Die Sport-Fanatiker

Ach, wie wir es lieben, wenn uns die Sport-Fanatiker unter die Nase reiben, wie toll sie sich selbst finden, weil sie Sport treiben. Und wie glücklich wir alle wären, wenn wir das alle so wie sie machen würden. Also mir, liebe Sport-Fanatiker, kommt ihr gar nicht so glücklich und zufrieden vor, wie ihr immer vorgebt. Denn welcher hindu-buddhistisch mit sich im Einklang stehende Mensch würde Gift und Galle gegen andere Menschen versprühen, die keinen Sport treiben? Ist ein zufriedener Mensch nicht jemand, der Frieden mit allen geschlossen hat? Es ist auch wenig wahrscheinlich, dass diese Sport-Fanatiker glücklich sind, denn immerhin stehen sie ständig in Konkurrenz mit anderen Sport-Fanatikern und seien wir ehrlich: Manchen gibt die Natur und die anderen müssen alles und noch viel mehr geben und sie kriegen dafür nur Frust zurück: Den Frust, dass man so viel für diesen Sport opfern muss. Ihren Frust über ihre tägliche Quälerei entladen sie dann an uns, die wir gemütlich im Park sitzen und chillen. Mit ihren bösen Fascho-Blicken schneiden sie uns gern beim Joggen und schauen dauernd mit einer wutentbrannten Fresse des Verachtens auf den Rest der Welt. Sport-Fanatiker haben mit Islamisten sehr viel gemeinsam: Sie glauben an keinen anderen Gott als den ihren, sie akzeptieren keine anderen Götter außer ihren und sie wollen alle, die an etwas anderes glauben und anders sind, ausmerzen. Ja, ich denke nicht, dass die wirklich glücklich sind, wenn sie voller Hass auf die Biergarten-Besucher mit ihren Krügerln, Stelzen und Schnitzeln mit Kartoffelsalat schauen, während sie in ihrem pathologischen Selbsthass, den sie auf uns dann übertragen, joggen, bis der Krankenwagen kommt. Aber hey: Er macht es für die gute Sache- wenn der Freak beim Joggen bei dreißig Grad umkippt, müssen wir ihn alle ob seiner Opferbereitschaft bewundern- wenn jemand im Biergarten umkippt, ist er natürlich ein verfressenes, gieriges Schwein, das es nicht anders verdient hat! Die Krankenkosten fallen zwar für beide Spezies an, aber den Sport-Extremisten braucht man gar nicht zu fragen, ob er glaubt, dass sein Kreislaufkollaps der bessere ist, weil er ein Aggression versprühender Krampf ist und wir nicht!

Advertisements

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
Dieser Beitrag wurde unter Adipositas, Übergewicht, Essen und Trinken, Gesundheit, Religion abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Die Sport-Fanatiker

  1. Alfred E. Neumann schreibt:

    Ein wunderbar erhellender und entlarvender Artikel und geradezu ein Musterbeispiel für das, was in der Psychologie als „Projektion“ bezeichnet wird:
    “…Projektion bezeichnet in der Neurosenlehre allgemein − und von Schulen unabhängig − einen Abwehrmechanismus. Der Begriff Projektion umfasst das Übertragen und Verlagern eines innerpsychischen Konfliktes durch die Abbildung eigener Emotionen, Affekte, Wünsche und Impulse, die im Widerspruch zu eigenen und/oder gesellschaftlichen Normen stehen können. Eine solche Projektion richtet sich auf andere Personen, Menschengruppen, Lebewesen oder Objekte der Außenwelt…“
    Ansonsten strotzt der Artikel nur so vor Stereotypen, geradezu pathologischen Vorurteilen und verzweifeltem Wunschdenken.
    Ich habe mal sämtliche Behauptungen für mich auf den Prüfstand gestellt.

    1. Ich für meinen Teil als „Sportfanatiker“ fühle mich außerordentlich glücklich und zufrieden, (besonders nach dem Laufen) und versprühe alles Andere „als Gift und Galle gegen Andere“.
    Im Gegenteil, ich hatte beim Laufen, konzentriert nur auf mich, schon so manchen befreienden, katharsischen Effekt verspürt.

