Die Kinder-Mitschleifer 2

Sie kennen das: Sie wollen mit Bekannten im Biergarten ein paar Bier trinken und stellen entsetzt fest, dass die ihre Kinder mitgenommen haben. Ja, da merkt man erst, wie alt man geworden ist, wenn alle um einen herum, besonders die Frauen, irgend so einen Klick im Hirn kriegen und anfangen, Bangerten zu zeugen. Jetzt kann man ihnen ja nicht sagen: Ich möchte bitte nicht, dass deine Kinder mitkommen. Das würde einen Aufschrei geben- ich wäre ausgestoßen aus dem Bekanntenkreis! Andererseits- was habe ich zu verlieren? Da werden also die Kinder zu unserem Biergarten-Treffen mitgeschleppt. Die Bangerten sind natürlich die ganze Zeit mies gelaunt und nerven, weil sie eigentlich andere Freunde in ihrem Alter treffen wollten, sich Mamis aber dafür entschieden haben, dass sie uns auf die Nerven gehen sollen, weil doch alle Kinder lieben tun. Die Kinderlein nörgeln und nerven und es nimmt kein Ende. Das Gespräch wird unnatürlich steril, denn anstatt über dies und das zu reden, was angeblich nicht jugendfrei ist, müssen jetzt kindergerechte Themen wie Hausaufgaben, Schulaufführungen und lauter Handy-Fotos darüber behandelt und diskutiert werden. Die Kinder sitzen sich mittlerweile die Beine in den Stuhl, denn die Erwachsenen wollen natürlich auch nicht mit ihnen zu irgendeinem Karussell oder einer Schaukel mitgehen, so dass sie gezwungen werden, sinnlos herumzusitzen, Diabetes zu kultivieren und irgend einen Mist zu essen, um noch hyperaktiver zu werden, bis sie dann vor lauter Fadheit auch noch zu heulen und zu flennen anfangen. Nach ein paar Stunden mit den langweiligsten Eindrücken über Schule und Kindergarten und tolle Bastelgeschenke ziehe ich mein Fazit: Sich mit Bekannten zu treffen wird überbewertet und der „Segen“, Kinder um sich zu haben, auch. Wie komme ich dazu, die zu ertragen? Die Bekannten denken ja gar nicht dran, dass das Mitschleifen von Kindern andere Leute stören könnte! Subtilität hört wohl mit dem Verschmelzen von Spermium und Eizelle endgültig auf und wer Kinder nicht will oder mag, der ist böse und mit dem reden Mama und Papa nicht mehr. Ich sage dazu: Zum Glück!

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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