Ärztliche Schweigepflicht vs IGeL-Leistungen

Sie kennen das: Sie gehen zum Arzt und stehen in einer Schlange vor einem Tresen, der an den Warteraum anschließt. Im Warteraum sitzen ca. 20 Leute und vor und hinter Ihnen sieht es nicht besser aus. Am Tresen sitzt eine Arzt“Helferin“, die Sie allen Ernstes vor 20 bis 30 interessierten Zuhörern fragt, ob Sie Beschwerden haben, und welche Beschwerden das genau seien und wie oft sie vorkommen würden. Die Heuchelei um die ärztliche Schweigepflicht nimmt bereits am Tresen der Arzt“Helferin“ ein jähes Ende: Stellen Sie sich vor, Sie müssen dieser Alten vor einem Publikum erzählen, was in Ihrem Darm genau abläuft, an welcher Stelle Sie die Blähungen haben und welches Intimorgan Sie wo schmerzen tut- das kann doch wohl nicht wahr sein! Um vorzuheucheln, dass man sich an das „Gesetz“ hält, wird ein ein oder zwei Meter langer Abstandsstreifen markiert und ein Schild aufgestellt, auf dem „Bitte Abstand halten“ steht, als ob die ein Meter weit entfernten Leute hinter einem Ohrenkrebs hätten und nicht zuhören würden, weil da „Bitte Abstand halten“ steht! Das Einzige, was der Patient tun kann, um dieser öffentlichen demütigenden Erhebung zu entgehen, ist, zu lügen und etwas zu sagen, was ihm weniger peinlich ist. Das kann doch bitte nicht deren Ernst sein, in aller Öffentlichkeit die Beschwerden des Patienten auszufragen! Auf diese Weise erfährt auf bequemem Wege per Lauschpost das ganze Dorf, wie viele Hämorrhoiden und Eitergeschwüre Sie an welchen intimen Stellen haben, welche Geschlechtskrankheiten genau Sie haben, und welche „Therapieversuche“ Sie gemacht haben. Ihr ganzes intimes Privatleben liegt ausgebreitet vor der Arzthelferin und einem dankbar zuhörenden Publikum, dem im Warteraum eh so langweilig ist. Was hat diese Ausfragerei vor allen Leuten noch mit ärztlicher Schweigepflicht zu tun? Diese Plauscherei mit der Arzthelferin macht die Verschwiegenheitspflicht zu einer Posse und dass sich da amnesty international und diese ganzen Menschenrechts-Heuchler noch nicht eingeschaltet haben, liegt wohl daran, dass diese Verletzung von Menschenrechten und Gesetzen vor der eigenen Haustür passiert und dass das fad ist und man sich nicht in Heldenpose vor hungernden Dritte Welt-Statisten ablichten kann! Im „Behandlungs“zimmer geht die Vergewaltigung des Patienten nahtlos weiter. Die Frau, die sich ihrer Rechte nicht bewußt ist, setzt sich auf den „Behandlungs“stuhl, macht ihre Beine breit, und hat auf einmal, ohne dass ihr mitgeteilt wurde, dass das eine entgeltliche Leistung ist, die erwiesenermaßen keinerlei gesundheitlichen Mehrwert hat und eine Wahlleistung ist, die nur zum Geldverdienen des Arztes da ist, auf einmal den Stab des Vaginalutraschalls in ihrer Möse und muss 30 Euro dafür berappen, dass der Herr Doktor ihr, ohne sie über die Unnötigkeit dieser „Leistung“ zu informieren so wie es der Gesetzgeber vorschreibt, einen nicht vibrierenden Vibrator in ihre Vagina gesteckt hat! Bei einem Mann lässt sich so eine Vergewaltigung natürlich nicht so einfach machen, und jede Frau lässt sich ohne Ausnahme diesen Ultraschall in die Möse schieben und wenn sie versucht, auf diese „Leistung“ zu verzichten, indem sie es dem Arzt schlicht untersagt, ist Doktorchen auf einmal sehr beleidigt und zeigt dies offen, indem auf weitere Untersuchungen oder gar eine Behandlung schlicht verzichtet wird. Ja, der Arzt- unser Freund und Helfer-, der sich in der Vagina-Fraktion an dummen Weibern bereichert, die schlichtweg keinen Protest kennen oder sich gar über die Obsoletheit von IGeL-Leistungen wie dem Vaginal-Ultraschall informieren und einmal Doktorchen die Meinung sagen. So ein Betrug am Patienten lässt sich nur mit gehirnamputierten Weibern machen, die sehr obrigkeitshörig sind und niemals die Richtigkeit von dem, was der Herr Doktor macht, anzweifeln. Fragen Sie einmal nach: Welche Alte ist schon einmal zu dem Intimarzt ihres “Vertrauens“ hereingegangen und hat gesagt: Herr Doktor, ich möchte bitte, dass Sie auf die IGeL-Leistung des Vaginalultraschalls bei mir verzichten und spreche Ihnen mein Mißtrauen aus, da Sie mich über die Wahlmöglichkeit, auf diese medizinisch nicht notwendige Leistung zu verzichten, nicht informiert haben!

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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Eine Antwort zu Ärztliche Schweigepflicht vs IGeL-Leistungen

  1. Elisabeth Berger schreibt:

    …..wie wahr, wie wahr!

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