Der weiße Fluch

Jetzt haben wir dank eines liebevollen Orkans endlich auch unseren Neuschnee. Keine Ahnung, was die Leute alle mit dem Schnee haben. Dauernd hört man im Radio Glöckchengebimmel und sieht Leute in verträumten Hütten, die aus einem Holzfenster auf die weiße Pracht hinausschauen. Wenn der erste Schnee „endlich“ auch unsere kleine Welt verwüstet, ist leider nichts so friedlich wie in der TV-Werbung. In der auch sonst einander nicht wohl gesinnten Nachbarschaft fängt der Schneekrieg an. Bis heute hat niemand die Frage geklärt- wohin mit dem Schnee? Es ist ja sehr schön, dass ich für „meinen“ Teil des Gehweges die Räumpflicht habe, aber wohin soll ich diese Unmengen von Schnee schieben? Zum Nachbarn natürlich! Und der Nachbar macht genau das Gleiche und der nächste auch- sie schieben ihren Drecksschnee zu mir. Wer als erster geschoben hat ist der Gewinner in dem Kampf um die Erfüllung der Räumpflicht und der Schnee hört nicht auf zu fallen und irgend so ein blöder Pensionist muss immer aus seinem Haus herauskriechen und natürlich über meinen Haufen stolpern und sich seine unnötigen Knochen brechen oder irgendein Bangert rutscht aus und ich werde von der Nachbarschaft als das Böse persönlich beschimpft und trotz allem ist mir nicht klar, was diese Schieberei vom einen zum anderen Nachbarn bewirken soll?

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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