Lasst sie wissen, dass Weihnachten ist

Liebe Mitmenschen, es ist Weihnachten. Der Marathon der schmalzigen Weihnachtslieder und das tier- und menschenquälende Musikantenstadtl haben uns bereits klargemacht, wie es um die Menschheit steht. Über zwei Drittel dieser Menschheit feiert keine Weihnachten. Sie haben andere Sorgen. Zum Beispiel, ob sie genug Groschen haben, um dem Tanquero die zwei Liter Pseudotrinkwasser zu bezahlen, oder ob sie wieder das Wasser aus dem Fäkalienkanal trinken und damit den Reis kochen müssen. Oder zum Beispiel, ob sie die drei Kilometer Unweg zur Mülldeponie laufen sollen, um das Wellblechdach vor dem nächsten Regen zu stopfen. Oder zum Beispiel, ob sie eine neue Latrine graben sollten, weil alle in der alten Latrine an Cholera erkranken. Oder zum Beispiel, wann der muslimische Ehemann wieder ein Bedürfnis verspürt, das neunjährige Mädchen, das seine Frau ist, zu besteigen. Oder die sinnlose Hoffnung der Millionen mundtoten Frauen, dass sie jemals aus dem Joch einer menschenverachtenden Ideologie befreit werden. Oder die Hoffnung der Mütter, dass ihre nächsten Kinder nicht in der Fabrik Sklavenarbeit verrichten und als Folge davon sterben müssen. Um das oder ähnliches Leid der Menschheit zu lindern, braucht ihr euch nicht in die Kirche zu beeilen oder Spenden an Diktatoren zu verschleudern (siehe ZDF- und ARD-Sendungen). Es würde schon reichen, wenn ihr euer bescheuertes kapitalistisches Egoistenfest einmal nicht „feiern“ würdet. Wenn ihr einmal euren Partnern und euren Bälgern nichts kaufen würdet, das den restlichen zwei Dritteln der Menschheit den letzten Tropfen Wasser und das letzte Stück Brot nimmt. Wenn ihr einmal nicht eure Wänste vollstopfen und die Supermärkte leerkaufen würdet, sondern einmal darüber nachdenken würdet, was das nicht nur am anderen Ende der Welt, sondern auch in eurer direkten Nachbarschaft, ja in der EU, bei vielen Menschen für eine Armut und eine menschenunwürdige politische und soziale Situation verursacht, die dazu führt, dass sie alle in euer geliebtes Land wollen- weil ihr diesen Menschen alles unter den Füßen und vor den Augen wegfreßt. Wenn ihr einmal vor dem Fressen des Schnitzels, der Gans und der Ente euch einmal anschaut, wie diese Tiere aufgezogen und geschlachtet werden, damit ihr kapiert, was ihr für (Mißgeburten darf ich laut Politbüro nicht schreiben) nette Gestalten seid. Man kann nur hoffen, von eurem Sauf-, Freß- und Konsumgelage bekommt ihr und eure Bälger alle Krebs, damit euch eure Gier einmal im Hals steckenbleibt, ihr (Arschgesichter darf ich laut Propagandaministerium nicht schreiben) Gutmenschen! Also, bitte spenden Sie! Die Hotline ist besetzt!

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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Eine Antwort zu Lasst sie wissen, dass Weihnachten ist

  1. Sandro schreibt:

    ……Wenn möglich, ziehen sich Menschen mit Tourette-Syndrom meist in einen Schonraum zurück, um ihren Symptomen freien Lauf zu lassen, wenn sie die Tics zuvor über längere Zeit (z. B. in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Öffentlichkeit) unterdrücken konnten….(Wikipedia)

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