Die Schlemmer

Unser Frauenratgeber sagt uns jede Woche, wie wir uns „schlank und fit“ schlemmen, ohne dabei auf irgendwas verzichten zu müssen. Da werden dann sieben mit Haarspray eingesprühte im Fotostudio zusammengewichste „Gerichte“ präsentiert, die einem das Wasser im Mund zergehen lassen, weil der Mensch eben ein sehr beeinflußbares Wesen ist. Wenn ich diese ganzen Sachen nachkoche, leuchten mich die Gerichte leider gar nicht so mit Neonfarben an! Mit den Diäten ist das leider auch so, dass sie darauf basieren, dass der Mensch verzichtet und jemand, dessen Körper auf Kalorien eingestellt ist, wird durch Diäten auf Dauerentzug gestellt. Man gibt hier dem Körper Methadon in Form von gewürztem Schmarrn, der keinerlei benötigte Energie liefert. Zugegeben, für die Gammler in den Pflegeheimen, die zwanzig Jahre lang im Bett liegen und nichts tun, ist das sicher eine gute Sache, denn sie verbrauchen ja keine Energie. Was aber das Reis- , Salat-, Körndl-, und Fruktosefressen den normalen Menschen bringen soll, außer sie noch hungriger zu machen, kann ich nicht nachvollziehen. Ausnahmslos alle diese Gerichte sind für tätige Menschen überhaupt nicht geeignet und setzen außerdem voraus, dass man nichts anderes mehr zu sich nimmt- nicht einmal Wasser oder Medikamente. Auch ist es ziemlich fies und gemein, Menschen, die alle einen unterschiedlichen Grundumsatz haben und enzymatisch anders funktionieren, in einen Topf zu werfen und so denen, die nicht wie die Hungerhaken der Lagerfeld-Fraktion ausschauen, ein schlechtes Gewissen zu machen und sie mit Diäten zu ködern. Es wäre auch schön, wenn man mit diesen Babyportionen irgendwas anfangen könnte, aber es gibt ja auch keiner zu, dass er, nachdem er im Lokal einen Salat gegessen hat, sich zu Hause das Brathähnchen hereinstopft oder den Streichkäse leerfuttert oder eine Kühlschrankorgie veranstaltet. Leider ist die Gesellschaft durch die Glotze und die nutzlosen Medien darauf programmiert, von den Menschen bestimmte Verhaltensweisen zu erwarten und wehe, Sie als Dicker oder Problemzonen-Besitzer bestellen sich im Restaurant etwas anderes als eine Reispfanne, ein Salaterl oder ein Kornspitz-Baguette, Sie verfressener Pottwal!

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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