„Academic Partner: Die Partnervermittlung für höchste Ansprüche“

Letztens habe ich wieder Bücher bei „amazon“ bestellt und wieder ein die Abholzung des Regenwaldes oder jedes anderen Waldes förderndes Stück Werbemüll erhalten. Auf der einen Seite war Werbung für eine Online-Apotheke, auf der anderen die für „Academic Partner“. Zwischen dem Wort „Academic“ und dem Wort „Partner“ ist das Symbol der griechischen Akademie abgebildet und mich schauen da drei grinsende, hochzufriedene, gutausschauende, sich als Pornomodels qualifizierende Frauen und Männer in Anzügen an und ich denke mir, ja, solche gutaussehenden und akademisch gebildeten Leute haben es sicher schwer, einen Partner zu finden, wenn sie eine „Beziehung auf Augenhöhe“ suchen. Wenn ich mich an der Universität im Dozenten- und Professorenkreis umschaue, dann höre ich nur dauernd- hör Mal jetzt reicht es- ich bin Mitte dreißig, bin auf der akademischen Karriereleiter auf dem Weg nach oben und keiner will mich! Dauernd höre ich von diesen einsamen Akademikern! Und da kann nur die „Partnervermittlung für höchste Ansprüche helfen“, denn die Akademiker verbringen nicht etwa den ganzen Tag und noch mehr an akademischem Papierkram, am Schreiben, Forschen und Lehren, nein, sie sitzen den ganzen Tag am Rechner, surfen herum und deshalb sollten sie auch einen Online-Partner suchen und nicht etwa einen Arbeitskollegen, der in etwa versteht, wie sein Tagesablauf aussieht oder einfach jemanden aus der täglichen Lebensumgebung. Fakt ist aber, dass zumindest an meinen Fakultäten alle Dozenten bereits im zarten Alter verheiratet waren, also nicht nur lose gebunden, und es da wirklich ausnahmslos kein Freiwild gibt. Also, wo sind sie, diese verzweifelten Akademiker, die keinen Partner finden? Ich vermute, es werden sich welche an den Alibi bzw. Pseudo-Akademien finden, also so Schulen wie „SRH“ oder „Humboldt“, wo man in nur einem Jahr zum Akademiker wird- zum Rohrleitungsakademiker, Scheißetaucherakademiker oder auch zum Economic-Akademiker, denn in den Begriff „Wirtschaft“ oder noch besser, „economic“, „trade“ oder auch „communication“ kann man echt viel inhaltsleere Füllung hineinstopfen. Und ich finde, so ein Wirtschaftsakademiker, der nach einem oder zwei Jahren seinen Abschluss hat, kann gut eine Beziehung mit einem Scheißetaucher eingehen, obwohl ich sagen muss, dass der Scheißetaucher zumindest einige Grundlagen der Physik kennen sollte und daher akademisch wohl doch über dem Wirtschaftsakademiker steht. Ich habe hier einen 100-Euro-Gutschein für „Academic Partner“ und ich denke, ich werde ihn einlösen und dort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen geeigneten Partner finden, denn ich bin echt verzweifelt!

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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Eine Antwort zu „Academic Partner: Die Partnervermittlung für höchste Ansprüche“

  1. Frieda schreibt:

    Ist schon nicht einfach den richtigen Partner zu finden. Vor allem weil man mit den Jahren immer anpsruchvoller wird und genau weiss, was man nicht möchte!

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