Nächstenliebe

Papst Franziskus und seine Kirche ermahnen uns, wir sollen unsere Nächsten lieben. Besonders die Nächsten aus dem nahen und dem fernen Osten, die geographisch gar nicht unsere Nächsten sind. Wenn es um meine Nächsten geht, so sind da Polen, Tschechen, Dänen, Holländer, Belgier, Luxemburger, Schweizer, Österreicher und Franzosen- und zumindest den Polen und Tschechen in den verrotteten Plattenbau-Ghettos und Elendsdörfern jenseits der Altstadtidyllen fehlt jede Perspektive und jede Chance auf den Lebensstandard, den wir haben. Warum also soll ich mich so besonders für die Exotik erwärmen, wenn es ganz in der Nähe, bei meinen „Nächsten“, genug Elend gibt, das nach Kompensation durch „Nächstenliebe“ verlangt? Und auch meine physischen Nächsten lassen die Kinder in einem Zimmer ohne Heizung nur mit Heizlüfter leben- der auch nicht allzu oft eingeschaltet werden darf. Die Mehrzahl der Einwanderer aus Asien und Nahost sind sicher nette Leute- zumindest behaupten das immer die Orakel-Medien, aber ich persönlich kann die Mehrzahl meiner eigenen Nachbarn nicht ausstehen und die Mehrzahl meiner Nachbarn hat die gleichen Gefühle für mich und der einzige Weg, wie wir einander näher kommen könnten, wäre es, eine Flasche Brennspiritus mit einer Handvoll Glückspillen zu leeren- wie kommen die Medien also nur darauf, man würde Menschen aus einem von Gewalt und Aberglauben beherrschten Kulturkreis, die man sehr viel schlechter kennt, als seine Nachbarn, nämlich gar nicht, ohne Vorbehalt in seine Arme schließen wollen?

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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Eine Antwort zu Nächstenliebe

  1. Utopio schreibt:

    Der Nächste aus christlicher Sicht ist erst einmal jeder.
    Wenngleich der Nächste aus fernen Teilen der Welt sehr wohl auch eine bloße Ausrede sein kann, dem Nächsten vor der Haustüre nicht begegnen zu müssen. Hab ich oft schon gesehen. Denn bei dem fernen Nächsten am Ende der Welt ist ja die Chance doch sehr klein, dass ich ihm tatsächlich einmal Auge in Auge gegenübertreten muss. Da hilft es sich schon viel leichter. Die Hilfe dient dann eher der Besänftigung des eigenen schlechten Gewissens und kommt nicht aus dem Willen wirklich zu helfen.

    Doch wenn der Nächste aus der Ferne mir dann doch vor der Haustüre Auge in Auge gegenübertritt gibt es wiederum keinen Grund ihn schlechter anzusehen als jeden anderen Nächsten vor der Haustüre. Vor Gott sind alle gleich. Man kann nicht das Leid verschiedener Gruppierungen gegeneinander ausspielen. Leid ist erst einmal einfach nur schrecklich. Punkt. Dass ich nicht die Ressourcen habe allen zu helfen, ändert an dieser Bewertung nichts.

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