Ontologie a la ruthwitt


Die Kühlschrankreinigung

Immer, wenn wir ein bißchen mehr einkaufen, da so manches Wetter nicht unbedingt zum täglichen Supermarktbummel einlädt, und der Kühlschrank voll ist, weist mein Mitbewohner darauf hin, dass „man“ den Kühlschrank einmal gründlich reinigen müsste. Das fällt ihm nicht ein, wenn im Kühlschrank nur eine Packung fast leere Margarine und ein Glas gammlige Marmelade vor sich hindämmern, sondern dann, wenn Tiefkühlfach und Kühlschrank so richtig voll sind und die Energie des Kühlens effizient genutzt wird. Er hat nämlich im Wikipedia der TV-Abhängigen- beim Fernseh-Ratgeber seines Vertrauens- gesehen, dass sich im Kühlschrank die gefährlichsten Keime sammeln und so verbreitet er dauernd Panik, dass wir alle an gefährlichen Krankheiten erkranken könnten. Ich versuche in diesen so häufigen Augenblicken seiner TV-Weisheiten, meinen Zorn zu unterdrücken, denn anstatt den Kühlschrank gar nicht erst versiffen zu lassen, werde ich hier über Kühlschrankreinigung aufgeklärt. Meine Mitbewohner geben sich jeden Tag alle Mühe, aus unserem Kühlschrank eine Leprakolonie zu machen, indem sie ständig offene triefende Verpackungen, nackte Würste, triefendes Gemüse, triefende Ketchup- und Saucenflaschen und Einmachgläser hereinhauen. Sehr beliebt ist auch das Essen aus dem Kühlschrank und das Servieren von Speisen und Getränken aus dem Kühlschrank- wobei bei Getränken die Trefferquote genauso hoch ist wie bei Pinkeln im Stehen und das Essen aus dem Kühlschrank überall am Kühlschrank und sonstwo klebrige Fingerspuren hinterlässt! Vom Tiefkühlfach brauche ich gar nicht zu sprechen, denn was da an Kuchenstücken, herumfliegendem Gemüse, offenen Gewürzbeuteln und vor allem unverpackten Speisen, die sie einfach so hereinwerfen, herumgammelt, ist schon preisverdächtig- aber meine Bitten und Hinweise, doch bitte für alles Gefäße und Clips zu nehmen, damit das Kühlfach sauber bleibt und alles abzuwischen, wenn man es in den Kühlschrank tut, verdampfen in der Luft und ich würde ja Blödsinn reden und maßlos übertreiben! Natürlich muss dann an unserem Lepra-Kühlschrank eine ordentliche, vom TV-Ratgeber empfohlene Kühlschrankreinigung mit der Chemie-Keule durchgeführt werden, denn wer Keime so professionell züchtet, dem bleibt nichts anderes übrig!

Die facebook-Junkies

Wir warten auf die facebook-„likes“ wie Junkies auf den nächsten Schuss Heroin. Wir tun zwar alle so, als bräuchten wir keine Bestätigung von anderen, aber wir sammeln nicht umsonst diese Hunderte oder Tausende von „Freunden“, die uns Gefälligkeits-likes setzen, damit wir sie auch mögen. Wir tun zwar so, als stünden wir über solchen Leuten, aber in Wirklichkeit sind wir diesem Über-Ich namens facebook freiwillig ausgeliefert und total abhängig davon, wie viele uns mögen. Quantität ist das, was uns alle zu den Stars des Internets macht- ob selbstverliebte Mädchen mit ihren Selfies oder selbsternannte Künstler mit der Hoffnung, dass jemand auf ihre provokativen Nacktbilder reagiert und sie endlich ins Fernsehen- das einzig wahre Medium der Könige von der Big Brother Bahnhofsmission- kommen. Wir zählen die „likes“ auf unseren Smartphones minütlich und schielen unentwegt herüber- und sobald wir ein „like“ mehr registrieren, kriegen wir unseren Kick! Wozu noch Drogen- eine Million „likes“ ist doch besser als jeder Schuss Heroin!

