Nicht anfassen!

Sie kennen das: Als intellektuelles Oberhaupt eines Haushalts sagen Sie oft, die anderen sollen dies oder jenes nicht anfassen oder dort und dort nicht hingehen. Wie es bei Anführern so üblich ist, vergessen Sie, die Anweisungen näher zu explizieren und den erklärenden Satz hinzuzufügen, warum etwas nicht angefasst werden darf oder warum man wo nicht hingehen darf. Sie denken sich: es sieht doch ein jeder Trottel, dass Sie gerade den Fußboden gewischt haben und er trocknen muss und da reicht es doch, wenn Sie sagen „Nicht hereingehen!“ Oder Sie legen einen Teller in den Ofen und wenn Sie ihn herausnehmen, ist er natürlich heiß und da sagen Sie „Nicht anfassen“, weil es doch eh klar ist, dass Sachen, die aus dem Ofen kommen, heiß sind. Für meine Mitbewohner ist „Nicht anfassen“ und „Nicht hereingehen“ ein Befehl, genau das Gegenteil zu tun. Sie hören mir zwar immer nur mit einem halben Ohr zu, aber diese „Befehle“ sind für sie eine Aufforderung- eine Provokation! Sie stehen auf einmal auf und gehen in die frisch gewischte Küche und trampeln mit ihren Klebeschuhen auf dem Fußboden herum, rutschen gar aus und beschimpfen mich dafür! Auch aufs Klo müssen sie gerade, wenn ich am Bohnern bin und raten Sie einmal, wer heute den heißen Teller angefasst hat, als ich sagte „Nicht anfassen“ und dann „Au!“ geschrien hat- er hat es auch noch mit der ganzen Hand getan! Und wenn ich Eintopf mache und er ziehen muss und der Deckel nicht aufgehoben werden darf, weil das eben so gemacht gehört- raten Sie einmal, wer dann immer heimlich, wenn ich weg bin, in die Küche kommt, den verdammten Deckel aufhebt, die ganze Wärme und alles entweichen lässt und „Nur einmal kosten“ tut! Genau dasselbe spielt sich wohl in den Gehirnen von Frauenmördern oder Perversen jeder Art ab. Weil sie Frauen oder Kinder nicht anfassen dürfen und weil überhaupt niemand von ihnen angefasst werden will oder sich gar mit ihnen unterhalten will, tun sie das genaue Gegenteil. Es scheint ein typisch männliches Problem zu sein- ein Widerstand gegen „Befehlshaber“ jeder Art. Sie wollen sich von niemandem vorschreiben lassen, was sie tun dürfen und was nicht. Ob es helfen würde, wenn man den Männern in einem Nebensatz erklärt, warum sie etwas nicht machen dürfen? Dass das alles vernünftige Gründe hat? Raten Sie Mal, bei wem das nicht klappt!

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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