Etikettenschwindel

Kleidung einzukaufen ist für Menschen, die nicht die von der Mediengesellschaft propagierten Idealmaße haben, ohnehin schon frustrierend. Wenn man dann endlich die Unterhosen und Hosen gefunden hat, bei denen nicht die Afterritze hinten und die Problemzonen vorne herausspringen und ein Oberteil, das halbwegs bedeckt und nicht irgendeinen stoffsparenden Schnitt hat, bei dem alle Pölsterchen gut betont werden und herausgequetscht werden, währt die Freude nicht lange. Zu Hause angekommen stellt man wieder einmal fest- an den Unterhosen sind mindestens vier kratzende Etiketten drangenäht- an den Hosen sogar noch mehr und zwar an den verschiedensten Stellen- sowohl hinten als auch am Hosenbein und beim Oberteil das Gleiche- innen, wo man es so richtig schon spürt, oben und an den Seiten lauter brutal angenähte Etiketten, auf denen irgendwelche Hinweise in hundert Sprachen stehen. Bei der stoffsparenden Magersüchtigen-Mode heutzutage ist an den Etiketten oft mehr Material als an dem Kleidungsstück selbst! Nun versucht man also, die Etiketten wegzumachen. Bei den Unterhosen versuche ich, die Etiketten zu entfernen, indem ich den Faden, an dem sie hängen, vorsichtig einschneide, denn wenn der Rand der Etiketten noch am Kleidungsstück hängt, ist es genauso ätzend als wäre alles noch dran und es kratzt und verletzt die Haut. Ich stelle fest- mit dem Einschneiden des Fadens ist die ganze Unterhose auseinandergegangen- denn die Etiketten sind absichtlich mit dem Kleidungsstück zusammengenäht. Die Bekleidungsindustrie weiß, dass wir immer versuchen, diese absichtlich mit der Kleidung zusammengenähten Etiketten zu entfernen, die Kleidung gleich nach dem Kauf dann wegwerfen müssen und uns wieder neue kaufen müssen. Das nenne ich Mafia. Bei der Hose steht „hier abschneiden“ und ich schneide die Etiketten ab. Es bleibt ein dicker Rest von fünf Etiketten, der mir jetzt also für den Rest der Lebenszeit der Hose das Hinterteil zerkratzen wird. Beim Oberteil genau der gleiche Genuss nach Abschneiden der mit der Kleidung an den Nähten zusammengenähten Etiketten- entweder- man schneidet die Kleidung auseinander, oder man kratzt sich mit den Etikettenresten fast zu Tode. Ja, wie schön haben es da die Reichen, die zum Schneider gehen können und sich Maßkleidung anfertigen lassen können! Was gäbe ich für Unterhosen ohne Etiketten! Wie schön wären Hosen und Oberteile ohne diese Neurodermitis-Krätze-Etiketten!

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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8 Antworten zu Etikettenschwindel

  1. Elisabeth Berger schreibt:

    Bwahh, ich bin nicht alleine😊😊😊😊😊

  2. Alfred E. Neumann schreibt:

    Tja, hier haben wir wieder das altbekannte Frauenproblem; sie denken einfach nicht weiter als von der Tapete bis zur Wand, stringente Logik ist dieser Spezies fremd. Anstatt ein (anspruchsvolles und schwieriges, aber später einträgliches) Studium in einem der gefragten MINT-Fächer abzuschließen, wird viel lieber ein ein viel einfacheres Laberfach (Literaturwissenschaft, Soziologie, Germanistik, Philosophie) studiert, welches kein Schwein braucht und entsprechend mies bezahlt wird. Und dann wird natürlich lauthals in Blogs krakeelt, wenn sich das derart akademisierte Prekariat in versifften WG´s zusamenrotten und sich nur minderwertige Nahrung und Kleidung bei Discountern zusammenkaufen muß.
    Klar; schuld sind immer die Anderen. Typische Weiberlogik… 🙂

    • strichfilosof schreibt:

      Sehe das ähnlich. Besonders bei den genannten Studien-Richtungen (es fehlen halt noch einige)…. 😀

    • Elisabeth Berger schreibt:

      Tja, Männer, dann fragt mal uns Frauen, die wir (vielleicht trotz Abi) z.B. die Ausbildung zur staatlich examinierten Krankenschwester absolviert haben. Es muß ja auch welche geben, die den Studierten mal die Hintern wischen müssen.
      Wir brauchen eigentlich gar keine Privatklamotten, weil wir bei unseren vielfältigen Schichten, hunderten Überstunden, Wochenend- und Feiertagsdiensten, gar nicht aus unserer Dienstkleidung rauskommen und auch keine Zeit zum Shoppen haben. Gott sei Dank, weil wir bei unserem Scheißverdienst sowieso froh sein müssen, wenn wir über die Runden kommen. Außerdem wollten die Kindlein unbedingt studieren, weil sie bei Muttern und Vattern die Kacke sahen. Der Kindlein Studium war auch arschteuer, haben aber anscheinend „das Richtige“ studiert und verdienen jetzt das Vierfache von den guten Eltern. Also haben wir armen Unstudierten doch noch was G’scheites auf d‘ Welt gebracht😊
      Gut, gell😜
      Ahja, noch was, in der Dienstkleidung gibt’s auch fürchterlich kratzige Etiketten😖
      Seid lieb gegrüßt😈

