Liberalismus und die Konsumgeilheit der Marktwirtschaft-Zombies: Eine verhängnisvolle Affäre

Stellen Sie sich vor, es eröffnet ein neues Einkaufszentrum, und keiner geht hin. Unmöglich. Stellen Sie sich vor, es kommt das neue „I-Phone“ oder „Samsung Galaxy“ heraus, und keiner will es haben. Stellen Sie sich vor, die Konsumhuren beginnen, darüber nachzudenken, wo ihr 7 Monate altes, also bereits einundhalb Menschenaltern gleichendes, alle Funktionen besitzendes, kaum zum Telefonieren verwendetes Smartphone herkommt, wie es produziert wird, wie es den maximal zwei Euro am Tag verdienenden, ohne Schutz mit krankheitserregenden Umweltgiften in den Technikfabriken hantierenden Wanderarbeitern in Asien, Südasien, Südamerika und Afrika geht, und wo ihr „altes“, total beschissenes, uncooles, nichts taugendes, nicht mehr herzeigbares, 7 Monate altes Smartphone landet, wie viele Menschen es krank macht, wenn sie es zerlegen und „weiterverarbeiten“, und wie viele Weltgewässer und Landschaften es mit den giftigen Stoffen, die auf anonym bleibenden Mülldeponien in Asien, Afrika und Südamerika landen, verseucht. Stellen Sie sich vor, die Konsumtussis gehen nicht jeden Tag ins Einkaufszentrum, sondern lesen Bücher, tanzen, zeichnen, treiben Sport. Stellen Sie sich vor, die pubertierenden Protzbuben konkurrieren nicht darum, wer das geilste Smartphone, die neueste Spielkonsole, den neuesten Rechner, den coolsten Roller, die frischesten „Adidas“ oder „Nike“-Turnschuhe und später das schärfste Auto hat, sondern wetteifern darum, wer am schnellsten und besten seinen Bildungsabschluss macht. Stellen Sie sich vor, die Eltern dieser Konsumhuren sind selbst keine konsumgeilen halben Kinder, die darum wetteifern, wer das schönere Haus, das bessere Auto, die bessere Energieversorgungsanlage, den schöneren Garten, das geilere Wasserbett, die schöneren, teureren und zahlreicheren Geschenke für Partner und Kinder hat. Eine Welt, in der die Ökofuzzis nicht nur so tun, als wären sie anders, aber trotzdem konsumieren, nur halt teurer, sondern in der die Menschen darüber nachdenken, ob sie jetzt wirklich die Bratwurst am Würstchenstand, den Hamburger im Fast-Food-Laden und das niemals schimmelnde, laut Angaben konservierungsmittelfreie „Bio“-Fertiggericht im Supermarkt kaufen. Stellen Sie sich vor… Ach, scheiß auf den philosophisch verklärten Idealismus- ich will mein neues Smartphone, jetzt sofort!

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
Dieser Beitrag wurde unter Life: Der ganz normale Frust über alles und jeden, Mafia abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Liberalismus und die Konsumgeilheit der Marktwirtschaft-Zombies: Eine verhängnisvolle Affäre

  1. WildeOscar schreibt:

    Leider wurde ein Link auf „derstandard.at“ zu diesem Bericht nicht veröffentlicht. Scheinbar irgendwelche artige (ferngesteuerte) „Praktikanten der Apple-Lobby“ als „Zensoren“ am Werk. Ich finde den Artikel wert, verbreitet zu werden!
    lG WildeOscar

  2. ruthwitt schreibt:

    Lieber WildeOscar,
    Es ist zwar nicht meine Art in Medien zu posten, nun habe ich aber (ohne Link) aus Neugier auch ein ganz kurzes Posting mit einem Hinweis (Zombies, Boom) auf meinen Artikel, geschrieben: Er wurde prompt nach 5 Minuten entfernt….
    Habe ich da vielleicht eine „Religion“ beleidigt?

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s