Frohes Neues

Der Verzicht auf das Schlachttrinken an Silvester und das Verkosten verschiedenster alkoholischer Getränke, die sich in ihrem Zuckergehalt überbieten, kann nicht hoch genug bewertet werden. Während der Rest der Truppe- wie scheinbar auch das ganze Dorf oder gar das ganze Land- gegen den Brummschädel in einem nicht sehr erholsamen Schlaf kämpfen und sich selbst verfluchen, weil sie nach so vielen Jahren immer noch nichts dazugelernt haben, genieße ich einen menschenfreien Morgen. Alles schläft oder ist einfach nicht in der Lage, aufzustehen, und es herrscht eine Ruhe wie nach einem Kometeneinschlag. Ganz anders gestern- als die Party um zwölf Uhr nachts munter mit reichlich Sekt weitergefeiert wurde, während ich mich fünf nach Zwölf- aus Höflichkeit zwang ich mich, so lange aufzubleiben- ins Bettchen gelegt habe, um echt gut zu schlafen. Ich war sogar so frei, mir den Sekt, der nicht mehr schmeckte, für heute aufzuheben und heute werde ich ihn sicher noch genießen- ganz im Gegensatz zu allen anderen Silvesterzombies, die die Spuren gestriger Gelage mit Entsetzen anschauen werden, um sich für das nächste Jahr vorzunehmen, das nicht mehr zu tun, was sie dann trotzdem tun werden. Auch der Umstand, mit niemandem sexuellen Verkehr gehabt zu haben, der einem nach reichlich Alkohol sehr attraktiv erscheint, ist erwähnenswert. Wie viele werden heute aufstehen und sich schmutzig und verhurt fühlen, weil sie mit etwas ins Bett gegangen sind, was so gar nicht ins Schema passt? Und wie viele Schwalben werden sich wegen sexueller Belästigung beschweren, obwohl die meisten von ihnen dank Alkohol, Drogen und schlampenhaften Aufzugs und Benehmens in abgedunkelten Clubs und Discos genau das zum Ziel hatten- nämlich, angebaggert zu werden? Denn wenn die Ladies das nicht wollten, dann konnten sie doch wie ruthwitt in dicken Wintersocken und Jogger ins Neue Jahr schreiten! Ich bin wohl einer der wenigen wirklich Glücklichen, die nach ausgestandener Grippe sich nicht eine frische im Silvester Nutten-Look geholt haben und eine Nieren-Becken-und Blasenentzündung samt Hämorrhoiden noch dazu. Dafür muss ich auch nicht gleich zum Arzt, um die Infektionen aller Öffnungen begutachten zu lassen und ein Keuschheitsgelübde abzulegen, um sich nächstes Jahr nicht krank und wie eine Schlampe zu fühlen. Auch bereuen tut man sehr viel weniger: Man spart sich sein facebook-Blamage-Guthaben für viele weitere Male auf, an denen man sich trinktechnisch etwas gehen lässt, weil man sich so fühlt und nicht aus irgend einem dämlichen Anlaß, weil es alle dann machen. Neujahrs-Sektreste-Trinken ist nach einem Frühstückskaffee für alle, denen sich alles dreht und die den Weg vom Fußboden zur Klomuschel suchen, um sie zu umarmen, ein echter Genuß ohne voraussichtliche Reue!

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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