      • Alfred E. Neumann schreibt:

        Ich verrate Ihnen ein ganz großes Geheimnis: Längst nicht nur Frauen reiben sich an schlecht bezahlten Scheißjobs auf. Die Opferrolle, die sich Frauen hier gerne andichten, ist albern und ziehst längst nicht mehr. Darauf springen nur noch feminisierte lila Pudels an.
        Da, wo es richtig hart, anstrengend, nervig und dreckig zur Sache geht, findet man Frauen gar nicht erst, ist denen zu anstrengend.
        Da sollen sich gefälligst die vertrottelten und dressierten Männer aufreiben, dafür sterben die auch einige Jahre früher. Gleichberechtigung hin oder her.
        Ansonsten ganz tolle Leistung; die Blagen aus der bildungsfernen Schicht werden, trotz mangelndem Talent und aufgrund der politischen Vorgaben durch ein mittelmäßiges Abitur geprügelt, studieren irgendein unbrauchbares Laberfach, schließen (wenn überhaupt!), mit einem ebenso mittelmäßigem Abschluß ab und die Karriere ins akademisierte Prekariat ist vorgezeichnet.
        Ich weiß zwar nicht wie es in Ösiland aussieht, aber die Abbrecherquote hier in D ist bei harten MINT-Studiengängen wie z.B. Ingenieurwissenschaften enorm (>50%).
        Die Gründe sind bekannt: Es gab noch nie so viele Abiturienten /mit Einserschnitt!) bei gleichzeitig derart katastrophaler Studien-Unfähigkeit. Rechtschreibkurse (sic!) an Unis sind längst Standard.

    • Elisabeth Berger schreibt:

      Bester Alfred,
      da Sie auch gerne (Ihr erster Kommentar) auf uns Frauen Ihre Meinung abgelassen haben, habe ich Ihnen als Frau (die ich bin) geantwortet – kann das schlecht für euch Männer machen. Ich bin auch auf keine aufspringenden lila Pudel scharf, die mich bemitleiden :-)) Das hab‘ ich gar nicht nötig, denn ich habe nach fast 40 Berufsjahren (davon 20 Jahre nur Nachtdienst in der Notaufnahme), nebenbei 2 Kinder aufgezogen, wir haben Haus gebaut, Verwandte gepflegt und ich hab‘ jetzt Krebs. Da braucht man kein Mitleid mehr, da scheißt man drauf, weil man es am liebsten hat, wenn man mit Mitleidsgedödel in Ruhe gelassen wird. Mitleid hilft da nicht, aber man ist froh, wenn einem mal jemand hilft und die Chemo anhängt. Und das größte Glück ist, daß ich seit 30 Jahren einen super Mann an meiner Seite hab‘, der mir gut tut mit seiner großherzigen Seele :-)) Er ist auch kein lila Pudel, sondern noch ein ganz echter Mann. In unserem Fall und entgegen der Statistiken, wird dann wohl er mich überleben 🙂 Bitte aufmerksamer lesen!
      Ich bin keine Emanze und ich gebe Ihnen Recht, daß in mehreren Jobs fast ausschließlich Männer arbeiten. Es passiert aber auch, daß eine Frau, wenn sie mal in eurer Männerdomäne arbeiten möchte, ihr es derjenigen ordentlich schwer macht, nicht?
      Ich/wir stammen absolut nicht aus der bildungsfernen Schicht 🙂 Meine Kinder waren keine Blagen, sondern haben ohne Ehrenrunde Abi und Studium durchgezogen und es war ihre eigene Entscheidung, das zu tun. Schön, ihre Abinoten waren keine Glanzleistungen, aber es reichte trotzdem, um etwas zu studieren (Medieninformatik/Informationswissenschaften), das sie mit 23 und 24 Jahren zu Entwicklungsingenieuren in der Automobilbranche machte. Glauben Sie nicht, daß es für uns finanziell leichter gewesen wäre, keine zwei Studierende zu unterstützen? Die Kinder haben nebenbei ständig gejobbt.
      Wir sind nicht aus A, sondern aus D und zwar aus dem, Ihnen sicher verhaßten, Bayernland :-)) Wie Sie sicher wissen, zählen bayrische Abis nicht zu den Leichten.
      In einem gebe ich Ihnen Recht, daß es an der Rechtschreibung und dem Allgemeinwissen, an deutschen Schulen mangelt!
      Pfiad‘ Eahna, Herr Alfred😘

      • Alfred E. Neumann schreibt:

