Mitleids-TV

Man sieht ständig Dokumentationen von syrischen Eltern mit ihren Kleinkindern, die ganz engelhaft in die Kameras schauen, als wären sie in der Mini-Playback-Show, in denen erfolgreich versucht wird, die Zuschauer emotional zu erpressen. Ich persönlich frage mich ernsthaft, was für ein Mitgefühl ich mit sogenannten Familien haben muss, in denen ein Mann und eine Frau in einer politisch gewaltsamen Auseinandersetzung, die ja jetzt schon fast ein Jahrzehnt schwelt, an nichts anderes denken, als Geschlechtsverkehr zu haben und Kinder in einer für Leib und Leben heiklen Situation zur Welt zu bringen? So schlimm kann es doch in den Krisengebieten nicht sein, wenn man an Sex und Kindermachen denkt? Mir als rationalem Menschen fiele nie ein, an Beischlaf und das Erzeugen von Nachkommen zu denken, wenn mein Hab und Gut und meine körperliche Unversehrtheit bedroht wäre! Miteinander Familiennachzug zu produzieren, wenn es gerade darum ginge, sich anderweitig zu engagieren, hat für mich etwas mit einem animalischen Verhalten zu tun- Tiere vermehren sich umso mehr, wenn sie bedroht sind, aber wollen wir uns wirklich mit Stadttauben, Ameisen und Schaben vergleichen? Diese Tiere haben keine höhere Intelligenz und wenn diese Menschen keine ausreichende Intelligenz haben, um eine politisch heikle Situation treffend einzuschätzen und trotzdem Kinder zeugen, obwohl sie wissen, dass sie sie nicht versorgen können und ihnen keine Sicherheit bieten können, dann frage ich mich, inwieweit sich solche psychiatrisch gesehen grenzdebilen Menschen in unsere moderne Gesellschaft einfügen wollen und warum ich sie in meine Arme schließen sollte, wenn ich auf ein Krankenbett jetzt noch länger warten muss, derweil die es schon wieder miteinander tun, während sie auf ihren Asylbescheid warten und in wenigen Monaten unsere Bevölkerungsstatistik um hunderttausende und gar Millionen in die Höhe schießen lassen? Niemand schickt Schwangere und Familien zurück- mir kommt das irgendwie barbarisch und primitiv vor, unsere Zivilisation so zu erpressen und ich habe kein Problem damit, solchen Leuten in die Augen zu schauen und sie ernsthaft zu fragen, wie sie dazu kommen, an nichts anderes als Sex und Kindermachen zu denken und uns die Last ihres verantwortungslosen Lebens aufzubürden? Ich frage mich auch, ob die Westeuropäer mehrere Millionen Polen oder Rumänen einfach so aufnehmen und in ihre Arme schließen würden, Wohnungen und Häuser für sie bauen würden und sie erhalten würden, wenn sie auf einmal einfach so in Stoßwellen hereinstürmen würden? Oder ist es nicht eher die Sahara-Kamel-Romantik und die naive Distanz zu den Einwanderern aus dem Orient, die uns das Gefühl gibt, dass wir sie unbedingt unter unsere soziale Obhut nehmen müssen?

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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Eine Antwort zu Mitleids-TV

  1. Elisabeth Berger schreibt:

    Das frage ich mich, ehrlich gesagt, schon lange. Wenn ich Bilder sehe, von Not, Elend und Krieg, von ständig einschlagenden Bomben und Maschinengewehrgerattere oder von afrikanischen Kindern mit Ärmchen und Beinchen wie Streichhölzer und riesigen Augen in den Köpfchen, die ihnen der Hungertod gibt. Dann frage ich mich, wie kann ich unter diesen Bedingungen an Beischlaf denken oder auch nur körperlich oder seelisch dazu in der Lage sein? Werden diese Frauen von diesen patriarchischen Männern dazu gezwungen und müssen dann einfach in dieses Elend Kinder setzen, die vielleicht nur ein paar Monate leben und dann verhungern? Sicher gibt’s in Afrika einen großen Mangel an Verhütungsmitteln. Aber wie sind die Männer, angesichts dieser Not oder halb am Verhungern, noch imstande, eine Erektion zu bekommen?
    Ich verstehe das nicht, weil ich mir nicht vorstellen kann, das man unter Beschuß oder Bomben über dem Kopf, jucheißa, an’s B……. denken kann. Ich denke, daß ich vor Angst schlotternd in der Ecke sitzen würde und mein Partner sich sicher nicht feurig auf mich stürzen würde. Wir hätten gewiß andere Probleme.
    Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie man auf der Flucht schwanger wird. Im Auffanglager oder auf einem Seelenverkäufer auf dem Meer? Ich bin mir sicher, daß wir keine Gelüste auf Beischlaf hätten und uns lieber der Enthaltsamkeit hingeben würden.
    Wie ist das, fällt man da wie Tiere übereinander her?
    Hier in Deutschland angekommen, verstehe ich, daß die Leute schnellstmöglich Kinder haben wollen, ist es doch ein gewisser Schutz vor Abschiebung und vielleicht hat man auch eher eine Chance, besser untergebracht zu werden. Aber deshalb zu zeugen wie die Weltmeister und die Kinder als Schutz zu gebären, ist wohl auch nicht Sinn der Sache. In einer unklaren und unsicheren Lage würde ich das tunlichst vermeiden.
    Trotzdem wird es mir immer ein Rätsel bleiben, wie man als Mann stangerlfidel sein kann, während man am Verhungern ist oder mit Gewehrgeknattere um sich und Angst um sein Leben hat.
    Antwortloser Gruß
    Elisabeth

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