Ich hoffe, Sie lieben Kinder!

Neulich bei einem meiner obligatorischen „airberlin“-Flüge (es fliegt keine andere Fluglinie meine Strecke, glauben Sie nicht, ich bin ein Liebhaber dieser Ausbeuter aus dem Osten). Ich steige in das ausgebuchte Flugzeug, das mich von Frankfurt nach Alicante bringen soll. Der Flieger ist voll mit fröhlichen Familien. Aber wirklich voll- es gibt außer mir keinen einzigen Single- alles voll mit betriebsamen Gebär-Weibern samt ihren Financiers und ihren Kinderlein. Hinter mir sitzt so eine Familie mit ganz kleinen und ganz hyperaktiven, laut schreienden und alles um sich herum belästigenden Kinderlein. Das eine Balg direkt hinter mir schreit dauernd und tritt zwei und halb Stunden lang ohne Unterlass gegen meinen Sitz. Als ich mich nach einer Stunde umdrehe (ich wollte nicht sofort den typischen Kinderfreund-Spießer-Hass auf mich ziehen), um dem Weib zu sagen, ihr Kind soll aufhören, gegen meinen Sitz zu treten, sagt sie zu mir grinsend: „Ich hoffe, Sie lieben Kinder!“ Da bin ich sprachlos. Wie kommt sie darauf, dass ich so ein unerzogenes, schreiendes, Zeug um sich schmeißendes und spuckendes Balg lieben würde? Warum hofft sie das? Und das Schlimmste ist, dass ich wohl die Einzige bin, die findet, dass verzogene Bälger in der Öffentlichkeit unerwünscht sind und ihre verzogenen Eltern, die sich selber so toll finden, auch. Die Unterschichten nehmen tagtäglich an Zahl zu (schauen Sie sich nur einmal im Fernsehen die Reality-Soaps mit den Unterschichten-Familien an) und sie nehmen immer mehr vom öffentlichen Raum ein. Sie können als kultivierte Person nicht mehr an einem Nachmittag gepflegt in ein Kaffeehaus gehen und ein gepflegtes Gespräch mit Freunden halten oder für sich selbst bei einem Glas oder einer Tasse eine Zeitung lesen, denn Ihre Kaffeehäuser sind bereits von den Unterschichten-Familien und ihren Bälgern besetzt. Überall, wo man hinkommt, findet man nur Lärm und Verwüstung. Am besten, man bleibt zu Hause, doch auch im Haus ist man vor diesen Familien-Monstern nicht sicher. Überall schreien und demolieren sie, was sie unter die Finger bekommen, und verstellen alles mit Kinderwägen, Fahrrädern und sonstigem Familien-Kram. Und wehe, Sie als Single trauen sich, etwas Eigenes ins Treppenhaus zu stellen! Ich hoffe, Sie lieben auch Kinder, denn sonst werden Sie von unseren familienfreundlichen Unterschichten-Massen gelyncht, Sie egoistischer Kinderfeind, Sie!

Über ruthwitt

Politikwissenschafterin. In Heidelberg studiert....
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2 Antworten zu Ich hoffe, Sie lieben Kinder!

  1. ruthwitt schreibt:

    Na, hat sich da eine werdende bzw. seiende Mutterkreuz-Mutter oder ein stolzer Weichei-Komplexler-Vati beleidigt gefühlt? Aber aber!

  2. Ronny schreibt:

    manche sehen halt Kinder als „Geschenk Gottes“ (ohne Rückgaberecht) Viele der „Geschenke“ bevölkern die Gefängnisse, oder bestehlen, betrügen oder töten andere „Geschenke“. Von den besonderen und „ausgefallenen“, welche die ganze Welt „beglückten“ braucht man nur an den kleinen Adolf, den „süßen“ Stalin und die ganzen Diktatoren der Weltgeschichte denken. Auch der historischen…
    Leider bringen gerade die geistig und finanziell minder bemittelten Familien solche Kinder auf die Welt: Ohne Respekt, ohne Bildung, ohne Zukunftsperspektiven….
    Was wird wohl geschehen, wenn es keine Ressourcen mehr auf der Welt gibt, dafür mehr der „aufgezählten“ Geschenke?
    Sie haben Mut in der heutigen Zeit solche Zeilen zu schreiben, auch wenn Ihnen viele der „entrüsteten“ Heuchler (auch Geschenke!) keine Hochachtung dafür zollen wird…
    Ein kleiner „Trost“: Meine haben Sie!
    lG
    Ronny

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