Causa Bananenbrot

Letztens kommt eine „Freundin“ zu Besuch in unsere WG. Alle sind hin und weg von ihrem Charme. Sie erzählt meinen Mitbewohnern etwas von Bananenbrot und wie gut das schmecke. Meine Mitbewohner sind hin und weg- obwohl ich bezweifle, dass es allein das Bananenbrot ist, das sie fasziniert. Meine normal sehr nachhaltig lebenden Mitbewohner kaufen also dieser Dame die Zutaten, damit sie ihr tolles Bananenbrot backen kann. Heidelbeeren eingeflogen aus Peru und Bananen aus Ecuador. Meine Mitbewohner rügen mich auch noch, dass ich auch einmal etwas backen könnte- es muss ja nicht immer etwas aus dem Supermarkt sein! Ich wollte gar nicht kommentieren, inwieweit die tausende Kilometer vom Pazifik eingeflogenen Blaubeeren aus Peru, die auch noch gekühlt werden müssen und in einer Plastikschale verstaut werden und die tausende Kilometer aus dem Ecuadorianischen Ex-Urwald eingeflogenen Bananen irgend etwas mit Nachhaltigkeit zu tun haben und warum dieses Zeug nachhaltiger sein soll, als mein in unserem Land ausgebackener Zopf. Aber sei es drum- die Bananenbrot-Maid erinnerte sie wohl sehr an ihre Mutter. Ich war nun also schon sehr schlecht gelaunt über diese Heuchelei. Leider waren die Blaubeeren aus Peru- wie soll es anders sein, alle von einem Schimmelpilz befallen. Anstatt auf ihr blödes Bananenbrot zu verzichten, schickt die Frau meine Mitbewohner mit dem Auto los, nur um noch eine Packung dieser dämlichen Blaubeeren aus Peru zu kaufen und endlich ihr Bananenbrot zu backen. Das sinnlose Verbrennen von Treibstoff für Blaubeeren, für die noch mehr Treibstoff verbrannt wurde, kommt also noch dazu. Natürlich waren meine Mitbewohner nach zwei Scheiben dieses Bananenbrotes überdrüssig- immerhin sind sie eher keine Fans von karibischer Küche. Die völlig verdreckte Küche durfte ich einmal wieder reinigen und das Brot wurde selbstverständlich im Kompost entsorgt, denn wie immer ließen sich meine Mitbewohner von ihrer haptischen Gier leiten, ohne darüber nachzudenken, ob dieses Zeug ihnen überhaupt schmeckt. Nach einer gründlichen Reinigung unserer Behausung, die Tage dauerte und viel Wasser und Strom verschwendete, begann ich, darüber nachzudenken, wie viel Ressourcen so eine Selbstdarstellerin im Haushalt verschwendet, nur um ihrem Ego zu frönen und sich selbst in Szene zu setzen und bei den Männern Gefühle der Erregung zu produzieren, die sie das letzte Mal verspürten, als ihre Mutti ihnen aufgebacken hat- was sie wahrscheinlich eh nie gemacht hat. Aber wer Menschen wie Affen auf Heroin so in seinen Bann ziehen kann, braucht sich um Nachhaltigkeit auch keine Sorgen zu machen!

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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