    2. Von „haßerfüllten Faschoblicken“ mit „wutentbrannter Fresse“ mit denen ich andere schneide kann nicht die geringste Rede sein. Ist mir auch bei anderen Läufern ehrlich gesagt noch nie aufgefallen.
    Dafür gibt es für mich auch nicht den geringsten Grund. Ich muß keinen Haß auf andere projizieren, sehe darin auch gar keinen Sinn. Ich toleriere nicht nur, sondern akzeptiere sogar völlig selbstverständlich, daß jeder mit seiner Gesundheit und seinem Körper tun und lassen kann was er will. Er trägt ja auch allein dafür die Konsequenzen! Wobei ich natürlich auch mit meinen Krankenversicherungsbeiträgen die vielen „glücklichen“ Säufer, Fresser und Qualmer gemäß dem Solidarprinzip natürlich quersubventioniere. Aber als altruistisch angehauchter Misanthrop mache ich das gerne.

    3. „Opfern“ tu ich überhaupt nichts. Ganz im Gegenteil! Ich kann beim Laufen wunderbar entspannen und sehr gut Nachdenken. Es gibt für mich nichts Schöneres.
    Zahlreiche gesundheitliche Vorteile wie ein ein leistungsfähiges Herz/Kreislaufsystem, deutlich geringeres Krebs,- und Diabetesrisiko und eine Topfigur gibt es obendrein.
    Außerdem kann ich mir gelegentlich getrost ein dickes Stück von meinem geliebten Apfelkuchen oder eine halbe Tafel süchtigmachende dunkle Schokolade reinschieben, ohne daß es anschlägt.
    Das einzige „Opfer“ sind gelegentlich mißbilligende, hinterrücks mißgünstige Blicke und abfällige Kommentare (von Frauen mittleren Alters und entsprechender Leibesfülle), aber damit kann ich leben. Meine Strategie ist, wenn ich es mitbekomme, dann ein charmantes Lächeln und ein langsames wandern des Blickes nach unten mit Verweilen auf auf der dicken Wampe oder dem fetten Arsch. Ein tolles Gefühl!

    4. Ich sehe mich nicht im geringsten zu irgendjemandem in Konkurrenz; nie würde ich auf die Idee kommen irgendwelche Wettkämpfe oder Marathonläufe zu bestreiten (obwohl ich früher in der Schule ein recht guter Mittelstreckenläufer war). In meinen Augen völlig unnötig, bei dem der Schaden langfristig den Nutzen ganz klar überwiegt.

    5. Ich laufe bei Wind und Wetter (außer starkem Regen), egal ob -10°C oder +32°C, nie hatte ich irgendwelche Kreislaufprobleme. Im Gegensatz zu so manchem „glücklichen Dicken“, der/die bereits nach zwei (!) Stockwerken zu Fuß, schwitzend eine knallrote Birne bekommt und laut röchelt und schnauft. Meine letzte Erkältung/Grippe ist ewig lange her.
    Jedem das Seine und mir das Beste!

    • Elisabeth Berger schreibt:

      Allerliebster Herr Neumann,
      ad Absatz 2: die Gemeinschaft der Versicherten bezahlt auch für Sportfreaks, die sich verletzen! Ich erinnere mich an die Bänderrisse und Sprunggelenksfrakturen, die jeden Sonntagnachmittag stationär aufgenommen wurden, weil Fußball gespielt oder die tollen Gesichtsschädelverletzungen bei Spielern und Zuschauern, die der Puck beim Eishockey anrichtete, etc. ….etc. …… Es gibt auch Kostenverursacher bei den Sportlern, nicht nur durch Völlerei beim restlichen Volk🍰🍨🍻🍷🍾🚬

      • Alfred E. Neumann schreibt:

        Sie wollen mir jetzt doch nicht allen Ernstes die paar akuten Sportverletzungen mit den zweistelligen Milliardenkosten gegenrechnen, die der Volkswirtschaft entstehen, die allein die zügellosen Fresser, Säufer, Qualmer und notorischen Bewegungsverweigerer verursachen?

