Schöne neue Deko-Welt

Da die benachbarten Spinner nach dem obligatorischen Abbau ihrer penetranten Weihnachtsbeleuchtung am 6 Januar unter auffälligen Entzugserscheinungen gelitten haben, waren sie als erstes bei Frost und Eisregen draußen, um ihre Osterdekoration aufzustellen. Nachdem der Tag damit verbracht wurde, überall Garten-Osterhasen und Ostereier als Abschreckung für Kitsch-Allergiker anzubringen und zu platzieren, wurde mit dem Fernrohr- ein unentbehrliches Utensil für Nachbar-Stalker- geschaut, ob wir ihre Dekoration auch bewundern, als wäre jedes Jahr auf Neue ein Wettbewerb für die sinnlosesten Beschäftigungen ausgeschrieben, den diese Kleingeister unbedingt gewinnen wollen. Was sind das für Leute, die geil auf Porzellan-Osterhasen und anderen Deko-Nippes sind? Andererseits- was täte die giftige erdvernichtende Blumenindustrie, wenn die primitiven Weiber nicht ihre Tische, Fensterbänke und Hauseingänge mit Ostersträußen dekorieren würden? Und was täten die Mülldeponien, wenn nicht ständig Nippes zu den Feiertagen gekauft werden würde, der- da jedes Jahr eine neue Osterdeko-Kollektion fällig ist- dort regelmäßig landet? Ich frage mich, ob in einer Welt, die nur aus dem kombinierten XY-Chromosom bestehen würde, auch so viel ressourcenvernichtender Deko-Schmarrn gekauft werden würde? So gesehen müssen die Frauen schon besonders geehrt werden, da sie die diversen Kitschindustrien am Leben erhalten: Ostergrüße auf peinlichen Oster-Ansichtskarten werden verschickt, um sonst potentiell beschäftigungslose Postler zu mehr Bewegung zu animieren, Kerzen, Tischdeckchen, Schleifen, Girlanden, Plastik-, Stoff- und Porzellanfigürchen, Ostersymbolik zum Essen und was sonst noch die seltsamen Bedürfnisse von scheinbar geistig sterilen Frauen befriedigt, werden im Home-Shopping-Kanal bestellt, gebastelt (auch so ein Existenzalibi für Vertreter der geistigen Rückwärts-Evolution) und im Discounter „im Angebot“ erworben. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass die ganzen Feiertagsprodukte irgendwelche hormonellen Sensoren im Auge und folglich im Gehirn speziell von Frauen ansprechen, so dass sie gar nicht anders können und ferngesteuert die Kitschregale in den Supermärkten ausräumen. Sogar noch an der Kassa müssen sie irgendwas von den bewusst als Letztes aufgestellten Blumensträußen und Osternestern aufs Kassenband legen, um ja nicht zu den bemitleidenswerten Kirchen-Feiertags-Verweigerern zu gehören, die nur neidisch auf ihre bunten Plastik-Ostereier zum Aufhängen sind!

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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