        „…Er ist auch kein lila Pudel, sondern noch ein ganz echter Mann. In unserem Fall und entgegen der Statistiken, wird dann wohl er mich überleben . Bitte aufmerksamer lesen!…“
        Selbst nach zweimaligem Lesen Ihres Textes ist mir ist jetzt nicht so ganz klar, was Sie mit „Bitte aufmerksamer lesen“ meinen und worauf Sie sich damit beziehen. Egal.
        Mein Text über Blagen mit derem Abitur und entsprechenden Studiengängen mit anschließender Karriere war nicht explizit auf Sie, sondern, mit satirischer Konnotation, auf den heutigen gesellschaftlichen Zeitgeist gemünzt.
        Natürlich gibt es Fälle, „wo es Frauen schwer gemacht wird“, aber meiner persönlichen Erfahrung noch mehr Fälle, wo Frauen, aus Gründen des vorauseilenden politischen Gehorsams und der politischen Korrektheit, auf Posten gehievt und bevorzugt werden, wo sie dann aufgrund Ungeeignetheit grandios versagen und trotzdem befördert werden. Beispiele dafür gibt es mehr als genug.
        Dies passiert interessanterweise sehr oft in Behörden bzw. im Beamtentum, wo es dann teilweise wirklich problematisch wird. Frauen genießen dort oft genug absolute Narrenfreiheit.
        In der freien Wirtschaft, wo leistungsmäßig tatsächlich geliefert werden muss und die übertriebene und ungerechte Bevorzugung von Frauen aus wirtschaftlich nachvollziehbaren Gründen so nicht existiert, wird dann laut aufgejault, „daß es den Frauen ja so irrsinnig schwer“ gemacht wird.
        Aus Gewohnheit stimmen dann natürlich die lila Pudels, das feministische Journaillen-Netzwerk und auch „Leistungsträgerinnen“ wie die bekennende Steuerhinterzieherin Alice Schwarzer in die Kakophonie lautstark mit ein.
        Mir ist auch nicht so ganz klar, wie Sie auf die schräge Idee kommen, daß ich gegen das schöne Bayernland irgend etwas hätte. Das Gegenteil ist der Fall; ich bin sogar der Meinung daß vieles dort wesentlich besser geregelt ist. Das wird Sie aber vielleicht auch nicht sonderlich überraschen, wenn Sie hören, daß ich Berliner bin.
        Ich kann nur hoffen, daß Ihre als Entwicklungsingenieure tätigen Kinder, nicht für bestimmte Autokonzerne spezielle Betrugssoftware entwickeln, mit denen ölverbrennende, krebserregende Dreckschleudern auf dem Papier schöngeschrieben werden.

  3. Elisabeth Berger schreibt:

    Liebster Herr Alfred,
    sorry, das ist meine Schuld, daß das „Bitte aufmerksamer lesen!“, verrutscht ist. Es bezog sich auf Ihre Empfindlichkeit, daß ich über Frauen, die einen Scheißjob haben, schrieb. Hier aber explizit über MEINEN Job! Habe nicht erwähnt, daß Männer dieselben nicht haben :-)) Ihr Aufsprung auf’s Thema mittels: Sie verraten mir das große Geheimnis, daß die Frauen doch immer gerne in die Opferrolle schlüpfen und der Mann derjenige ist, der den Karren aus dem Dreck zieht und dafür eher unter die Erde kommt. Dafür sollte der Satz „Bitte aufmerksamer lesen sein!“ Wie gesagt, über MEINEN Job schrieb ich, nicht über das allgemeine Arbeitsleben der Männer.

    Sie haben sicher nicht unrecht, wenn Sie sagen, daß Frauen auch manchmal auf Posten gehievt werden, denen sie nicht gerecht werden (können). Ich denke in dem Falle u. a. mit Grauen an Frau U. v. d. Leyen, als Bundesministerin der Verteidigung. So ein Unfug wächst auf politischem Boden und setzt sich auch ganz sicher in vielen Fällen im Kleineren oder Kleinem fort.
    Bei diesem Thema stimme ich Ihnen zu!

    Wie ich auf die Idee komme, daß Sie unserem Bayern nicht sehr zugetan sind, ist einfach :-)) Ich denke, daß Sie sich schnell angegriffen fühlen. Wenn jetzt auch noch so ein Weib (wie ich) aus einem Bundesland kommt, wo ihr Horst’s Trauben sozusagen in den Mund hängen, hat sie keinen Grund, dieses Mundwerk aufzutun. Bestimmte Leute mögen uns und unser Land nicht sehr gerne, „weil wir hier wie im Schlaraffenland sitzen“. Großenteils bedingt durch die Automobilindustrie haben wir weniger Arbeitslose, wir haben ein oft wenig freundliches Wesen gegenüber anderen Dialekten und uns sitzt auch noch ein Horst S. vornedran, der auf seine Bayern aufpaßt und against all odds, das Beste für seine Landsleute rausholen will. Das allein macht uns schon verdächtig :-)) Umso netter, wenn Sie unser Bayernland mögen.

    Und, oh nein, Sie müssen nicht fürchten, daß unsere Kinderlein in der Automobilindustrie etwas Schlimmes, Hinterlistiges anstellen :-)) Das ist ja jetzt schon ein alter Hut und die Kinderlein sind doch gut und anständig erzogen „Honni soit qui mal y pense“ :-))

    Freundlichste Grüße aus Bayern

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