Mandarinen-Jutesack vs Kartoffel-Weidekorb

Wenn wir einkaufen, greifen wir gerne zu Produkten, bei denen es etwas „umsonst“ gibt. Wir glauben dann, im Vorteil gegenüber dem Händler zu sein. Einfache Psychologie, auf die auch die Schlausten hereinfallen, denn gerade die kalkulieren fleißig, wo man etwas sparen kann. Die Mandarinen waren eh nicht für mich. Meine Mitbewohner und zeitweilige Besucher können im Winter einfach nicht ohne Mandarinen leben- weiß der Teufel, warum. Ich betrachtete also alle Angebote im Supermarkt- keines davon überzeugte mich- und griff zu den Mandarinen im Jutesack, wo man gar nicht sehen kann, wie die alle ausschauen. Ich dachte- toll, so ein Jutesack, den gibt es auch noch gratis dazu. Zu Hause stellte ich erwartungsgemäß fest, dass die Mandarinen völlig saftlos und ausgetrocknet waren und die letzte Mandarine vollkommen faul und verschimmelt. Der Jutesack war also auch kontaminiert. Ich konstatierte im Folgenden, dass ein Jutesack, der unter anderem mit künstlich hergestelltem Gewebe zusammengeflickt ist, völlig nutzlos ist, außer, ich möchte ihn mir über den Kopf ziehen und damit Leute erschrecken. Der blöde Sack mit Schimmel drin ist echt für nichts zu gebrauchen und jetzt muss ich ihn der Restmüllentsorgung zuführen. Hauptsache, ich wurde wieder Mal manipuliert und griff zu, weil es etwas gratis gab. Genauso blöd war ich vor einigen Jahren: Anstatt zu den frischeren Kartoffeln zu greifen, nahm ich die gammelnden im Weidekörbchen, denn da gab es ja den Korb gratis dazu. Mit den Kartoffeln konnte man nichts anfangen, die saftelten schon. Und mit dem Weidekorb? Ich hatte mir eingebildet, ich bräuchte einen, weil die doch immer in der Werbung sehr zufriedene Leute beim Einkaufen mit Weidekörben zeigen. Das Mistding ist aber total unbequem, wiegt viel zu viel und da passt nichts herein- zumindest nicht bei meinen Einkäufen. Der Weidekorb wartete also nur darauf, entsorgt zu werden. Nie wieder „Gratis“-Behälter! Warum lassen wir uns so leicht zu etwas verführen? Warum glauben wir, etwas zu brauchen, was gar nicht zu gebrauchen ist?!

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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