Akademiker vs Hauptschüler

Aus irgend einem Grund werden Akademiker oft angegriffen, wenn sie sich als solche outen. Da kommen dann Leute mit anderen Bildungsabschlüssen, die offensichtlich ein Problem damit haben, dass sie einen Bildungsabschluss“ zweiter Klasse“ haben und als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden. Es ist nicht sehr fair, alle Akademiker in einen Topf zu werfen und sie als Feind zu sehen, wenn man „nur“ die Hauptschule beendet hat. Denn Akademiker wird man in Deutschland, aber auch in Österreich nur, wenn man in den entsprechenden sozialen Verhältnissen lebt und anderenfalls nur mit viel Glück. In der vierten Klasse vor die Trümmer seiner Zukunft gestellt zu werden ist eine elitaristische, autoritäre Selektionierung von Menschen, die mit voller Absicht in großer Stückzahl zu Unterschichten abgestempelt werden, ohne dass sie dazu gehören. Es ist nicht nachvollziehbar, dass sich gegen dieses Unrechtssystem, das nicht so sehr von gestörten Lehrern, sondern von Bildungsministerium und den Eliten von oben herab abgesegnet und um jeden Preis erhalten wird, die Menschen nicht wehren. Aber das perfide Ziel des Hauptschulsystems ist es auch, den Menschen schon im Kindesalter jedes Selbstbewusstsein zu nehmen und ihnen einzubläuen, dass sie schon im Kindesalter für ihre gesellschaftliche und berufliche Position verantwortlich sind. Es geht nicht darum, dass Hauptschüler tatsächlich Menschen zweiter Klasse sind, sondern darum, dass das Unrechtssystem in Deutschland, aber auch in Österreich, alles tut, um Menschen zweiter Klasse zu züchten und in der Öffentlichkeit zu bekunden, dass das alles schon so stimmt. Dass Hauptschüler dann in Abendschulen und anderen Extraschulen ein Abitur nachholen müssen und die Hürden dafür sind vom Staat beabsichtigt, damit so wenig Hauptschüler wie möglich die Motivation oder schlicht die Zeit und die Gesundheit dafür haben, denn Leben, Rechnungen bezahlen und so weiter muss man ja auch! Die Arroganz von Gymnasial- und Universitätsfuzzis ist ebenfalls beabsichtigt- dass so etwas wie eine im Vergleich höhere Intelligenz dahinter steckt, als die von Hauptschülern, ist natürlich nur ein Mythos. Mit der Hauptschule wird erfolgreich eine Ghettoisierung der Gesellschaft betrieben und in der Hauptschule gehen Existenzen unter. Aber wer sich Jahrzehnte als Eltern damit zufrieden gibt, dass ihre Kinder zu Menschen zweiter Klasse gezüchtet werden, ist ja auch selbst schuld, denn was können denn die Kinder in der vierten Klasse gegen das Unrechtssystem tun? Wo bleibt der Aufmarsch von Millionen Deutschen und Österreichern, die die politische Herumdruckserei mit Gesamtschulen und neuen Mittelschulen nicht mehr tolerieren wollen und diese faschistische Selektionierung ihrer Kinder, deren Zukunft in der vierten Klasse abgeschrieben wird, beenden wollen?

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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