Asyl hin, Asyl her

Der Publizist Henryk M. Broder machte vor einigen Tagen in einer Pressestunde eine Bemerkung, die mich stutzig machte. So sei sinngemäß das (deutsche) Asylgesetz niemals für diese Masse an Flüchtlingen ausgelegt gewesen. Er schnitt damit ein Thema an, das seit 1993 auch Deutschland dazu bringt, seine Asylgesetze zu „präzisieren“ und die Aufnahme von Flüchtlingen zu beschränken. Das Problem ist kein Neues- es besteht seit zumindest einem Jahrhundert akut. Eine Präzisierung des Rechtes auf Asyl ist ein Hohn. Tatsache ist, dass die gesamte Weltbevölkerung das in Schrift niedergelegte Recht hat, Asyl zu beantragen. Was die Medien und die Politiker der einzelnen Staaten machen, ist das Asyl zu relativieren. Es geht hier nicht um Menschen aus Regionen, in denen Krieg herrscht. Auch nicht um Menschen aus Regionen, wo der IS oder irgendwelche anderen Spinner regieren. Es geht hier um Menschen, die aufgrund ihrer politischen Gesinnung, Religion, Nationalität, Rasse oder Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe verfolgt werden. Und im Grunde droht jedem Menschen in jedem Staat aufgrund irgendeiner Zugehörigkeit Verfolgung oder Erniedrigung, wie das in den EU-Asylgesetzen „präzisiert“ worden ist. Amüsanterweise haben die Genfer Flüchtlingskonvention in großem Maße Staaten unterschrieben, in denen ganze Bevölkerungen verfolgt wurden und werden, was diese Konvention also völlig absurd macht und die Berufung auf sie in weiterführenden Verträgen Letztere realiter unglaubwürdig macht. Viel Lärm um nichts und völliger Schmafou von Anfang an. Wer sucht denn schon in Somalia um Asyl an? Ich finde die ursprüngliche Version des Asyls glaubwürdiger. Da ging es um eine Aufnahme von Verfolgten, welche zu hundertprozent dem Wohlwollen eines Landesfürsten oder Landesherren unterlag. Punkt aus. Dieses ganze Geschwafel um Werte und die Verfolgungsgründe sind Humbug. Sie schließen sehr viele Gruppen aus. Frauen, die aufgrund ihres Geschlechts von Geburt bis zum Tod als Sklaven und schlimmer als Tiere behandelt werden. Und vor allem Atheisten, die in unzähligen Ländern der Welt Folter und Verfolgung fürchten müssen, weil sie keine Religion haben! Niemand kümmert sich um Asylanten, die keine Überzeugung und keine Religion haben und ihre körperliche Unversehrtheit deswegen bedroht ist! Indem die nationalen Asylgesetze sich vor allem auf politische Verfolgung präzisieren, werden viele politische Umstände verfälscht und verzerrt. Die Syrer, Iraker, Afghanen und so weiter fliehen nicht vor der Verfolgung aufgrund einer anderen Überzeugung als der IS oder die Taliban. Da trauen wir dem IS sehr viel mehr Grips zu, als sie tatsächlich haben. Eine Gruppe von Wichtigmachern, die Menschen willkürlich ermordet und sich der Zivilisation entgegensetzt hat keine Überzeugung, auch wenn sie das behaupten, sondern eher schwere psychische Defekte, die zu behandeln sind. Das sind Tausende von Hannibal Lecters, die wir doch bitte nicht als politischen Kontrahenten, sondern als gemeine Soziopathen behandeln sollten, um endlich Klarheit in die Sache zu bringen. Natürlich wird das Problem dadurch, dass es Millionen von Soziopathen auf der Welt gibt, nicht kleiner und weil man seit Hitler nichts aber auch gar nichts in dieser Sache verbessert hat, wird man diese ganzen Milliarden aus der halben Welt aufnehmen müssen wenn sie uns darum bitten. Wir haben ja die Konventionen unterschrieben.

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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Eine Antwort zu Asyl hin, Asyl her

  1. strichfilosof schreibt:

    Hat dies auf bissige Kommentare zu Nachrichten rebloggt und kommentierte:
    harter Tobak, aber treffend!

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