Beamtentum: Made in China

Als einer der wenigen, welche das Grundgesetz und die Gesetze zum Arbeitsrecht gelesen haben, bin ich sehr erfreut darüber, dass für meine Person trotz (Über-)Qualifizierung  offenbar kein Beamtenposten in vier Gemeinden , bei denen ich mich vorgestellt habe, verfügbar ist. Da die Leute in der Gegend ziemlich zutraulich und redselig sind, habe ich in Erfahrung bringen können, dass ausnahmslos alle Stellen durch die Freunderlwirtschaft der Gemeinderäte und der Gemeindebeamten bereits guten „Freunden“ verprochen und an diese vergeben worden sind. Alle Bewerber sind, wie man erfährt, gehirnamputierte Nichtsnutze, die, wie ihre Vorgänger, sehr oft krank und im ungeplanten Urlaub sind. Es ist überdurchschnittlich oft keine Sau in den Bürgerämtern, die irgendwas erledigen könnte. Die Fräulein beginnen sofort, wenn sie den Beamtenposten haben, Kinder zu werfen. Während ihr gutes Gehalt weitergezahlt wird, sind sie nicht da und eine Vertretung ist in Gemeinden nicht finanzierbar. Die Männlein unter den Beamten erkranken bereits am ersten Tag ihrer Laufbahn an einem Burnout-Syndrom und sind auf ein halbes Jahr krankgeschrieben, bevor sie wieder eine Woche im Amt in Erscheinung treten, nur um einen netten Plausch mit den Kollegen zu halten und wieder zu erkranken. So häufen sich natürlich unerledigte Sachen zu einem nicht mehr zu bewältigenden Chaos, weil im Gemeindebetrieb nur noch die für nichts zuständigen Aushilfskräfte sitzen, die nichts erledigen können, die Gemeinde aber nur 400 Euro und nicht ein paar Tausend im Monat kosten. Irgendwie erinnern diese Zustände in Gemeinden an die sizilianische Mafia und nicht an eine demokratische, dem Bürger untergeordnete und ihm verantwortliche Institution. Man kann nicht oft genug wiederholen, dass das Beamtentum ein Überbleibsel aus dem Altertum ist und in einer Demokratie nichts verloren hat. Doch was da bei der Vergebung von Beamtenstellen (auch Empfangsdame und Büschelschneider) vor sich geht, ist ja nicht einmal mit den pseudodemokratischen Gesetzen unserer Zeit vereinbar. Ich zumindest kenne kein Gesetz zur Ausschreibung von Beamtenstelllen, das aussagt: Wer den Postenverteilern genügend in den Arsch gekrochen ist, sie immer gut mit Geschenken versorgt hat, mit ihnen verwandt und/oder befreundet ist, ist einem qualifizierten Bewerber vorzuziehen und die Stelle sofort an den guten Bekannten zu vergeben.

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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Eine Antwort zu Beamtentum: Made in China

  1. Sandro schreibt:

    Lustig aber unglaubwürdig wenn jemand auf das Berufsbeamtenum rumhackt um sich dann selbst auf entsprechende Dienstposten zu bewerben…“Fräulein Witt“, planen sie demnächst selbst eine Familie zu gründen, viel Urlaub zu machen und haben einen Dauerabo auf Krankenscheine oder warum haben sie sich sonst auf diese Dienstposten beworben?

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