Heute ist mein Glückstag

Dezember war mein Glücksmonat. November auch. Und auch der Oktober und der Monat davor. Jedenfalls wenn es nach der Firma TomTom geht, die mich nach einer Jahre zurückliegenden Anmeldung mit Werbemails belästigt. Jeden Monat mindestens fünf E-Mails, dass „heute“ der letzte Tag ist, um dies und jenes bei denen zu erwerben und zwei Tage später der gleiche Schmäh und sogar noch an Silvester terrorisieren sie einen mit „das sind die letzten Minuten, an denen das Angebot gilt“. Und auch diverse Online-Händler bombardieren einen mit angeblichen Last Minute-Angeboten, die „nur heute“ gelten- man kommt sich vor wie an der Gammelfleisch-Theke, wo alles „nur heute“ um 25% reduziert ist, als hätten die alle etwas zu verschenken! Also ich glaube, die Marketing-Nichtsnutze der Werbefirmen verstehen unter Glück etwas anderes als ich. Wenn heute mein Glückstag wäre, würde ich aufwachen und wäre reich, schön und berühmt und würde zu allem Überfluss auch noch von allen Menschen auf der Welt grundlos verehrt werden- wie die Monarchen-Mitesser in diversen Ländern. Ich würde mir von Geburt an keine Sorgen um etwas machen müssen und würde für meine bloße Existenz angehimmelt werden- wie diverse Söhne und Töchter von Superreichen, Schauspielern, „Künstlern“ und Politikern. Glück wäre auch, einen Job zu bekommen, obwohl man es nicht verdient hat oder- was verdächtigerweise bei vielen Asylbewerbern der Fall ist- ständig Geldbörsen mit mehrstelligen Geldbeträgen Inhalt zu finden. Aber warum man es als Glück bezeichnen soll, bei zahllosen Firmen kostspielige Abonnements abzuschließen und denen meine Daten und die Rechte über sie zu schenken, damit sie sie an andere Marketing-Geier weiterverkaufen, leuchtet mir nicht ein!

Die guten Vorsätze

Silvester ist ein sehr ungünstiger Zeitpunkt für gute Vorsätze. Wer das Rauchen, das Trinken oder das Fressen aufgeben will, ist ganz falsch beraten, es an jenem Tag zu tun, an dem gerade das alles exszessiv praktiziert wird. Und sich zu sagen „nur noch ein letztes Mal“ funktioniert auch ganz schlecht- immerhin fängt um Mitternacht die Party erst an! Und beim dritten Gläschen schmeckt es einem doch erst so richtig und nach der dritten Flasche ist der Vorsatz, mit dem Rauchen aufzuhören, längst passe- denn erstens suggeriert das Rauchen einem, dass der Alkohol weniger wirkt und zweitens suggeriert es einem, dass es wärmt- beides sehr wichtige Dinge an Silvester! Und nach einer draufgesetzten Flasche Spirituosenfusel in den Morgenstunden ist auch die Bekehrung zum gesunden Essen und Vegetarismus kein Thema mehr und der nächste Würstchenstand mit Gammelfleisch und die Pizzabude mit schuhsohlenartigem Teig und Müll drauf ist uns genauso wertvoll wie der Mc Doof unseres Vertrauens! „Nur noch ein letztes Mal“ sagen wir uns- und morgen, ja morgen fangen wir dann wirklich ein neues Leben an- aber huch- es ist doch schon „morgen“! Und angetrunkene Männer verwickeln sich nur allzu gern in Raufhandel, stechen einander mit Messern ab, randalieren in Bars oder- der Klassiker- kehren heim zu Frau und evtl. Kindern und stechen alle ab, ein paar Ehefrauen werden erwürgt, andere müssen sich nur von einem gesoffenen Krampf im Hintern über die ganze Nachbarschaft hörbar als alles beschimpfen lassen, was sie angeblich in seinen so nüchternen und weisen Augen sind, bis wieder einmal die Polizei gerufen wird, die bei der ein bißchen „zurecht“ zusammengeschlagenen Frau nachfragt, ob alles in Ordnung ist und mit der knappen Antwort „ja, danke“ weggeschickt wird. Vorsätze sind dazu da, um sie zu brechen und für doofe Fernsehinterviews, in denen Leute gefragt werden, was sie sich vorgenommen haben. Und auch unser Mitbewohner, der Kettenraucher, schwört sich, seitdem er das erste Mal an einer Zigarette gezogen hat, mit dem Rauchen aufzuhören, und jedes Jahr wiederholt sich das Ritual, dass er sich vornimmt, mit dem Rauchen aufzuhören- aber die WG zwingt ihn mittlerweile, diesen „guten Vorsatz“ konsequent zu brechen, denn Sie sollten einmal erleben, wie unerträglich PMS-gestört Kettenraucher sein können, die sich zwar vornehmen, mit ihrem Laster aufzuhören, es aber gar nicht wollen und uns mit ihrer Reizbarkeit so lange auf die Nerven gehen, bis wir ihm zugestehen, dass es natürlich wieder „unsere Schuld“ ist, dass er weiterraucht, weil wir ihn nerven und ohne uns hätte er schon längst aufgehört! Also erheben wir „ein letztes Mal“ das eine oder andere Glas auf die „guten“ Vorsätze!

