Sie kaufen mein Auto

Sie kennen das: Wenn man mit einem „etwas“ älteren, aber immer noch fahrbaren Auto unterwegs ist, weil man sich keinen irrational teuren Angeber-Neuwagen leisten kann, werden einem während des Einkaufens diese netten Visitenkarten und Zettel mit dem Hinweis „Wir kaufen dein Auto“ an die Auto-Fensterscheibe gesteckt. Ja, mittlerweile kommen wir mit unserem WG-Mobil fast jedes Mal mit so einem Zettel vom Einkaufen heim. Das Fernsehen ist auch voll von Werbung mit „Wir kaufen dein Auto, schnell und zuverlässig!“ Da sieht man dann eine typisch westeuropäische Familie und zwei unglaublich nordisch-zuverlässig ausschauende, blond-blauäugige Auto-Händler im Anzug oder offiziellen Dress, die lächelnd die glückliche Familie, die ihre Schrottkarre loswerden will, so glücklich machen, als hätten die im Lotto gewonnen. „Schnell und unkompliziert.“ Nun habe ich mir also ein paar Dokumentationen angeschaut und Nachforschungen zu „Wir kaufen dein Auto“ angestellt und die Realität sieht leider etwas anders aus: Da kommen dann nach einer stundenlangen Telefoniererei zwei fast ausnahmslos in allen Fällen südländisch aussehende Typen in Klamotten, die sie aus den Ghetto-Kleiderspendeboxen herausgekramt zu haben scheinen. Trotz ihrer Geburt und dem Aufwachsen in Deutschland sprechen sie immer noch ein Ghetto-Orient-Kauderwelsch, schauen eher dunkel drein, „begutachten“ mit einem kurzen Rundumgang das Auto und bieten ausnahmslos um ein paar hundert, aber meist ein paar Tausend Euro weniger, als das Auto wert ist. Wo sind eigentlich die blonden, blauäugigen, zuverlässig ausschauenden Händler aus dem Fernsehen? Andererseits: Wer so dämlich ist und sich auf eine Werbung verlässt und sein Auto „schnell und unkompliziert“ loswerden will, als ob irgend etwas Wichtiges im Leben „schnell und unkompliziert“ als orientalisches-Basar-Straßen-Geschäft ablaufen könnte, ist wohl selbst schuld, sich solchen Herren anzuvertrauen. Ich frage mich übrigens, warum diese „Wir kaufen dein Auto-Typen“ so großzügig sind und immer mein Auto kaufen wollen, obwohl wir gar keine Neigung haben, unser WG-Mobil zu verkaufen? Sie sind direkt aufdringlich! Nun, im Orient sind Basare sehr beliebt und die wollen einfach alles kaufen und verkaufen- das ist der „Job“ Nr. 1 dort und daher ist es durchaus interessant, dass es jetzt Millionen „Profis“ mehr mit einer kaufmännischen Neigung aber ohne Ausbildung geben wird. Da es aber irgendwann keine Autos geben wird, müssen sie auf andere Dinge umsteigen: Sie werden vielleicht nicht mehr ganz so attraktiven Frauen einen Zettel in den BH schieben: „Wir kaufen dein altes Fahrgestell“.

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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