Die Abtreiberinnen

Bevor man Urteile über Länder des Orients oder Osteuropas über ihre Gesetzgebung zum Schwangerschaftsabbruch fällt, sollte man einmal nachschauen, wie viel mehr Freiheit die patriarchalische Männergesellschaft den Frauen in Deutschland zumutet. Soweit wir wissen, ist der Paragraph 218 immer noch in Kraft- was die Frage aufwirft, inwieweit man sich zu einer „Demokratie“ a la Bundesrepublik  bekennen kann, die den Menschen Gesetze aus der Vor-Aufklärung aufoktroyiert, deren Inhalte zumindest zu einem Viertel menschen- und freiheitsfeindlich sind. Die Hetze gegen Frauen ist keinesfalls nur im Gesetz verankert, sondern in der Gesellschaft immanent: Ein Kind (Fötus, Fleischklops, Wurmfortsatz)  „abzutreiben“ hat schon so eine negative Konnotation- als hätte es etwas mit einem perversen Lagerarzt zu tun. Eine Schwangerschaft abzubrechen hört sich zivilisierter an, aber immer, wenn das Thema von Prolo-Massenmedien ausgeschlachtet wird, wird das gute Wort „Abtreibung“ den keuschheitsfeindlichen Huren des Westens auf die Stirn tätowiert. Die Frau ist ein wandelnder Brutkasten, der dafür da ist, Kinder auszubrüten. Sie hat kein Recht über das Fleisch in ihrem Bauch- darüber bestimmt eine patriarchalische religionsdominierte Polit-Autokratie, die Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen, zu Mörderinnen macht. Und sich von staatlich und kirchlich gelenkten Institutionen- den Domänen der „Freiheit“, vor einem Abbruch beschwatzen zu lassen, bis es für einen Abbruch zu spät ist, ist auch eine sehr zuvorkommende Art, Frauen als Hundchen zu behandeln, die über ihren Körper nicht selbst entscheiden können. Herrchen Staat und Kirche wissen schon, was für die weiblichen Schrumpfhirne gut ist- und wehe, Sie outen sich als Schwangerschaftsabbrecherin: Auf den Scheiterhaufen mit dieser Hure!

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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