Die schlechte Kindheit

Ich glaube, statistisch betrachtet haben sehr viel mehr Menschen eine schlechte Kindheit gehabt als eine gute. So können Psychologen diese Masche immer aufziehen, denn es ist ja zu erwarten. Es gibt natürlich verschiedene Arten einer schlechten Kindheit. Manche Kinder erleben Schreckliches, das so schlimm ist, dass sie als junge Erwachsene und Erwachsene eine ständige Selbstmordneigung und schwerste Depressionen haben. Das sind Sachen, da hilft kein Gespräch mit einem Psychologen. Da hilft wirklich gar nichts außer Drogen (dazu zählen auch die so beliebten schwer gesundheitsschädigenden „Medikamente“ namens Psychopharmaka) und Alkohol, um es einmal für eine Weile zu vergessen und nicht zu spüren. Andere Erlebnisse zeugen auch von einer schlechten Kindheit, sind aber nicht so schlimm, obwohl die „Opfer“ es als schlimm empfinden. Ich warte zum Beispiel immernoch auf das wunderschöne roserne Barbie-Puppenhaus, das ich als Geschenk von meinen Eltern erwartet habe als ich ein Kind war. Stattdessen habe ich die Scheidung meiner Eltern und zwei seitdessen Schwerstgestörte auf den Hals bekommen und vielleicht dachte ich noch so oft und so viele Jahre an dieses Barbie-Puppenhaus, weil es symbolisch für eine heile Welt stand, die durch diese verantwortunslosen Erziehungs- und Lebensunfähigen zerstört worden ist. Heute denke ich auch noch an diesen Traum vom Barbie-Puppenhaus, das ich nie bekommen habe, auch wenn meine Prioritäten heute etwas andere sind. Aber damals- damals habe ich gedacht, dass ich mein ganzes Leben lang mir nur solche Sachen wünschen würde und dass man gar nicht anders kann, als sich so etwas zu wünschen. Heute würde ich mir niemals etwas aus Plastik wünschen- auch kein mehrstöckiges Barbie-Puppenhaus. Eher würde ich dagegen protestieren, dass so etwas hergestellt wird und in riesigen Geschäften die Kinder mit lauter unglaublich verlockendem Plastik Zeug verdummt und zu unendlichem Konsum davon animiert werden, was bedeutet, dass in Asien und nachher in Afrika die Umwelt unendlich verschmutzt wird. Ich bin durchaus erleichtert, dass ich mir heute keine Barbie und kein Barbie-Puppenhaus wünsche. Ich bin auch erleichtert, dass ich nicht mehr glaube, dass alle Menschen um mich herum so ehrlich und gutgläubig sind wie ich, dass es sehr böse Menschen gibt und dass man weder seinen eigenen Eltern, noch Verwandten blind vertrauen sollte, weil sie falsch und bösartig sein können und sehr sehr schlimme Dinge mit einem machen können- und zwar solange diese Kanalratten leben. Die Kindheit- Gott sei dank ist sie vorbei. Wenn ich dann sehe, wie andere Kinder eine gute Kindheit verbringen- mit liebenden und verantwortungsvollen Eltern, verspüre ich natürlich seelischen Schmerz. Andererseits weiß ich, dass die meisten von uns keine gute Kindheit hatten- auch wenn sie das lieber für sich behalten.

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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