Die Markenklamotten

Früher war alles besser. Zumindest was die Markenkleidung angeht. Letztens habe ich einen Schrank ausgemistet und die Lacoste-Sachen eines Bekannten aus den 80ern und 90ern bewundert. Damals war Markenkleidung wirklich noch etwas wert- vielleicht auch, weil der Mangel an Kundschaft durch den geschlossenen Ostblock Klasse statt Masse möglich machte. Mit diesen Sachen kann man ein ganzes Leben herumlaufen, ohne dass man da herauswächst oder dass sie kaputtgehen. Echt seltsam. Ich habe mir einmal einen aktuellen Lacoste-Laden angeschaut. Farblose, belanglose „Mode“, getragen von waschechten Magersuchts-Models, bei denen definitiv die inneren Organe fehlen! Nur die Preise haben sich nicht verändert. Ich frage mich, welcher normale Mensch in so einen Laden geht, wo Kleidung für Magersüchtige geschneidert wird, die niemandem passt, um sich etwas Belangloses zu kaufen, nur um das Gefühl zu haben, man kaufe ja nicht bei den „No Names“ ein? Alles in der gleichen Fabrik in Südasien zusammengeschneidert und ab einer Normalgröße dementsprechend teurer als der Preis auf der Schaufensterpuppe oder den lebenden Hungerhaken, denn die Bekleidungsindustrie will uns nicht ausstatten, sondern nur unser Geld und wohl auch den letzten Tropfen unserer Würde- warum sonst schauen alle diese Markenklamotten-Träger heute wie Vogelscheuchen aus? Ob Levi’s, Bennetton, D&G oder Versace- beim Grabbelhändler unseres Vertrauens bekommen wir mittlerweile das Gleiche oder sogar Besseres und viel billiger! Geblieben ist allein die Marke, aber wer merkt wirklich noch den Unterschied zwischen Louboutins und 20 Euro-Schuhen, wenn nicht irgendwo die Marke groß angeschrieben steht? Alles genauso beliebig! Und wer erkennt wirklich die Fake-Louis Vuitton-Taschen- es sind ja dieselben Schneider und mittlerweile schauen alle Taschen gleich aus! Milliarden Menschen rennen mittlerweile alle im gleichen Dresscode herum, der sich auch noch individuell schimpft, als hätten sich die Klamotten-Kauf-Zombies das selbst genäht. Wer heute wirklich auffallen will, trägt eine religiöse Tracht- aber auch auf den Zug sind die Markenfirmen aufgesprungen- immerhin sind Gläubige bereit, viel Geld für ihren Kultus auszugeben und so ein Schleierumhang oder Kaftan von Versace hat auch seinen Preis!

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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