Die Sport-Fanatiker II

Sport zu treiben halte ich für eine Marotte von verwöhnten Yuppies- Menschen, denen es auch aufgrund der „Vorarbeit“ ihrer Vorfahren ziemlich gut geht. Sie treiben Sport, weil es ihnen zu gut geht und sie zu viel Zeit haben. Sie haben durch die Bank Berufe, in die sie durch die Freunderlwirtschaft des Vereins der Reichen und Einflußreichen hereingeschleust wurden und verlieren keine Zeit, herumzutröten, sie seien die Macher, die sich durch unglaubliche Disziplin und harten Fleiß alles erarbeitet haben- und der Sport kommt auch noch dazu! Wer am Land wohnt- und das ist trotz manchmal ärgerlicher Mitbewohner und psychedelischer Nachbarn trotz allem ein Privileg und ein Glück- dem fällt nie im Leben ein, ein schlechtes Gewissen darüber zu haben, dass er keinen Sport treibt. Als Teil- oder Selbstversorger und Selbermacher hat man den ganzen Tag so viel Arbeit in der Hauswirtschaft, dass einem nach vielen Stunden, in denen man sich am Feld und in der Hauswirtschaft abgerackert hat, nun wirklich nicht einfällt: Ich müsste jetzt aber noch unbedingt joggen! Man ist froh, sich niedersetzen zu können und froh, einmal überhaupt eine Zeit der Besinnung zu erleben. Auch Menschen, die körperlich anstrengende Arbeit leisten wie zum Beispiel Pfleger und medizinisches Pflegepersonal verbrauchen sich so sehr bei ihrer Arbeit, dass ihnen nach einem acht oder mehr Stunden-Tag, an dem man schwere Menschen bewegen und versorgen musste und sich körperlich verausgabt hat, nicht einfällt: Jetzt muss ich aber auch noch etwas „Gutes“ tun und joggen gehen, damit die Yuppies nichts Schlechtes über mich sagen! Viele Berufe sind besonders für Frauen körperlich so anstrengend, dass ihr Körper sich in einer ständigen Stress-Situation befindet. Sie sitzen eben nicht vor der Glotze- das tun aber die Yuppies sehr gern, die sich aus der öffentlich rechtlichen Glotze ihr gefährliches Halbwissen holen- und futtern- sie arbeiten einen großen Teil des Tages. Das stört die Yuppies natürlich nicht daran, Übergewichtige schlicht als faule verfressene Säue zu beschimpfen, denn RTL und Pro 7 zeigen ihnen doch die einzige und volle Wahrheit über diese Freß-Monster! Das einzige, was man als Nicht-Yuppie dann tun kann, ist, so einem Krampf, wenn der einmal in sein Bett scheißend in Pflege liegt, beispielsweise als Pfleger oder Krankenbetreuer  zu zeigen, was man für eine faule Sau sein kann, wenn man so einen überheblichen Hochwohlgeborenen dort liegen hat!

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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2 Antworten zu Die Sport-Fanatiker II

  1. Elisabeth Berger schreibt:

    Liebe Frau Witt, ich mag Sie einfach☺️, heute schon wieder besonders für die letzten Sätze😊
    Ich bin auch aus der Zunft der Pflegenden und stimme Ihnen voll zu!
    Oft mußte ich schon von Leuten Hintern putzen, die mich im Leben draußen gewiß von oben herunter ang’schaut hätten. Die ausgleichende Gerechtigkeit ist, daß es jeden von den Hochwohlgeborenen erwischen kann und sie in unseren pflegerischen Fingern landen😃 Und manchmal juckt es mich, pünktlich zum Dienstende alles fallen zu lassen und zu sagen: „Ich muß unbedingt noch ins Gym, auf’s Laufband auch und einen gesunden Eiweißshake saufen“. Dann haben die überaus Sportlichen, Schönen und Aktiven Glück, daß ich eine fette, faule Sau bin und Überstunden mach‘, damit ich sie noch aus der Scheiße ziehen kann. Manchmal sind die unsportlichen, nicht so kolossal Attraktiven, die nur am BMI Taillen- und Brustumfang gemessen werden, schon zu was gut. Glück gehabt, liebe schlanke, attraktive Yuppie- und Schicki-Micki-Gesellschaft🤢

