Wetten, dass…?

In der Vor- und Nachweihnachtszeit häufen sich die Überfälle- besonders auf Wettbüros und Wettcafes. Da ziehen sich dann die durchgehend männlichen Versager mittleren Alters, die ihre Existenz in den Spiellokalen verwettet haben, einen Strumpf über die Rübe und holen sich das, was ihnen „zusteht“- nur um auch dieses Geld wieder in den Wettbüros zu verwetten. Besonders bei Fußballspielen und auf Sportkanälen wird ständig Werbung gesendet, die dem Versager suggeriert, dass er trotz seiner Arbeitslosigkeit oder seiner miesen Hilfsarbeiter-Arbeit und seiner Perspektivlosigkeit der Oberboss ist, wenn er ins Wettlokal geht oder sich online um Hals und Kragen wettet- da wird er der Gewinner sein! Frau und Kinder warten auf Geschenke und er wird sie ihnen besorgen, wenn er bei der nächsten Wette gewinnt- und weil das natürlich nicht der Fall ist, wird das Wettlokal einfach überfallen. Wenn die Alte meckert, dass er wieder spielt, kriegt sie eine auf die Fresse- sie soll sich nicht in das „seriöse“ Leben des Spielsüchtigen einmischen oder sie wird für immer zum Schweigen gebracht und einbetoniert! Ja, was wäre die internationale organisierte Geldwäsche ohne die Wettbüros und die Wettindustrie? Was wäre sie ohne die vielseitig begabten Hartz IV-Abonnenten, die schon in der Hauptschule mit den Sportwetten anfangen, um das „Handwerk“ von Jugend auf gewissenhaft zu üben? In unseren Kleinstädten gibt es weder Cafes, noch Restaurants, noch einen Supermarkt oder gar nur einen Bäcker- aber mindestens ein, meistens aber zwei bis drei Wettcafes und Wettbüros, in denen Gesindel von nah und fern herumhängt, während in den Eingängen immer komisch dreinschauende Typen mit Handys stehen und unsere Städte endgültig zu einem Schandfleck machen, damit es bei uns endlich genauso ausschaut wie in Nordafrika und Asien! Wir sollen uns nur noch von Döner und Schuhbecks Fertiggerichten ernähren, denn dass bei uns am Land endlich wieder einmal ein Gasthaus oder ein Bäcker aufmacht, können wir vergessen und ein Supermarkt ist auch nur in der nächsten großen Stadt, wo wir uns den Fraß vom Discounter holen, um Mineralwasser aus Afrika zu verkosten! Und wer braucht schon ein Kaffeehaus, wenn es den Nespresso-Automaten gibt? Hauptsache, wir haben ein Wettlokal, denn unsere perspektivlose Gegend wüsste sonst nicht, wohin mit ihrem Spielgeld!

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Über ruthwitt

Politikwissenschafterin.
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