Das perfekte Weihnachtsgeschenk

Meine Mitbewohner fragen mich, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Ob es etwas Besonderes gibt. Aber viel darf es natürlich nicht kosten. Sie wollen es mir auch nicht in bar auszahlen, weil sie sich dann mies fühlen würden, dass sie mir so wenig Geld geben. Was ich mir wirklich wünsche, ist gar nicht so schwer nachzuvollziehen. Ich sage meinen Mitbewohnern, dass sie mir ein paar Säcke Toilettenpapier schenken sollen. Das wäre für mich das perfekte Geschenk- denn alle in der WG machen Kacka, aber keiner denkt daran, die Klorolle auszuwechseln und darauf zu kommen, dass kein Toilettenpapier mehr da ist und wir jetzt wieder die Blätter des Waldes dafür benützen müssen! Sie lassen immer ein Blatt des letzten Klopapiers an der Klorolle hängen und lassen es darauf ankommen, dass das Gewissen der WG schon das Klopapier besorgen wird- denn lange kann ich mir den Hintern nicht mit einem Blatt Papier, das an der Klorolle klebt, abwischen! Ja, meinen Mitbewohnern ist es viel zu peinlich, Klopapier einzukaufen und wenn, dann nur wenig, dass keiner sieht, dass sie auch kacken tun wie andere Menschen- denn was würden die Leute sagen, wenn meine Mitbewohner endlich einmal einen Vorrat an Toilettenpapier einkaufen? Die Leute würden denken, dass meine Mitbewohner ganz viel Kacka machen und dass wir keine Dreckschweine sind, die sich den Hintern hernach nicht abwischen, sondern dafür Toilettenpapier benützen! Ja, ich kann auf den Weihnachtsmarkt-Schmarrn, Girlanden, Figuren, Duftkerzen, China-Schrott und Plastikschrott gut verzichten- wenn ich nur einmal im Leben mit der Zuversicht aufs Klo gehen könnte, dass das nicht die letzten zehn Blatt Papier auf der Klorolle sind, die wir uns alle gerecht aufteilen sollen!

Von Tuten und Blasen

Wie lange bleibt ein Klischee verwendbar? Sendungen wie „Sex and the City“ zeigen die Frau als ein libidogestörtes Flittchen, dem es große Freude bereitet, Penisse in den Mund zu nehmen und zu lutschen und Sperma zu schlucken. Die Frau ist immerzu devot, hat keine Menstruation, und denkt den ganzen Tag scheinbar an nichts anderes, als Mr. Big und daran, sein Dingdong da unten mit der niemals müde werdenden Hand zu traktieren und an einem Geschlechtsteil zu lutschen, das natürlich je länger je besser ist, denn der Mund einer Frau ist ja auch so riesig groß wie bei einer Kuh und sie hat viel Platz darin! Die Prostituierten und die Strichbuben sind wenigstens intelligent genug, für diese Dienstleistung, die dem Dienstleister angeblich Vergnügen bereitet, Geld zu verlangen, während die hirnlosen Schuhe kaufenden Flittchen es den Männern kostenlos besorgen und als Partnerinnen und Ehefrauen sich auch noch verpflichtet glauben, Penisse zu lutschen und auch noch das Onanieren für den Mann zu übernehmen!

