„Für sie ist es das Paradies“

Eine Bekannte aus dem sozialen Bereich sagte letztens in einer angeregten Diskussion über Einwanderung und Asylrecht, sie könne es den Asylanten und Einwanderern nicht verübeln, dass sie zu uns kämen, denn „für sie ist es das Paradies“. Ich denke, wir sind alle einer Meinung. Jeder Mensch sollte das Recht haben, ein materiell weniger elendes Leben zu suchen. Jeder, der wirtschaftliches Elend und Hunger zu leiden hat, sollte die Tore Westeuropas geöffnet vorfinden. Mit einem Vorbehalt: Wer in unser Paradies der Frauenrechte, der Gleichheit und der Selbstbestimmung einkehrt, sollte schriftlich bezeugen, dass er dieses unser Paradies und diese unsere Rechte respektieren wird und sein Leben konform mit diesen gestalten wird. Es kann jeder von unserem süßen Apfel des wirtschaftlichen und sozialen Wohlstands abbeißen. Doch wer die Frauen in seiner Sippe zum Schweigen bringt, ihnen jeden sozialen Kontakt und jede Bildung verbietet und seinen Nachkommen beibringt, dass der Mann alle und die Frau keine Rechte hat und dass man daher mit der Frau, auch mit der westlichen, alles machen kann, was unter Umständen in unserem Paradies gesetzlich verboten ist, soll unsere Tore verschlossen vorfinden und sich nach einem Paradies umschauen, in dem Frauen gequält und unterdrückt werden dürfen. Auch ist unser Paradies eines der Meinungsfreiheit. Wir sind nicht bereit, uns unseren Politikern gleichzustellen und Religionskritik einseitig zu verbieten, nur weil die ungeschminkte Wahrheit das Paradoxon von Religionsfreiheit und ihren Konflikt mit der Demokratie ins Zentrum der öffentlichen Diskussion rücken würde. Wir sind nicht bereit, uns für Kritik an dem Verhalten und den teilweise rechtswidrigen Sitten und Gebräuchen von Einwanderern und Asylanten verurteilen zu lassen, weil es unsere Politiker versäumt haben, in unserem Paradies die eigenen Bewohner vor importierter Rechtlosigkeit zu schützen. So lange unsere Politiker nicht in der Lage sind, unser Paradies der Freiheiten und Rechte vor der Rechtlosigkeit der Einkehrenden zu schützen, brauchen sie sich nicht heuchlerisch zu fragen, warum rechte Bewegungen immer mehr Zulauf von Menschen haben, denen ihr Paradies Westeuropa noch in guter, aber ferner Erinnerung ist…

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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