    • Elisabeth Berger schreibt:

      Nö, ich will nicht gegenrechnen! Aber Sie wissen auch, daß es irre viele Sportarten gibt. Denken Sie an die Skifahrer im Winter, es passieren vermehrt böse Unfälle! Möchte damit nur sagen, daß die Sportler nicht ganz ohne medizinische Behandlung durch’s Leben gehen. Ich denke auch, daß Extremsportler einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt sind. Aber okay, alkoholbedingte kaputte Lebern kosten Geld auf längere Zeit. Trotzdem kann ich nicht umhin, zu sagen, daß nicht jeder Raucher Lungenkrebs bekommt oder schlimme Durchblutungsstörungen hat und nicht jeder, der viel ißt, hat automatisch Herzinfarkt, Schlaganfall und Hypertonus. Sicher sind die Chancen bei Abusus größer, krank zu werden! Aber man darf nicht pauschal urteilen und wenn man dicke Menschen, Raucher oder Trinker sieht, zu denken: Ey, du liegst der Gesellschaft nur auf der Tasche. Eigentlich geht’s mir nur darum, daß man Menschen, die nicht der Etikette dieser Zeit entsprechen, nicht einfach aburteilt und sie in eine Schublade steckt.

      • Elisabeth Berger schreibt:

        P.S. manchmal lohnt es, hinter die Fassade zu gucken. Wissen wir z.B. immer, warum ein Mensch zu trinken angefangen hat? Ganz sicher nicht immer aus reiner Lust, weil er es gerade toll fand oder ihm langweilig war, aber den Rest erledigt später die Sucht. Nicht jeder ist stark genug, den Entzug durchzuhalten.

  2. Alfred E. Neumann schreibt:

    p.s. Mein schönstes Erlebnis beim Laufen als „haßerfüllter Sportfanatiker mit wutentbrannter Fresse“ war, als ich zwei winzige, halbgefiederte Wacholderdrosseln fast verendet leise fiepend auf der Waldstrasse gefunden habe, die dem jährlichen Heckenschnitt der Nestzerstörung zum Opfer fielen. Ich konnte sie glücklicherweise wieder aufpäppeln und sie besuchten mich danach noch monatelang jeden Tag in meiner Wohnung. Nach Fensteröffnung kamen sie dann wie selbstverständlich auf meine Hand und bekamen leckere Körner. Offensichtlich hat sie meine „haßerfüllte wutentbrannte Fresse“ nicht sonderlich gestört.

    • Elisabeth Berger schreibt:

      Tiere mögen einen immer, egal wie man aussieht😊
      Das ist aber mal nett von Ihnen, daß Sie die Vögelchen aufgepäppelt haben – hätt‘ ich mir gar nicht gedacht…..

  3. Elisabeth Berger schreibt:

    Jeder der Sport treibt, hat meinen Respekt. Ich mach’s nicht😎Ich könnt‘ nur die besessenen Rennradlfahrer (die Dürren mit der Kaffeebohne als Hintern, die sich die Gräten wegen Luftwiderstand rasieren) vom Radl reißen! Sie fahren dauernd, oft im Pulk, auf der Bundesstraße. Neben der Straße gibt’s einen wunderbar ausgebauten Radweg! Aber anscheinend ist der für die Herren Kaffeebohnenpo zu minderwertig. Da fährt man lieber auf der Bundesstraße, zwingt jedes Auto abzubremsen und wird dann wahrscheinlich noch als nächstes die Autobahn erobern. Den ersten Besessenen, der krampfhaft auf dem High-Tech-Radl sitzt und wie ein Wahnsinniger auf der Autobahn rödelt, hau‘ ich einen Stecken zwischen die Speichen😈
    Heut‘ bin ich bös‘, weil mich vormittags wieder ein Held des Zweirads, geschnitten und ausgebremst hat – ohne schauen einfach vor das Auto rasen, im Slalom rechts und links und frecherweise einen Vogel zeigen, das mag ich👿

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s