  2. Alfred E. Neumann schreibt:

    Ein sehr interessanter Artikel, der mir aufgrund seiner erstaunlichen Differenziertheit vollkommen neue Einsichten beschert und mir nach eingehender kritischer Selbstreflektion meine nutzlose gesellschaftliche Stellung als verwöhnter „Yuppie“ in aller Deutlichkeit vor Augen geführt hat.
    Unter dem Blickwinkel habe ich meine dekadente Existenz noch gar nicht gesehen!
    Vielen herzlichen Dank dafür!
    Ja, ich gebe zu, daß ich zur hochprivilegierten und hoffnungslos überbezahlten Kaste der faulen und nichtsnutzigen deutschen Beamten gehöre.
    Genauer; ich bin Justizvollzugsbeamter im mittleren Dienst des Allgemeinen Vollzugsdienstes in einer JVA. Im Volksmund auch „Schließer“ genannt.
    Als solcher profitiere ich wie selbstverständlich von zahlreichen Privilegien und Vergünstigungen, an die natürlich kein Normalsterblicher und hart schuftender Arbeitnehmer auch nur in die Nähe kommt.
    Ich muß auch zugeben, daß ich Zutritt zu diesem außerordentlich elitären und hochprivilegierten Kreis nur erhalten habe, aufgrund dubioser Vetternwirtschaft und dunkler Seilschaften und zwar in Form eines Hauptschulabschlusses mit abgeschlossener dreijähriger Berufsausbildung in einem metallverarbeitendem Handwerksberuf.
    Auch mein Migrationshintergrund und meine, aufgrund miserabler Integration, dürftigen Lese,- und Rechtschreibkenntnisse sowie defizitärer Artikulationsfähigkeit der deutschen Sprache in Wort und Schrift, inklusive meiner noch rudimentär vorhandenen Muttersprachkenntnisse, waren diesbezüglich außerordentlich hilfreich.
    Vor meinem Eintritt in die Beamtenlaufbahn, die zusätzlich eine zweieinhalbjähriger Ausbildung mit anschließender Laufbahnprüfung und nach bestandener Probezeit eine anschließender Verbeamtung auf Lebenszeit erforderte, habe ich 12 Jahre in oben genanntem Metallberuf, hauptsächlich auf Baustellen körperlich durchaus anstrengende, dafür aber schlecht bezahlte Arbeiten verrichtet. Dies alles in prekären Arbeitsverhältnissen ohne längerfristige Planungsmöglichkeit.
    So beflügelt fand ich Gefallen am dekadenten Yuppie-Leben und dachte, da geht noch mehr.
    Tief beschämt und reumütig erlaube ich mir nun, nur einige der zahlreichen Privilegien zu nennen, die ich in meiner nutzlosen Existenz regelmässig hemmungslos in Anspruch nehme.
    Ich darf Wechselschichtdienst schieben (Früh,-Spät,- und Nachdienst), natürlich auch an Wochenenden und Feiertagen.
    Selbstverständlich nicht nach einem festen Rythmus; sondern, wie gerade der Personalnotstand ist, in unregelmäßigem, völlig unvorhersehbarem Wechsel. Gerne auch mal bis zu 12 Tagen am Stück. Danach folgt die dekadente Phase mit einem Tag frei. Sollten, was nicht oft vorkommt, mehrere glückliche Begleitumstände eintreten, sind es sogar derer zwei! Mein Rekord liegt bei 28 Tagen Dienst am Stück.
    Mit etwas Glück sind auch einige Krankenhausbewachungen dabei, diese sind grundsätzlich 12-Stundendienste. Besonders beliebt sind die Anrufe des Dienstplaners, der auch nach Nachtdiensten ohne Rücksicht auf Schlafenszeiten zu allen möglichen Zeiten anruft und Zusatzdienste abnötigt.
    Die Regeldienstzeiten werden regelmäßig erheblich überschritten und die beamtengesetzlich geregelte Arbeitszeitverordnung seit vielen Jahren routinemäßig und völlig selbstverständlich mißachtet. Daraus resultiert regelmäßig bereits nach 3-4 Jahren Dienst eine weitgehende Isolierung aus dem normalen gesellschaftlichen Leben sowie gescheiterten Beziehungen.
    Zu allem Überfluß zu so viel Dekadenz bekommt der „Yuppie“ auch noch in schönster Regelmäßigkeit völlig überflüssige Belohnungen dazu; und zwar in Form von Verbalinjurien in vulgärster Fäkalsprache, sowie Bedrohungen und tätlichen Angriffen.
    Auch darf der „Yuppie“ gerne völlig kostenlos seine körperliche Gewandtheit üben im Ausweichen von heranfliegenden Verdauungsendprodukten, die seine zu betreuende, soziale hochkompetente Klientel gelegentlich nach ihm zu werfen pflegt.
    Dies wiederum stellt durchaus einen olfaktorischen Genuß sondergleichen dar, sollten sich Reste an der Dienstuniform des „Yuppies“ diesbezüglich verewigen. Auch wird in Folge dessen gerne die Magentätigkeit in erheblicher Weise angeregt. Auch dieses beneidenswerte Privileg gibt es völlig umsonst.
    Als ob das nicht genug wäre, wird zu diesen ganzen Vorteilen der „Yuppie“ auch noch besonders üppig besoldet; und zwar derart, daß das Weihnachtsgeld bereits vor 15 Jahren abgeschafft wurde und jeder Bandarbeiter, der direkt bei VW,- Audi oder Daimler arbeitet, nur maliziös darüber lächelt.
    Ich kann aber zu meiner Verteidigung aber wenigstens anführen, daß ich als verwöhnter „Yuppie“ nur eine „Marotte“, meinen Laufsport, kultiviere.
    Viele meiner verwöhnten „Yuppie“-Kollegen treiben´s noch viel hemmungsloser. Denn die feiern mitunter ihre nutzlose, dekadente Existenz jeden Tag mit wilden Partys mit reichlich billigem Alkohol und sedierenden Psychopharmaka, weil sie so viel Glück nicht fassen können.

    Gelegentlich mit soviel, daß nach der Party ein gepflegter Kombi vorfährt, mit hübschen Gardinen an den Seitenfenstern und einer hübschen Holzkiste darin. Der holt sie dann ab in ein nahegelegenes Wellness-Paradies, welches ich, obwohl die gepflegte landschaftlich-botanische Architektur durchaus zum kontemplativen Verweilen einlädt, aus nachvollziehbaren Gründen in absehbarer Zeit erst einmal nicht näher kennenlernen möchte.
    Auch nicht als „überheblicher Hochwohlgeborener“. Derart hedonistisch bin ich nun doch nicht veranlagt.

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