Haare statt Glatze

Wenn man den juvenilen Status endgültig Richtung Verwelken verlässt, kommt nicht nur die Zahnfee öfters zu Besuch. Nein, auch die Haarfee ergießt den Segen des Haarausfalls über einen und nach ein paar Jahren kann man sich das Kämmen sparen, denn man zieht sich die Haare, die im Weg stehen, einfach vom Kopf herunter. Eigenartigerweise fangen an anderen Stellen die Haare an, so richtig intensive, melaninegetränkte Wurzeln zu bilden- der weibliche Oberlippenbart beginnt, aggressiv zu sprießen, Augenbrauen fangen an, sich über ganze Gesichtsteile zu verteilen und ständig muss man sich rasieren, weil die Haare, die am Kopf fehlen, aus irgendeinem Grund in die überflüssigen Partien des Körpers wandern, wo wir sie definitiv nicht haben wollen. Langsam friert einem auch schon der Kopf und man fragt sich, ob man sich nicht aus den überflüssigen Gesichts- und Körperhaaren eine Kopfbedeckung flechten sollte- sie einfach herauszureißen oder zu rasieren ist doch eine Verschwendung. Man blickt voller Wehmut auf die Beauties mit vollem Haar und Jennifer Aniston-Mähnen und widmet sich, wenn man denn das Geld hat, irgendwelchen Präparaten aus dem Home-Shopping-Kanal, die uns zwar nicht helfen, aber uns das Gefühl geben, dem Unausweichlichen vorzubeugen. So ein paar Millionen Implantate auf die kahlen Stellen täten einem auch gut- wenn man das Geld hätte. Andererseits hat alles zwei Seiten und durch die zunehmende Gesichtsbehaarung friert man weniger im Gesicht und auch Leute, die man nicht sehen will, erkennen einen möglicherweise gar nicht mehr. Und so ein Kopf mit wenig oder keinen Haaren kann in Zukunft durchaus zu einer Stilikone werden- abwarten! Man erspart sich außerdem Unmengen an Haarpflegemitteln, die man ein Leben lang fleißig verwendet, ohne dass diese verdammte Chemie verhindert hätte, dass sie einem herausfallen! Vielleicht ist die Chemie und die „natürliche“ Chemie am Ende doch nicht so gut für uns gewesen, wie es die Werbung immer behauptet hat? Vielleicht hätten wir die Haare am Ende gar nicht chemisch „pflegen“ sollen?

Advertisements

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
Dieser Beitrag wurde unter Gesundheit, Shopping, TV, Werbung abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Haare statt Glatze

  1. Elisabeth Berger schreibt:

    Hihi, großartig, wie aus’m richtig’n Leb’n😊

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s