatten ihre Gartenstühle nicht etwa um einen Tisch aufgestellt, sondern einen neben dem anderen und saßen uns gegenüber wie Kinozuschauer vor einer Leinwand. Ich entschied, dass es zwar schön war, sich den Garten anzuschauen, aber den Anblick von diesen Spinnern zu ertragen war zu viel des „Guten“. So ging ich, voller Freude, dass es einmal keinen Idioten gab, der um mich herum Rasen mähte, in den Garten, um ein bißchen zu sensen. Die Ruhe vor den lieben Nachbarn und allgemein währte nicht lange, denn sobald ich mit der Arbeit anfing, verließen auch die „Gelben“ ihre Hühnersteige und begannen, mit ihren überlauten Rasenmähern ihren kurzgeschorenen Rasen zu bearbeiten, während ihre Weiber alibihalber Unkraut bei ihren Blümchen zupften- natürlich mit einem Eimerchen in der Hand, damit es nach Arbeit ausschaute und damit die Erbtante sie nicht für „faul“ und „arbeitsscheu“ hielt. Es erklangen auf einmal auf jedem Grundstück drumherum unerträgliche Motorengeräusche- wenn einer anfängt, können die anderen Spießer es nicht lassen. Darf ja keiner einen kürzeren Rasen haben als man selbst! Und es darf keiner im Mähwettbewerb mehr Punkte haben als man selbst! Was in deren hohlen Köpfen vorgeht, wird kein Hirnforscher herausfinden. Da denkst du dir, du bist am Land und genießt die Ruhe- einen Dreck tust du! Mindestens jeden zweiten Tag wird gemäht, was bedeutet, du hast keinen Tag Ruhe, denn irgendwer mäht immer! Kein Menschenrechtler hat sich noch darüber aufgeregt, dass in jedem sogenannten Garten und auf jedem Grünland notorisch gemäht und die Natur rücksichtslos zerstört wird! Und wenn du selbst deine Wiese natürlich belässt und nicht mähst, krallen deine lieben Nachbarn einfach auf dein Grundstück und mähen es! Was für ein nettes Volk! Was für eine liebe Nachbarschaft!

Des Nachbarn neue Kleider

Unser Mitbewohner trägt gern einen Bademantel. Es ist so eine Art Markenzeichen von ihm- schließlich ist er Künstler und auch der Udo Jürgens hat doch einen weißen Bademantel getragen. Schwabbeltitte hat uns Letztens sehr überrascht. An einem kühleren Tag eines nicht so wirklich warmen Altweibersommers kam Schwabbeltitte, der sonst, wann immer die Sonne leicht scheint, in seinen (zu) knappen Badehöschen, die mehr verraten als verdecken, herumrennt, mit einem giftgrünen Bademantel zu seinem Planschbecken herunter. Diese „Chinaladen-Haute Couture“ von Schwabbeltitte war neu und wieder Mal ein Zeugnis seines leicht unnatürlichen Konkurrenzverhaltens zu unserem Mitbewohner, nur, dass unser Mitbewohner ein nicht unbekannter Künstler ist und Schwabbeltitte ein Proleten-Vollversager. Eines war klar: Wenn der Udo Jürgens diesen speigrünen Bademantel gesehen hätte, würde er auf seinen weißen pfeifen! Schwabbeltitte begann wieder mit seiner „Arbeit“, fischte mit dem Netz im Swimming Pool nach gröberem Dreck und lief geschäftig um den Pool herum, als wäre er der „Pool-Assistent“. Wir haben unterdessen darüber spekuliert, wie lange er es, unter unseren Kommentaren (dieser Spinner fordert es ja heraus!), durchhält mit seiner neuen giftgrüner Bademantel-Fashion. Und, wenn unser Mitbewohner einmal nackt herauskommt- ob Schwabbeltitte das dann auch nachäfft, um genauso cool zu sein? Viel fehlt ja nicht mehr, denn er zeigt, ob mit Badehöschen oder Höschen, immer gern seine A-Ritze- und zwar immer nur uns, als wäre das ein besonderes Geschenk!

Sondereinheit

Seitdem wir da wohnen, sehen wir Schwabbeltitte jeden Morgen und dann mehrmals täglich seinen Rasen „absuchen“. Täglich, außer, es liegt Schnee, das gleiche Ritual: Er läuft durch das Gras mit gesenktem Kopf wie ein Minensucher. Letztens lief eine Sendung über Soldaten in Afghanistan, die Minen aufspüren- das hat genauso ausgeschaut. Ob Schwabbeltitte schon Sprengsätze gefunden hat? Er geht wirklich den ganzen Rasen durch, auf und ab, und sucht etwas. Dabei immer mit dem Kopf nach unten und mit einem Hohlkreuz und ausgestreckter Wampe, dass er wie eine richtige Karikatur ausschaut. Er könnte Schnecken suchen, aber auch Staub oder er könnte, wie jeder „Hochbegabte“, Grashalme zählen. Wie er da so sucht, könnte man meinen, er hätte ein richtig wertvolles Schmuckstück verloren- wenn er das nicht schon jahrelang über den Tag verteilt tun würde. Das, was er sucht, scheint er bis heute nicht gefunden zu haben, denn die Schwabbeltitten-Sondereinheit ist auch heute wieder in vollem Einsatz. Wir wünschen diesem Typen jedes Mal, wenn wir ihm unfreiwillig zusehen müssen, Hals- und Beinbruch, aber leider hat Schwabbeltitte sich noch nie irgendwas gebrochen oder auch nur verstaucht!

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