Liebestöter Verdauung

In Filmen sieht man immer Verliebte oder Paare, die miteinander flirten, miteinander kuscheln, miteinander leidenschaftlichen Geschlechtsverkehr haben- makellose Romantik. Man verfällt seit der Erfindung des Fernsehens leicht in einen kompletten Realitätsverlust, welcher dazu führt, dass man seine eigenen Beziehungen zu einem anderen Menschen niemals wirklich als perfekt empfindet. Auch das Liebesspiel ist irgendwie anders, oder? Wie oft hat man das selbst schon erlebt- man gerät auf einmal ins Interesse von anderen, welche ihren Partner betrügen oder macht es auch selbst, weil einem das Neue einfach besser vorkommt. Warum, ist jedoch schnell erklärt: Sobald man das erste Mal mit der Affäre seiner Träume den Stuhlgang gegenseitig miterlebt, angehört und gerochen hat, ist der Traum in tausend Splitter zersprungen. In den Filmen ist alles so perfekt, weil die Leute keinen Stuhlgang haben! Ja, es kommt einem vor, als wären die Leute im Fernsehen engelhafte Wesen, die einfach nicht kacken und furzen tun- und zwar niemals! Im realen Leben kann die schöne Frau oder der attraktive Mann noch so ein Wunder der Natur sein- sobald man einmal die Stuhlgangs-Intimität miteinander geteilt hat, ist die Amorosität dahin und man entwickelt wieder eine Post-Stuhlgangs-Beziehung, aber keine Begierde mehr zu dem Menschen, nur um ihn dann wieder einmal zu betrügen mit einem Menschen, der in unserem Beisein noch keinen Stuhlgang und Flatulenzen gehabt hat!

Das Klobürsten-Dilemma

dsc02416Mein Mitbewohner und ich haben ein Problem. Er vermisst im Ausland oft Klobürsten. Ich bin dankbar, dass sie nicht da sind. Wer zum Teufel, frage ich mich, hatte die Idee, Fäkalien-Kleinteile auf einer Bürste zu sammeln? Ich zerbreche mir seit Jahren den Kopf, warum der Mensch in der Lage ist, auf den Mond zu fliegen, aber noch keine Erfindung zur hygienischen Beseitigung von Kot-Schleifspuren im Klosett gemacht hat? Da stimmt doch etwas nicht! Lieber schiebe ich diese Spur mit einer Schicht Toilettenpapier weg, bevor ich zu einer Bürste greife, auf der die Kacke von Millionen unappetitlicher „Auf die Klobrillen-Herumkacker“ haftet! Und dann nimmt man dieses triefende Klobürsten-Ding aus dem Becher, in dem es liegt und im Becher ist schon leckeres, gutes, gestandenes braunes Kackwasser mit etlichen Rändern und natürlich auch mit Kot drauf und dann macht man „sauber“? Und dann springen die einzelnen Bürsten im Wasserlauf herum und spritzen einem die Kackereste auch noch ins Gesicht, auf die Kleidung und auf alle Oberflächen! Dann hat man also endlich auch den eigenen Kot auf der Klobürste hängen und kann sich einreden, dass man ein Mensch ist, der unglaublich viel für Sauberkeit und Hygiene übrig hat!? Aber vielleicht sollte man das alles irgendwie gelassener nehmen und einfach mit der bloßen Hand diesen von Millionen Fäkalien beschmierten Klobürstengriff greifen und mit den dicken Borsten an dem Kot herumschmieren, um auch selbst einige dicke fette kotige Stücke auf dieser Bürste hängen zu lassen.